Gärten und Politik - Vom Kultivieren der Erde
München, 10.03.2010: »Der Garten ist ein umschlossener Ort, dazu bestimmt, das Beste zu schützen: Pflanzen, Ideen und den Boden, worin beide wurzeln.« Gilles Clément. Orte der Verteidigung gegen die wilde Natur als solche haben Menschen von alters her Gärten und Städte angelegt.Sie verbanden dabei ökonomischen Nutzen mit ästhetischer Absicht. Heute ist die Erde weitgehend kultiviert und die Gebiete, die es nicht sind, sind bekannt und vermessen. Der Mensch hat sich die äußere Natur angeeignet und damit haben sich auch die menschliche Natur und das gesellschaftliche Leben verwandelt. In dem von Brita Reimers herausgegebenen Buch Gärten und Politik. Vom Kultivieren der Erde, das am 10. März im oekom verlag erscheint, zeigen Expert(inn)en verschiedener Fachrichtungen, wie der Mensch im Verlauf seiner Geschichte die Natur (um)gestaltet hat. Das reich vierfarbig bebilderte Buch beschäftigt sich mit bisher kaum beachteten Dimensionen von Gärten; es zeigt, wie der Mensch durch die Kultivierung von Gärten sein Wunschbild der Welt entworfen hat. Es bietet überraschende Erkenntnisse und schafft einen neuen und ungewöhnlichen Zugang zu dem hochaktuellen Thema Garten und Gärtnern.
Vom Bodenkundler bis zum Philosophen, vom Pflanzenzüchter bis zur Landschaftsarchitektin und zur Kunsthistorikerin Praktiker und Wissenschaftlerinnen zeichnen in diesem Buch ein vielfältiges Bild vom Garten: Ihre Blicke richten sich auf traditionelle Parks und städtebauliche Anlagen vom Fürstengarten über den Revolutionsberg bis zum Volkspark, von der Gartenstadt bis zur Stadtlandschaft. Klassische Kleingärten wie Haus-, Pacht- und Mietergärten werden ebenso beleuchtet wie alternative Gartenkulturen, die den Gemeinschaftsgarten als innerstädtischen Raum nutzen, etwa die in New York entstandenen Community Gardens oder Integrationsprojekte wie die interkulturellen Migrantengärten. Wie ein roter Faden zieht sich die politische Dimension von Gärten durch das Buch. Ein Beitrag zu Gefängnisgärten zeigt, wie das Gärtnern Nelson Mandela und Rosa Luxemburg während ihrer Haftzeit wieder hoffen lehrte. Das Buch greift die aktuelle Diskussion um die zeitgenössische Nutzung und Gestaltung von Gärten auf, die weit mehr betrachtet als Parks, öffentliche Plätze oder die von Gärtnern bewirtschaftete und von Künstlern gestaltete Landschaft. Für eine zukunftsfähige Stadtplanung stellt sich nämlich zunehmend die Frage, wie mit den Brachflächen umzugehen ist, die in schrumpfenden ostdeutschen Städten durch den Abriss von Häusern oder die Aufgabe von Industriegelände entstehen. Die Autor(inn)en spannen einen Bogen von der Renaissance bis zur Gegenwart, vom humanistischen Garten bis heute, da es erneut darum geht, eine humane Welt zu gestalten.
Ein Sammelband mit Beiträgen von R. Bake (Sozial- und Wirtschaftshistorikerin), J. Dettmar, (Landschaftsarchitekt), H. Frank (Architekturtheoretiker), T. Gladis (Biologe und Kulturpflanzenforscher), H. Günther (Philosoph), B. Horneburg (Gärtner und Pflanzenzüchter), R. Hücking (Journalistin), W. Kil (Architekturkritiker und Publizist), S. Koneffke (Dramaturgin), G. Miehlich (Bodenkundler), D. Möllmann (Kunsthistoriker), M. Oldengott (Landschaftsarchitektin), B. Olényi von Husen (Kunsthistorikerin), H.-H. Poppendieck (Botaniker), B. Reimers (Kulturhistorikerin), M. Rosol (Geographin), H. Stein (Historiker), U. Weilacher (Landschaftsarchitekt) und B. Wormbs (Landschaftsarchitektin).
Brita Reimers arbeitet als freie Lektorin. Sie studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Natur/Mensch. Sie veröffentlichte zu Kulturgeschichte und Gärten und ist Herausgeberin der Buchreihe »Gartenkultur«.
Brita Reimers (Hrsg.)
Gärten und Politik
Vom Kultivieren der Erde
320 Seiten, Hardcover, mit zahlreichen Abbildungen, komplett in Farbe
März 2010, oekom verlag, München
ISBN 978-3-86581-158-5
29,90 Euro
Autor: oekom verlag
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Garten":
„Abenteuer Faltertage“: Mit Stift und Zählbogen in die Natur Berlin, 24.08.2010: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft bundesweit dazu auf, am kommenden Wochenende (28. und 29. 8.) bei Ausflügen in die Natur, im Garten oder im Park Schmetterlinge zu zählen. Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich.
Loki Schmidt ehrt Mainzer Naturschützer für Projekte zur ArtenvielfaltMainz, 22.07.2010: Der 2. Juli 2010 war für die Naturgartenspezialisten des Gartenmarkts Ahornblatt ein großer Tag. Prof. Loki Schmidt, Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, verlieh den Mainzer Naturschützern einen Preis in Form einer stilisierten silbernen Pflanze. Damit ehrte die 91-jährige die professionelle und einfallsreiche Projektarbeit zum Artenschutz.
Lebensraum Totholz - Gestaltung und Naturschutz im GartenDarmstadt, 09.07.2010: Totholz ist die Grundlage für neues Leben und einer der wertvollsten Lebensräume überhaupt. Denn das tote Holz zersetzt sich in Wald und Natur zu wertvollem Humus für junges Grün. Die Artenvielfalt der beteiligten Pflanzen, Tiere und Pilze ist überwältigend.
Asia-Salate, Endivie und Feldsalat aus eigenem Anbau Bonn, 06.07.2010: Egal, ob als Kopf bildender Salat im Gartenbeet oder als Schnittsalat im Balkonkasten - Salate sind bei deutschen Hobbygärtnern sehr beliebt. Meistens ist es der bekannte Kopf- oder Eissalat, ab und zu auch ein Eichblatt- oder Kraussalat, der im heimischen Garten angebaut wird.
Sichtschutz im lebendigen Garten - Kreative Lösungen für Gartengrenzen, Sitzplätze und TerrassenDarmstadt, 29.06.2010: In jedem Garten, und sei er noch so klein, lässt sich ein ruhiges Plätzchen schaffen, abgeschirmt von Wind, Lärm und neugierigen Blicken. Auch unschöne Ecken können so versteckt werden, dass sie das Gartenbild nicht stören.
„Hart, aber herzlich“Frankfurt a. M., 30.04.2010: Wer seinen heimischen Garten oder Balkon zum Orang-Utan Schutzgebiet erklären möchte, dem rät der WWF in diesem Frühjahr zum Kauf von Gartenmöbeln mit dem FSC-Siegel. Das Siegel des Forest Stewardship Council garantiert international die umweltverträgliche und sozial gerechte Bewirtschaftung von Wäldern.
Gärten und Politik - Vom Kultivieren der ErdeMünchen, 10.03.2010: »Der Garten ist ein umschlossener Ort, dazu bestimmt, das Beste zu schützen: Pflanzen, Ideen und den Boden, worin beide wurzeln.« Gilles Clément. Orte der Verteidigung gegen die wilde Natur als solche haben Menschen von alters her Gärten und Städte angelegt.
Von Fallenstellern und Liebesschwindlern - Tierisch interessant!Darmstadt, 05.02.2010: Ob Glühwürmchen auf Brautschau, Libellen in Ekstase oder Spitzmäuse auf der Pirsch dem neugierigen Blick öffnet sich im Garten eine Welt voller Wunder. Das Buch »Von Fallenstellern und Liebesschwindlern«, erschienen im pala-verlag,
öffnet den Blick auf diese Welt.
Vielfalt-Entdecker aus Sachsen und Bayern gewinnen „Preis der Teilnehmer“Osnabrück/Großenhain/Höchberg, 17.12.2009: Strahlende Gesichter in Großenhain (Sachsen) und Höchberg (Bayern): Den Preis der Teilnehmer 2009 im bundesweiten Schüler- und Jugendwettbewerb der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) Entdecke die Vielfalt! gewinnen die Arbeitsgruppe (AG) Naturerlebnisgarten der 2. Mittelschule Am Schacht Großenhain und die Schülerfirma "Paper Angels" der Volksschule Höchberg.
„Wasser, Kunst & coole Köpfe“: Experimente mit dem kalten NassBad Essen, 04.11.2009: Ein Bad im Blütenmeer das können ab dem 23. April 2010 die Besucher Bad Essens nehmen. Die niedersächsische Landesgartenschau öffnet dann ihre Tore. Neben Garten- und Naturfreunden, Erholungssuchenden und Ausflüglern kommen in diesem Jahr besonders die jungen Gäste auf ihre Kosten. Auf sie wartet ein vielfältiges Spiel- und Erlebnisangebot.
Stand: 11. Maerz 2010
Erstellt: 10. Maerz 2010
Erstellt: 10. Maerz 2010




















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