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Artikel Nr.: 9917
Buchrezension: Die genetische Vielfalt der Kulturpflanzen
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Köln, 10.02.2006: Jetzt ist es höchste Zeit, sich den juristischen Problemen zur Erhaltung und Nutzung der genetischen Vielfalt der Kulturpflanzen anzunehmen. Denn, so warnt zum Beispiel Joachim Bublath in der ZDF-Sendung Vorsicht Biopiraten vom 1. Februar 2006: Seit einiger Zeit kann man sich als geistiges Eigentum schützen lassen, was die Natur hervorgebracht hat: Patente auf Pflanzen versprechen ihren Eigentümern schnellen Reichtum, doch diejenigen, die die natürlichen Ressourcen einst entdeckten oder kultivierten, gehen leer aus. Schon gibt es weltweit mehrere solcher bizarren Fälle von Biopiraterie.In einer ersten und umfassenden juristischen Abhandlung zum Thema Das völkerrechtliche Gebot nachhaltiger Nutzung genetischer Vielfalt der Kulturpflanzen und seine Umsetzung im europäischen und nationalen Recht beschreibt Ursula Prall zunächst den Untersuchungsgegenstand und seine Bedeutung für die Sicherung der Ernährung. Nach einer Konkretisierung des völkerrechtlichen Gebots nachhaltiger Nutzung und Darlegung der völkerrechtlichen Pflichtenlage untersucht sie sodann, wie und in welchem Maße im Gemeinschaftsrecht und im nationalen Recht dem Schutzgebot Rechnung getragen wird.
Dem Querschnittscharakter der Aufgabe entsprechend steht hier ein breites Spektrum an Regelungen aus den verschiedensten Rechtsgebieten auf dem Prüfstand: Agrarumweltmaßnahmen, Sortenschutz und andere geistige Eigentumsrechte, Saatgutverkehrsrecht, Naturschutzrecht, Gentechnikrecht. Anknüpfend an die sich ergebenden grundlegenden Defizite entwickelt die Autorin abschließend Vorschläge für die Fortentwicklung des maßgeblichen Rechts.
Das Buch richtet sich an Umweltrechtler, Umweltpolitiker, Agrarwissenschaftler und Umweltakteure
Ursula Prall
Die genetische Vielfalt der KulturpflanzenDas völkerrechtliche Gebot nachhaltiger Nutzung und seine Umsetzung im europäischen und nationalen Recht
Reihe: Forum
Umweltpolitik wird zuviel mit allgemeinen Absichtserklärungen und generellen Zielvorstellungen betrieben, um auf diesem Sektor, bei dem die Interessenkonflikte besonders hart aufeinanderprallen, der Auseinandersetzung zu entgehen.Umweltrecht, Bd. 52, zugl. Diss. Universität Hamburg,
Nomos Verlag, Baden-Baden 2006, 389 Seiten, broschiert, EUR 69,00
ISBN 3-8329-1797-7
Auskünfte: Dr. Thomas Wardenbach Beratung und Pressebüro für Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln
Autor: Dr. Thomas Wardenbach
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Stand: 9. Februar 2006
Erstellt: 9. Februar 2006