Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 3803

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Brasilianischer Regenwald wird elektronisch überwacht

Köln, 07.11.2002: „Sivam“ heißt das neue System, mit dem ab August 2002 der Regenwald im Amazonas-Gebiet überwacht werden soll. Voll funktionsfähig soll es aber erst in einigen Monaten sein. Mit dem umstrittenen 1,5 Milliarden Dollar teuren Projekt soll der Umweltschutz maßgeblich verbessert werden. In einem Areal von 5,5 Mio. km2 sollen aber außerdem die Landnutzung und der Luftraum überwacht sowie die Aktivitäten der Drogen- und Waffenhändler-Mafia und illegalen Holzfirmen eingedämmt werden. Sivam besteht aus einem Netz von 30 Flugzeugen und Radarsystemen, deren Sensoren mit 87 Bildempfangsstationen, Koordinationszentren und Monitoren verbunden sind. Nationalisten kritisieren die maßgebliche Teilnahme der amerikanischen Elektronik- und Rüstungsfirma „Raytheon Inc“. Indio-Verbände fürchten zudem eine größere Kontrolle durch das Militär. (MK)


Prinzip der Nachhaltigkeit nur schleppend umgesetzt

Pressemitteilung Deutscher Rat für Landespflege (DRL, Bonn), 01.06.02

Köln, 07.11.2002: Das Wort „Nachhaltigkeit“ ist zwar mit verschiedenen Bedeutungen in aller Munde, die konkrete Umsetzung des Prinzips Nachhaltigkeit entsprechend des Rio-Gipfels von 1992 ist jedoch nach wie vor mangelhaft. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kamen die Teilnehmer einer festlichen Fachveranstaltung zum 40-jährigen Bestehen des Deutschen Rat für Landespflege (www.landespflege.de) vom 1. bis 2. Juli 2002 in Berlin. Prof. Dr. Ernst U. von Weizsäcker betonte, dass sich die politischen Rahmenbedingungen zur Umsetzung von Nachhaltigkeit mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes zugunsten von Globalisierung und Wirtschaft bei gleichzeitiger Schwächung des einzelstaatlichen Handelns verändert haben. Auch in Staaten der westlichen Welt gehen die Staatshaushalte zurück, wodurch die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen erschwert wird. Hoffnung muss vor allem auf die Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen (NRO) gesetzt werden. Dr. Mario Broggi („Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft“, Birmensdorf, Schweiz) stellte heraus, dass der Naturschutz in der Gesellschaft weiter um Akzeptanz kämpfen muss. Trotz generellem Verständnis für die Belange des Naturschutzes würden Maßnahmen oft aus Unwissenheit und Angst vor Einschränkungen abgelehnt. Neue Herausforderungen für Natur- und Umweltschutz stellen die Globalisierung und die EU-Erweiterung dar, darin waren sich alle Tagungsteilnehmer einig. (TW)


Öko-Bauern arbeiten energieeffizienter


VDI nachrichten Nr. 23, 07.06.02

Köln, 07.11.2002: Angesichts des Nitrofenskandals haben Schweizer Forscher für die Biolandwirtschaft gute Nachrichten in schlechten Zeiten. "Wir haben gezeigt, dass organischer Landbau effizient ist, Energie spart, die Artenvielfalt erhält und die Böden für zukünftige Generationen gesund erhält.", erläutert Paul Mäder vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) in Frick im Magazin "Newscientist". Für die im Forschungsmagazin "Science" veröffentlichte Studie nahmen Mäder und David Duboes von der eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau in Zürich-Reckenholz über 21 Jahre hinweg auf 1,5 Hektar verschiedene Anbauweisen unter die Lupe. Bioanbau sei wesentlich energieeffizienter als konventionelle Landwirtschaft, denn für den Ökoacker braucht synthetischer Dünger weder hergestellt noch angewendet zu werden. Das Ergebnis: Bis zu 56 Prozent weniger Energie pro Ertragseinheit schlagen zu Buche. (MK)


Kaffee schützt Zähne vor Karies

Onlinedienst „Nature Update“ in WDR 5, Leonardo, 05.04.02

Köln, 07.11.2002: Der morgendliche Schluck aus der Kaffeetasse kann die Zähne vor Löchern schützen. In ihren Laborversuchen fanden italienische Forscher in frisch gebrühtem Kaffee mehrere Substanzen, die Mikroben der Art Streptococcus mutans abtöten konnten. So könne Kaffee wirksam die Bildung eines Biofilms auf den Zähnen, einer Vorstufe von Karies, verhindern, berichtet der Online-Dienst "Nature Update". "Diese Studien können uns helfen, den Zusammenhang zwischen Ernährung und Zahnlöchern zu verstehen", sagt Carla Pruzzo, Wissenschaftlerin an der Universität von Ancona. Mit ihren Versuchen an einer künstlichen Zahnoberfläche identifizierten sie drei aktive Substanzen im Kaffee, welche die Streptokokken abtöten konnten: Chlorogen-Säure, Nikotin-Säure und Trigonellin. Letzterer ist zudem Hauptverursacher des bitteren Aromas. Damit konnten die Forscher die bereits vermutete zahnschützenden Wirkung von Kaffee im Detail erklären. Koffein, das lange als die wesentliche bioaktive Komponente angesehen wurde, hat dagegen nur wenig Auswirkungen auf das Bakterienwachstum. Da diese antibakterielle Wirkung bisher nur im Reagenzglas nachgewiesen werden konnte, planen die Wissenschaftler bald Tierversuche an echten Zähnen. Andere Studien haben zudem in Tee und Preiselbeer-Saft bioaktive Substanzen belegen können. Eindeutig identifiziert könnten diese die Wirksamkeit von Mundwässern oder Zahnpasten steigern. (TW)

Weiterführende Links:
Universität Ancona: www.unian.it
Weitere Links zu Kaffeeforschung:
The Coffee Institute: www.coffeeinstitute.org
Coffee Research: www.coffeeresearch.org


Bakterien im Goldrausch

WDR 5, Leonardo, 22.05.02

Köln, 07.11.2002: Mit einfach durchzuführenden bakteriologischen Bodenuntersuchungen, die den Gehalt von Sporen ermitteln, lassen sich Goldlagerstätten mit hohem Goldgehalt aufspüren. Das ist das Ergebnis einer vierjährigen Forschungsarbeit in China, über die Hongmei Wang von der Ohio State University (www.osu.edu) auf der Jahrestagung der American Society for Microbiology berichtet. Bakterien der Gattung Bacillus sind im Gegensatz zu den meisten anderen Mikroben in der Lage, unter ungünstigen Bedingungen in einen Winterschlaf-ähnlichen Ruhezustand überzugehen. Bei Nährstoffmangel, Trockenheit oder erhöhter Konzentration giftiger Chemikalien stellen sie das Wachstum ein und umgeben sich mit einer schützenden Kapsel. So entstehen Sporen, die Jahrzehnte überdauern können.
Gold in löslicher Form ist toxisch für alle Lebewesen. Wie Laborexperimente zeigten, lösen erhöhte Konzentrationen an Goldsalzen bei Bacillus-Arten die Sporenbildung aus. Wang untersuchte den Gehalt an Bacillus cereus-Sporen in Bodenproben aus einem für seine Goldvorkommen bekannten Gebiet der chinesischen Provinz Sichuan. Es stellte sich heraus, dass in Böden mit goldhaltigen Erzen die Konzentration an Bacillus-Sporen um zwei bis drei Größenordnungen höher war als in angrenzenden Gebieten. In solchen Böden haben sporenbildende Bakterien einen Überlebensvorteil und stellen daher einen erhöhten Anteil an der gesamten Mikrobenpopulation dar.
"Der Nachweis von Bacillus cereus-Sporen im Boden ist einfacher und billiger als chemische Methoden der Boden- und Gesteinsanalyse", sagt Wang. Kombiniert mit anderen Analysemethoden, erleichtere eine derartige bakteriologische Bodenuntersuchung die Suche nach dem Edelmetall beträchtlich. (TW)


Neue Baumart in Vietnam gefunden

BBC, in WDR 5, Leonardo, 26.11.01

Köln, 07.11.2002: Die Entdeckung einer neuen Baumart vermeldet ein internationales Forscherteam aus Vietnam. Die Konifere stammt aus dem Norden des Landes; entsprechend wurde sie auf den Namen Vietnamesische Goldzypresse getauft.
Der kleine Nadelbaum fällt vor allem durch seine nadel- und schuppenförmigen Blätter auf. Nach Ansicht der Forscher könnte diese ungewöhnliche Beblätterung helfen, die Verwandtschaftsbeziehungen der Zypressen aufzuklären.
Die Art ist sehr selten und deshalb auch - kaum entdeckt - schon vom Aussterben bedroht. Bislang wurde sie ausschließlich auf kalkigen Berghängen nahe der Grenze zu China gefunden. Von der örtlichen Bevölkerung wird ihr duftendes Holz zum Errichten von Schreinen oder Särgen benutzt. (TW)
Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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Stand: 17. Jänner 2003
Erstellt: 7. November 2002
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