|
Köln, 06.06.2002: Drei Öko-Betriebe wurden im Januar auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin von Ministerin Renate Künast ausgezeichnetAm 18. Januar 2002 war es endlich soweit. Die vom
Unter Katalyse versteht man die Beschleunigung einer chemischen Reaktion. KATALYSE Institut ausgerichtete Veranstaltung zur Vergabe des Förderpreis Ökologischer Landbau 2002 wurde von Frau Bundesministerin Renate Künast im feierlichen Rahmen eröffnet. Zuvor musste sie sich im Bundestag noch wegen der Versetzung zweier Ministeriumsmitarbeiter infolge des Shrimps-Skandals rechtfertigen. So muss es wohl Balsam auf die Nerven der Ministerin gewesen sein, als sie dann gegen Mittag den Raum zur Preisverleihung betrat. Denn dort stimmte der Bauck-Chor unter Beteiligung der gut 400 Anwesenden einen dreistimmigen Kanon Dona nobis pacem" an.
Sichtlich gerührt und mit großer Freude schritt die Ministerin zur Tat. In ihrer Begrüßungsrede hob sie den Stellenwert des nach 2001 zum zweiten Mal vergebenen Förderpreises hervor. Er steht für einen der wichtigsten Mosaiksteine der neuen
Festgeschriebenes Ziel der Agrarpolitik in Deutschland und der EG ist es, die Existenz bäuerlicher Familienbetriebe zu sichern. Agrarpolitik, so die Ministerin. Sie lobte die Arbeiten der drei Preisträger: Sie betreiben Biolandbau kreativ, fortschrittlich und auf hohem Niveau. Außerdem ermutigte sie die vielen anderen Bewerber, die dieses mal leider nicht zum Zuge kommen konnten, am Ball zu bleiben, und es beim nächsten Mal erneut zu versuchen. Die drei Preisträger teilen sich das Preisgeld in Höhe von insgesamt 25.000 Euro. Erfreulich für die drei Preisträger ist, dass die
Zukunftsstiftung Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft ihnen insgesamt weitere 12.250 Euro zukommen lässt. Stiftungsrat Albert Fink betonte in seiner Rede, dass die Zukunftsstiftung Landwirtschaft die Preisträger auszeichnet, um den Leitbildcharakter des ökologischen Landbaus hervorzuheben.
Im Anschluss an diese Preisverleihung wurde
Jan von Ledebur, unter anderem Mitbegründer und ehemaliger Vorstand der
Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL), von Ministerin Künast für sein Lebenswerk und seine pionierhaften Leistungen für den ökologischen Landbau mit der
Professor-Niklas-Medaille ausgezeichnet.
Die Betriebsfläche des
Dottenfelderhof in Bad Vilbel (Hessen) beläuft sich auf rund 160 ha, wovon 153,5 ha als landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet werden. Der
Demeter ist das Markenzeichen für Produkte aus biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise. Demeter-Hof wird seit 32 Jahren biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Die Hofgemeinschaft umfasst sechs Familien, außerdem Gehilfen, Lehrlinge, Praktikanten und weitere Mitarbeiter. Rund 50 vollbeschäftigte Personen tragen zum wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes bei. Auf dem Hof wird ein äußerst vielseitiger Ackerbau, Viehhaltung,
Die wichtigsten O.-Arten werden wie Gemüse zur Vermarktung nach Handelsklassen eingeteilt. Obst- und Gemüsebau betrieben. Im Betrieb ist die Verarbeitung als Bestandteil des Ganzen in einem geschlossenen Kreislauf hervorzuheben. Dazu gehören eine Hofmolkerei sowie eine Bäckerei. Die Produkte werden neben dem Weiterverkauf an den regionalen Einzelhandel auch direkt in zwei Hofläden und auf Wochenmärkten vermarktet.
Der Hof unterhält auch eine Weiterbildungseinrichtung
Landbauschule Dottenfelderhof, in der neben einem landwirtschaftlichen Studienjahr und zwei einmonatigen Weiterbildungskursen im Winter auch Tagungen zur Saatguterzeugung und zur Züchtung abgehalten werden. Die Jury zeichnet die beispielhafte Integration der
Forschung und Züchtung von Saatgut als festen Bestandteil in den Gesamtbetrieb aus und möchte insbesondere die Leistungen zur Sicherung und Weiterentwicklung von Gemüsesorten würdigen. Die Sorten sind in Zusammenarbeit mit anderen Gärtnern, und seit 1994 im Namen des Vereins Kultursaat, Verein zur Förderung der biologisch- dynamischen Gemüsesaatzucht, gem. e.V., entwickelt worden. Sie werden von den Mitgliedern des Initiativenkreis für Saatgut aus biologisch-dynamischem Anbau vermehrt und im Gemüsekatalog der Bingenheimer Saatgut AG angeboten. Außerdem soll hervorgehoben werden, dass durch das Engagement des Dottenfelderhofes und seines Umfeldes die Züchtung in erster Linie im Interesse des Allgemeinwohls betrieben wird. Ein besonderes Augenmerk gilt der Erhaltung genetischer
Der Begriff Ressourcen bezeichnet die Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe oder Mittel um bestimmte Aufagben zu lösen.Ressourcen. Auf die Selektion nach Geschmacksmerkmalen und nach der Harmonie im Wachstum wird ein anderer Schwerpunkt gesetzt, als in der konventionellen Züchtung, wo Ertrag und äußere Qualität im Vordergrund stehen. Alle Vorgehensweisen sind einfach nachzuvollziehen und daher sehr gut auf geeignete Betriebe übertragbar.
Der
Bauckhof in der Lüneburger Heide hat sich mit seinem umfassend ökologisch geführtem, soziale und vielfältige ökonomische Belange integrierenden Betrieb beworben. Der Bauckhof verfügt mit seinen drei
Demeter ist das Markenzeichen für Produkte aus biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise. Demeter-Höfen (Amelinghausen, Stutensen und Klein Süstedt) über eine Gesamtbetriebsfläche von 366 ha, wovon 207 ha bewirtschaftet werden. Der Bauckhof wurde 1932 auf biologisch-dynamische Wirt-schaftsweise umgestellt und 1966 von privatem Familienbesitz in gemeinnütziges Eigentum über-führt. Damit soll für die Zukunft sichergestellt werden, dass auf dem Bauckhof immer biologisch-dynamischer Landbau betrieben wird. 32 Personen sind in Landwirtschaft und Gärtnerei beschäftigt. Insgesamt arbeiten rund 140 Menschen auf den drei Höfen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die
sozialtherapeutische Gemeinschaft mit 26 zu betreuenden Menschen und die Durchführung von landwirtschaftlichen Schulpraktika (jährlich ca. 10 Schulklassen im 9. und 10. Schuljahr, Dauer 14 Tage). Eine Pension bietet 40 Gästen eine Unterkunft. Besonders erwähnenswert ist auch die Nutzung regenerativer Energien.
Die Produkte aus der Hofbäckerei und molkerei, Fleischwaren, Gemüse, Obst, Getreide etc. werden im großzügigen Hofladen (mit Café), im Postversand und über
Demeter ist das Markenzeichen für Produkte aus biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise. Demeter-Großhändler in ganz
Der Name Europa wird heute häufig synonym für die Europäische Gemeinschaft (EG) verwendet, die jedoch nur einen Teil von E. umfaßt. Dem geographischen Umfang nach ist E. mit etwas über 10 Mio km2 der zweitkleinste Erdteil. Europa an Großverbraucher, Einzelhandel und Küchen verkauft und sichern die wirtschaftliche Existenz. Die Jury möchte besonders das Engagement im
landwirtschaftlichen Unter Naturschutz versteht man alle Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung von wildlebenden Arten (Pflanzen und Tiere), ihrer Lebensgemeinschaften und natürlicher Lebensgrundlagen sowie zur Sicherung von Landschaften unter natürlichen Bedingungen.Naturschutz durch die Heckenpflanzungen (ca. 12 km) und die Integration von Ameisenvölkern in den Ackerbau würdigen. Außerdem soll das Engagement für die Ausbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses und die Bildungsarbeit mit Schülern gewürdigt werden. Der
Ökologische Obsthof Schneider bei Frankfurt a.M. hat sich mit seiner Vermarktungsstrategie von sortenreinen Apfelweinen und seiner
Schoppenwirtschaft beworben. Die Betriebsfläche beträgt insgesamt 11,2 ha, wovon 10,8 ha bewirtschaftet werden. Die Umstellung erfolgte 1994 und es sind saisonal bedingt bis zu 10 Personen in diesem Familienbetrieb mit reiner Direktvermarktung beschäftigt.
Der Obsthof Schneider stellt aus sortenreinen Obstsäften Obstweinspezialitäten her und bietet daneben verschiedene Brotaufstriche und Dörrobst (Äpfel sowie Erd- und Himbeeren) an. Auch werden Wildsorten (z.B. wilde Birnensorten oder dem Speierling) mitverarbeitet.
Im Hofladen werden neben dem eigenen Obst in geringem Umfang auch Gemüse und weitere Produkte von benachbarten Bio- Höfen angeboten.
Ein Beispiel für eine gute Kreislaufwirtschaft ist die Ausbringung des Tresters (welcher heute teilweise als Sondermüll in der konventionellen Landwirtschaft entsorgt wird) auf die Apfelplantagen. Die Kooperation (Abnahme der Äpfel) mit Eigentümern von Streuobstwiesen trägt zur Pflege und Erhaltung der
Durch menschliche Einwirkungen strukturell veränderte Naturlandschaft.Kulturlandschaft bei.
Veranstaltung in der Schoppenwirtschaft wie Kelterfeste sind öffentlich wirksam und tragen zur Bereicherung der regionalen Kultur bei. Auf der Obstplantage besonders hervorzuheben ist die anzutreffende
Sortenvielfalt von Birnen, Mostäpfeln über Lokalsorten bis hin zu Raritäten, wodurch ein wichtiger Beitrag zum Erhalt genetischer
Der Begriff Ressourcen bezeichnet die Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe oder Mittel um bestimmte Aufagben zu lösen.Ressourcen geleistet wird. Als besondere Innovation bewertet die Jury die Herstellung von Apfelwein durch Lagerung in Barrique-Fässern. (TW)
110 Öko-Betriebe hatten am bundesweit ausgeschriebenen Förderpreis teilgenommen (siehe auch KATALYSE Nachrichten Nr. 34 und 33). Die unabhängige Jury, bestehend aus Vertretern der Ökolandbau- Verbände, der Wissenschaft, der Länder und aus der Ökolandbaupraxis, hat nach der Besichtigung von insgesamt fünf potenziellen Preisträgerbetrieben im September 2001 beschlossen, einen ersten und zweimal den zweiten Platz zu vergeben. Die Ministerin stimmte den Vorschlägen der Jury, folgende Betriebe mit ihren beispielhaften Leistungen und Lösungen als Preisträger auszuzeichnen, im vollen Umfang zu. Vorsitzender der vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) berufenen Jury ist der Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings Helmut Röscheisen.
1. Preis (Preisgeld 10.000 Euro):
Landwirtschaftsgemeinschaft Dottenfelderhof, Bad Vilbel (Hessen)
2. Preis (Preisgeld 7.500 Euro):
Bauckhof, Amelinghausen (Niedersachsen)
2. Preis (Preisgeld 7.500 Euro):
Obsthof Schneider, Frankfurt/Nieder- Erlenbach (Hessen)
Die ausgezeichneten Betriebe freuen sich auf Ihren Besuch hier sind die Adressen:
Dottenfelderhof61118 Bad Vilbel
Fon: (0 61 01) 52 45 82
Fax: (0 61 01) 52 45 89
E-Mail: dottenfelderhof@t-online.de
Internet: www.dottenfelderhof.de
BauckhofDuhenweitz 4
29571 Rosche
Fon: (0 58 03) 987 30
Fax: (0 58 03) 12 41
E-Mail: info@bauckhof.de
Internet: www.bauckhof.de
Ökologischer Obsthof am SteinbergAndreas und Tatjana Schneider
Am Steinberg 24
60437 Frankfurt a.M.
Fon: (0 61 01) 4 15 22
Fax: (0 61 01) 49 74 84
- Reden und Pressemitteilungen zur Veranstaltung am 18. Januar 2002 auf der Grünen Woche in Berlin und weitere Informationen zum Förderpreis Ökologischer Landbau des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft finden Sie im Internet unter www.FoerderpreisOekologischerLandbau.de
- Informationen über die Zukunftsstiftung Landwirtschaft finden Sie unter www.zukunftsstiftung-landwirtschaft.de