Neuigkeiten von Ötzi

Köln, 20.03.2010: Seit nahezu 20 Jahren beschäftigen sich weltweit Mediziner, Natur- und Geisteswissenschaftler mit dem Schicksal eines Mannes, der vor 5.300 Jahren in den Ötztaler Alpen verstarb. Heute zählt der Fall Ötzi wahrscheinlich zu den am gründlichsten untersuchten Kriminalfällen in der Menschheitsgeschichte.
Noch immer sind nicht alle Fragen zu der im Jahr 1991 gefundenen Gletschermumie geklärt, die unter dem Namen Ötzi weltbekannt wurde. Die transdisziplinären Forschungsarbeiten an Ötzi erbringen noch immer neue Ergebnisse. So wurde erst nach zehn Jahren eine Pfeilwunde im Rücken der Gletschermumie entdeckt, welche die Theorien um seinen gewaltsamen Tod stützte.
Die neuesten Untersuchungen der Ur- und Frühgeschichtler Konrad Spindler und Markus Egg konzentrieren sich auf die Ausrüstung und Kleidung der Gletschermumie. Die Forschungsergebnisse werden jetzt in einer Publikation des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz dargestellt und interpretieren erstmals die Kleidung und Ausrüstung in seiner Gesamtheit.
Noch bis zu seinem Tode 2005 arbeitete Konrad Spindler an der Gesamtdarstellung zur Kleidung der kupferzeitlichen Mumie. Spindler fasste zu allen Fundobjekten den Forschungsstand aller Einzeldisziplinen zusammen und interpretierte sie archäologisch. Markus Egg, dem die Fertigstellung und Herausgabe des Fachbuches zu verdanken ist, überarbeitete Spindlers Manuskripte und führte zusätzliche Materialanalysen an Kleidungsstücken durch.
Untersuchungen am Grasumhang, an der Bewaffnung und am Tragegestell erbrachten neue bemerkenswerte Erkenntnisse über die kupferzeitlichen Umweltbedingungen und Einblicke in den Alltag. Mit dem vorliegenden Band werden erstmals auch wissenschaftliche Detailzeichnungen der Universität Innsbruck von Kleidung und Beifunden veröffentlicht.
Ein faszinierendes Buch für spezialisierte Wissenschaftler und interessierte Laien, die Ötzis Welt noch besser kennenlernen wollen.
Markus Egg & Konrad Spindler
Kleidung und Ausrüstung der kupferzeitlichen Gletschermumie aus den Ötztaler Alpen
Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, Mainz 2009, 262 Seiten, gebunden, zahlreiche Abbildungen, 22 Farbtafeln und 12 herausnehmbaren Beilagen
90,00 Euro
ISBN 978-3-88467-125-2
Buchrezension von: Dr. Thomas Wardenbach Beratung und Pressebüro für Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Alpen":
Neuigkeiten von ÖtziKöln, 20.03.2010: Seit nahezu 20 Jahren beschäftigen sich weltweit Mediziner, Natur- und Geisteswissenschaftler mit dem Schicksal eines Mannes, der vor 5.300 Jahren in den Ötztaler Alpen verstarb. Heute zählt der Fall Ötzi wahrscheinlich zu den am gründlichsten untersuchten Kriminalfällen in der Menschheitsgeschichte.
Fairness unterm WeihnachtsbaumBerlin, 06.12.2009: Lebkuchen, Spielzeug, Kleidung und Schmuck unterm Tannenbaum sind typisch für das Weihnachtsfest zwischen Nordsee und Alpen. Dass diese Traditionen ohne den Handel mit Südasien nicht möglich wären, ist dabei nur wenigen bewusst. Dabei ist der Weg zu ganz besonderen Geschenken, von denen auch die Produzenten in Sri Lanka, Indien, Pakistan und Bangladesch etwas haben, häufig kürzer, als man denkt.
Geologie der AlpenKöln, 12.09.2009: Es gibt nur wenige Bücher, welche die Geologie der Alpen umfassend behandeln. Dem Schweizer Geologen O. Adrian Pfiffner, ist es gelungen den neuesten Stand der Forschung in diesem Buch verständlich und komprimiert zu präsentieren. Die hervorragenden Grafiken machen Lust auf Exkursionen. Denn Geologie kann man auch heute im digitalen Zeitalter immer noch am besten vor Ort entdecken und studieren, hierfür sei dieses Buch als Grundausrüstung empfohlen!
Der Fisch auf dem BergKöln, 29.07.2009: Wie kommen Muscheln, Korallen oder Fische auf einen Berg? Antworten auf diese und viele weitere spannende Fragen finden sich im Buch Der Ozean im Gebirge, einem geologischen Reisebegleiter durch die Schweiz.
Geo-Reiseführer Mittelland bis hochalpines GraubündenKöln, 23.07.2009: Für diejenigen, die ihren Sommerurlaub im Schweizer Mittelland, in der Ostschweiz oder Graubünden verbringen, bietet der Geo-Reiseführer von Michael Szönyi viele Zusatzinformationen mit interessanten Ausflugs- und Wandertipps.
Der Luchs kehrt zurückFrankfurt, 12.07.2009: Nach über 100jähriger Abwesenheit kehren die Luchse langsam in ihren alpinen Lebensraum zurück. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Umweltschutzorganisation WWF. Neben stabilen Populationen in den Schweizer Nordwestalpen und der Grenze zwischen Ostösterreich und Slowenien gilt nun auch eine Rückkehr der ersten Raubkatzen in die ...
Problembär in Sicht?Frankfurt, 09.04.2009: Mit dem Frühling kommt auch die Wandersaison der Braunbären in den Alpen so richtig in Fahrt. Nach Angaben der Umweltstiftung WWF gehen jetzt vor allem männliche Bären auf Wanderschaft, da sie nach dem langen Winterschlaf Nahrung suchen, um wieder zu Kräften zu kommen. Die Population in Norditalien sorgt dabei für Überraschungen. Während nahe Innsbruck Neuankömmling "Toni ein Zuhause gefunden hat, könnten - drei Jahre ...
Neue Bären für ÖsterreichFrankfurt, 21.08.2008: Die überwiegende Mehrheit der Österreicher (71 Prozent) würde eine Ansiedlung von Bären in Österreich begrüßen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des WWF. Derzeit leben in der Alpenrepublik nur noch zwei Bärenmännchen. "Das Umfrageergebnis beweist, dass die österreichische Bevölkerung Ja zu neuen Bären sagt", unterstreicht WWF-Bärenprojektleiter Christoph Walder.
Kein Heimvorteil für die Alpenkicker?Dortmund, 07.06.2008: Bei der diesjährigen EM sehen sich Österreich und die Schweiz im Vorteil. Von der lautstarken Unterstützung durch den "zwölften Mann auf dem Platz" - die heimischen Fans - erhoffen sich die Alpenkicker den entscheidenden Kick fürs eigene Spiel. Und auch für die deutsche Mannschaft könnten sich die Partien aufgrund der kurzen Anreisewege als Heimspiele erweisen. Dies ist allerdings nur dann ...
Bio- und Geodiversität der Schweizer AlpenKöln, 22.05.2008: Die Vertragsstaaten der UNO treffen sich vom 19. bis 30. Mai in Bonn, um den Zustand der Biodiversität zu beraten. Die Zeit drängt: Die Biodiversität nimmt nämlich immer noch ab, obwohl die Abnahme bis 2010 hätte gestoppt werden sollen. Rechtzeitig erscheint ein wunderbares Buch, das die beeindruckende Bio- und Geodiversität in den Schweizer Alpen zeigt.
Erstellt: 19. Maerz 2010




















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