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Köln, 23.11.2004: Das Buch "See in Not" zeigt die vielen drängenden, weltweiten Probleme des Ökosystems Meer auf. Sie reichen von der Waljagd über die Probleme der Kabeljau-, Dorsch- und Schellfischbestände und der Kaviargewinnung bis zur Zerstörung der Korallenriffe. Der Autor Hans-Peter Rodenburg zeigt auf, wie weit die Menschheit noch von einer nachhaltigen Nutzung der Meere und seiner Ressourcen entfernt ist. Und das in einer Situation, in der dringend gehandelt werden muss. Denn nach Rodenbergs Berichten ist es bereits fünf vor zwölf.Jährlich entziehen die Menschen den Meeren 90 Millionen Tonnen Nahrungsmittel zuviel um die Erhaltung der Bestände auf Dauer zu gewährleisten. Aktuell ist das Handeln der internationalen
Der Gesamtertrag der Meeres-F. lag im Jahr 2000 laut FAO bei 100.192.612 Tonnen. In Deutschland wurden im Jahr 2002 205. 689 Tonnen Seefisch angelandet.lFischerei dennoch von dem Motto geprägt: "Holen wir, was noch zu holen ist". Doch was passiert mit über einer Milliarde Menschen, die vom tierischen Eiweiß der Meere abhängig sind, wenn das Meer als Nahrungsquelle ausfällt?
Methoden wie die Gammelfischerei und der Fischfang mit Schleppnetzen haben, obwohl seit Jahrzehnten international geächtet, dennoch eine weltweite Verbreitung gefunden und entscheidend mit zur Überfischung beigetragen.
Die Erschöpfung der Meeresressourcen ist für die breite Öffentlichkeit nur wenig sichtbar und spiegelt sich in der Entwicklung der Fang-"Erfolge". So werden wir wahrscheinlich die letzte
Der Begriff Generation bezeichnet die Geschlechterfolge (Eltern, Kinder, Enkel usw.).Generation sein, die
Der Thunfisch ist das größte Mitglied der Makrelenfamilie, ist ein langer, spindelförmiger Raubfisch und ein sehr beliebter Speisefisch.Thunfisch, Barsch und Kabeljau auf der Speisekarte findet. Wie verlogen teilweise die Ansätze der Meeresnutzung sind, zeigt sich am Walfang besonders deutlich: Über internationale Fangbestimmungen können sich einzelne Länder einfach hinwegsetzen, indem sie dem Walfang das Etikett der wissenschaftlichen Forschung überstülpen. Wie kurzsichtig auf diesem Gebiet oft gehandelt wird, zeigt sich auch daran, dass ganze Störbestände zu Gunsten des kurzfristigen ökonomischen Gewinnes ausgerottet werden. Längst spiegeln die Preise die Wirklichkeit der Fischbestände wider, wenn ein "arme Leute Fischessen" der fünfziger Jahre, heute zu einer kaum noch bezahlbaren Delikatesse mutiert.
Mögliche Alternativen der Fischzucht durch Fischfarming und Aquakulturen richten sich heute in aller Regel nicht nach ökologischen Kriterien aus. Dieser neue Industriezweig - wie das Beispiel der Lachszucht zeigt - ist auf dem besten Weg der
Als Massentierhaltung wird die konzentrierte Haltung von Tieren, v.a. Geflügel, Rindern und Schweinen in großer Zahl auf engem Raum (z.B. Batteriehaltung von Legehennen)zur Erzeugung tierischer Nahrungsmittel bezeichnet. Massentierhaltung erfolgt mit sehr großen Beständen und meist nur eine Tierart.Massentierhaltung von Hühnern, Schweinen und Rindern den Rang abzulaufen.
Rodenberg diskutiert alle relevanten Fragen zur Meeresnutzung im Reportagestil. Mögliche individuelle Handlungsoptionen vermisst man allerdings ebenso wie politische - meist auf internationaler Ebene zu suchende - Lösungsmöglichkeiten. Ohne Zukunftsperspektiven verharrt das Werk jedoch in seiner Bestandsaufnahme; eine positive Wendung, zusätzlich zu tragfähigen Zukunftskonzepten, hätte das Buch gut abrunden können.
Insgesamt ist "See in Not" aber ein hervorragendes Werk der Berichterstattung über die aktuellen Probleme der marinen Lebensräume und seiner Bewohner. Das Buch ist auch für Fachleute interessant, richtet sich aber besonders den Laien, da es Rodenberg gelingt, komplizierte Sachverhalte allgemein verständlich darzustellen.
See in Not von Hans-Peter Rodenburg, marebuchverlag, Hamburg 2004, ISBN 3-936984-49-5; Euro 29,00
Der Verlag im Internet:
www.marebuch.de