Umweltjournal.de | Buchrezensionen  | Artikel Nr.: 17049

Die Soja-Lüge: Von den dunklen Seiten der hellen Bohne

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München, 17.08.2010: Soja macht gesund, schlank und schön, soll gegen Haarausfall, Allergien und Wechseljahrbeschwerden helfen und vorbeugend gegen Krebs wirken – Jungbrunnen und Wellnesswunder in einem.

Soja ist in den letzten vier Jahrzehnten zu einem erfolgreichen Massenprodukt geworden, das in keinem Supermarkt fehlen darf und sprichwörtlich in aller Munde ist; im Schweine- oder Rindersteak, in Fertig-Produkten vom Schokoriegel bis zur Tütensuppe und im modischen Soja-Drink – die kleine Bohne liegt voll im Trend. Doch der vermehrte Verzehr von Soja kann bedenkliche gesundheitliche Folgen haben. Und nicht nur das: Die drastischen negativen Auswirkungen des zunehmenden Soja-Anbaus auf die Umwelt und die traditionelle Lebensweise der Bäuerinnen und Bauern sind schon jetzt zu spüren. Norbert Suchanek, Umweltjournalist und seit mehreren Jahren Korrespondent in Brasilien, beschäftigt sich in seinem neuen Buch Der Soja-Wahn. Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät, das am 2. September im oekom verlag in der Reihe quergedacht erscheint, mit den dunklen Seiten dieser hellen und immer populärer werdenden “Wunderbohne”. In seinem aufrüttelnden, authentischen Bericht aus dem Soja-Land Brasilien und anderen Ländern zeigt er uns, wo die Verantwortung für uns Konsument(inn)en in Europa beginnt.

Soja ist der wichtigste Eiweißlieferant in der modernen Massentierhaltung, in Form von Biosprit ist Soja ein Hoffnungsträger, mit dem wir unser Energieproblem lösen möchten. In den letzten Jahren wurden daher für den Soja-Anbau in Südamerika Millionen Hektar Trocken- und Regenwaldgebiete vernichtet, die indigene Bevölkerung zu Tausenden aus ihren traditionellen Lebensräumen vertrieben – die Schäden in einem der artenreichsten Ökosysteme der Erde sind unübersehbar. Die riesigen Soja-Monokulturen sind außerdem willkommene Spielwiese für die internationale Gentechnikbranche. Diese unschönen Begleitumstände des Soja-Anbaus sind den europäischen Verbraucher(innen) kaum bewusst. Doch auch gegen den verbreiteten “Soja-Gesundheitskult” mehren sich kritische Stimmen; so steht Soja zunehmend im Verdacht, sogar neue Allergien auszulösen, den Hormonhaushalt von Kleinkindern nachhaltig zu stören oder bei Frauen in den Wechseljahren das Tumorwachstum zu begünstigen. Der renommierte Umweltjournalist und Sachbuchautor Norbert Suchanek entlarvt die Mythen des Soja-Trends – ein wichtiges, kluges und nachdenklich stimmendes Buch, das die Heilsversprechen der Nahrungsmittelindustrie kritisch hinterfragt und und die aktuelle Soja-Mode faktenreich analysiert: Denn auf dem Spiel steht neben der Artenvielfalt und zahllosen bäuerlichen Existenzen auch die menschliche Gesundheit.

„Soja frisst den Amazonas auf.“ (Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises)

Norbert Suchanek
Der Soja-Wahn
Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät
Reihe quergedacht Band 6
oekom verlag, München
September 2010, 112 Seiten, 8,95 EUR/9,95 EUR (A)
ISBN-13: 978-3-86581-216-2
Autor: oekom verlag
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Stand: 17. August 2010
Erstellt: 17. August 2010

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