Umweltjournal.de | Buchrezensionen  | Artikel Nr.: 1215

Buchrezension: Voyage - Jahrbuch für Reise- & Tourismusforschung - Schwerpunktthema: Reisen und Essen

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{b1l}Köln, 10.04.2002: Der Tourismus als einer der umsatzstärksten Wirtschaftszweige beeinflusst das Leben von Millionen Menschen.

Mehr denn je sind heute tiefergehende Analysen zum modernen Reisen gefragt. Wo liegen die Triebkräfte, was bewirkt der Tourismus?

Als interdisziplinäres Forum will die Buchreihe mit der fünften Ausgabe von „Voyage“ - Jahrbuch für Reise- und Tourismusforschung 2002 diese Diskussion anregen und vertiefen. Wissenschaftliche Beiträge und Essays analysieren den Drang in die Ferne und seine Folgen. Man kann am Fremden Geschmack finden. Aber auch Angst und Abscheu haben ihren Stammplatz auf der Zunge - Essen symbolisiert kulturelle Differenzen.

Die Touristik regaiert auf diese Ambivalenz: gastronomische Globalisierung geht einher mit dem Lob der regionalen Küche. Rund um Urlaubs-Kochkurse und Gastro-Reiseführer wird deutlich: Noch nie haben Essen und Trinken im Tourismus eine größere Rolle gespielt heute.

Folgende Beiträge snd u.a. im aktuellen Voyage enthalten:
  • Reiselust ist Freßlust von Wolfram Siebek
  • Die Regionale Küche von Wolfgang Pauser
  • Essen wie Gott in Frankreich von Bertram Gordon
  • Reisen und Schmecken von Dieter Richter
  • Erdbeeren am Nordpol von Anette Schneider
  • Die kulinarische Tour de France von Karin Becker
  • Wie das Essen auf die Räder kam von Wolfgang Griep
Das Buch enthält auch einen Beitrag des KATALYSE-Mitarbeiter Frank Waskow: Lebensmittel auf Reisen – Nahrungsmitteltransporte und die Globalisierung der Ernährung.

Der Beitrag setzt sich mit Nahrungsmitteltransporten und deren Folgen für Umwelt, Nutztiere und Ernährungskultur auseinander. Zum Einstieg wird ein kurzer historischer Rückblick gegeben, um dann die Gegenwart der reisenden Nahrungsmittel zu behandeln.

Aktuelle Beispiele aus dem umfangreichen Katalog der Transporte verdeutlichen die Zielkonflikte zwischen der Globalisierung der Ernährung einerseits und dem Erhalt regionaler Erzeuger- und Verarbeitungsstrukturen andererseits. Da der Güterverkehr auf der Strasse und in der Luft – trotz der hohen Umweltlasten – massiv subventioniert wird, ist es auch wirtschaftlich, an weit entfernten Standorten zu produzieren.
Dies führt nicht selten dazu, dass Nahrungsmittel für eine „neue Herkunft“ durch halb Europa transportiert werden – am meisten leiden Schlachttiere unter diesen Marktbedingungen.

Dumont, ISBN: 3-7701-5974-8
Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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Stand: 9. Oktober 2002
Erstellt: 10. April 2002

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