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Das Sydrom X oder ein Mammut auf den Teller hingegen ist ein populärwissenschaftliches Fachbuch, das ein gewisses Hintergrundwissen erfordert und für den Laien kaum geeignet ist.Nicolai Worm geht der Frage nach, was eigentlich die artgerechte Ernährung des Menschen ist. Der Untertitel Steinzeitdiät ist nicht glücklich gewählt, da Worm keine Diät empfiehlt, sondern eine den menschlichen Genen angepasste Ernährung.
{b1l ALT="Cover des Buches"}Sein Resümee sei vorweg genommen: Übergewicht ist bei Bewegungsmangel das dominierende Risiko! Das ist erst mal nichts Neues. Doch Worm weist auf die Bedeutung unserer Gene hin, in Zusammenhang mit dem, was für uns gesunde Ernährung heißt. Danach hat sich der Genpool, aus dem wir unsere genetischen Anlagen beziehen in einem Zeitraum von rund einer Milliarde Jahren entwickelt. Seit der mittleren und späten Steinzeit hat sich das menschliche
Die Gesamtheit der Erbanlagen eines Individuums, die aus den Chromosomen bestehen, auf denen als funktionelle Einheiten die Gene lokalisiert sind. Genom, so gut wie nicht mehr verändert, sodass wir aus genetischer Sicht 30.000 bis 40.000 Jahre alt sind. 120.000 Generationen hat der Mensch seither als Jäger und Sammler gelebt und nur 500 Generationen haben Ackerbau betrieben.
Radikal gewandelt haben sich jedoch unsere
Der Begriff der Umwelt ist geprägt durch die anthropogene Sichtweise des Menschens. Umwelt ist danach definiert, als dem Menschen umgebende Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) und aller darin lebenden Organismen.Umwelt- und Ernährungsbedingungen. Während über Millionen von Jahren alles mit eigener Hände Arbeit (Jäger und Sammler mit außerordentlich viel Bewegung) erledigt werden musste, ist heute Bewegungsmangel und eine total veränderte Ernährung Ausdruck unserer Zeit.
Worm deckt auf, dass die Mitte der 80er Jahre von Eaton & Atlanta durchgeführte Studie zur Ernährung des Steinzeitmenschen gravierende Fehler aufweist. Fatal, dass ausgerechnet diese Ergebnisse von den Ernährungsexperten für die heutige vollwertige und gesunde Ernährung des Menschen zur Grundlage gemacht wurden. Nach Aussagen des Autors hat es kein einziges Naturvolk gegeben, das ganz oder auch nur weitgehend vegetarisch gelebt hat. Der Anteil tierischer Lebensmittel lag sogar zwischen 56 65 Prozent, der Fettgehalt gar bei 40 50 Prozent bei einem niedrigen Kohlenhydratanteil. Wenn tierische Lebensmittel und ein hoher Fettanteil dominante Bestandteile einer artgerechten Ernährung der Steinzeitmenschen waren, widerspricht dies allen gängigen Ernährungsempfehlungen unserer Zeit. Eine gewagte These, die Worm mit zahlreichen Studien und Indizien belegt und damit die etablierte Ernährungslehre von heute auf den Kopf stellt. Ein spannender Ansatz, der dringend Berücksichtigung in die festgefahrenen Strukturen und Themen der Ernährungsforschung finden sollte. (FW)
Volker Angres, Claus-Peter Hutter & Lutz Ribbe: Futter fürs Volk was die Lebensmittelindustrie uns auftischt
Droemer Verlag, München 2001, 400 Seiten, 34,- DM
ISBN 3-426-27203-2
Udo Pollmer & Susanne Warmuth: Lexikon der populären Ernährungsirrtümer
Eichborn Verlag, Frankfurt a. Main 2001, 360 Seiten, 44,- DM
ISBN 3-8218-1615-5
Nicolai Worm: Syndrom X oder ein Mammut auf den Teller!
Hallwag Verlag, Bern 2000, 278 Seiten mit Illustrationen, 39,80 DM
ISBN 3-7742-5283-1