Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 3191

Eine delikate Bereicherung auf der Speisekarte: Öko-Forellen aus dem Bergischen Land

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Köln, 06.06.2002: Die Bergische Fischzuchtanstalt Rameil kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Der im Jahre 1928 von Josef Rameil bei Lindlar im Sülztal gegründete Betrieb ist europaweit der erste Betrieb, der sich für die Umstellung auf ökologische Fischzucht entschieden hat und im Jahr 2000 durch den Naturland-Verband zertifiziert wurde.

Das Bergische Land bietet die idealen Vorraussetzungen zur Zucht von Forellen. Mitten im Naturpark Bergisches Land werden die Öko-Forellen und andere Süßwasserfische mit hohen Lebensqualitätsansprüchen gezüchtet. Neben Regenbogenforelle erzeugt der Betrieb Rameil auch die im Bergischen Land ansässigen Bachforellen aus einheimischen Zuchtstämmen. Der Betrieb wird heute in der dritten Generation von Michael Rameil, Sohn des jetzigen Inhabers Hans-Hugo Rameil, geführt. Mit einer Teichfläche von rund 4 Hektar und einer Erzeugung von 35-50 Tonnen Speisefisch im Jahr gehört er zu den größeren Fischzuchtbetrieben Deutschlands und beschäftigt 8 Mitarbeiter. Lebensmittel aus der Fischzucht fallen zurzeit nicht unter die EG-Öko-Verordnung (2092/91) des ökologischen Landbaus. Deshalb entwickelt Michael Rameil in enger Zusammenarbeit mit Naturland die “Ökologische Aquakultur” und leistet damit echte Pionierarbeit. Dazu gehörte auch die Entwicklung eines ökologischen Forellenfutters. Die Vorteile der ökologischen Fischzucht sollen im Folgenden anhand der wichtigsten Aquakultur- Richtlinien nach Naturland verdeutlicht werden:
  • Anders als beispielsweise Rinder sind Salmoniden, wie die Forelle oder der Saibling, fleischfressende Raubtiere. Deshalb ist der Einsatz von Fischmehl nicht nur notwendig, sondern auch Voraussetzung für eine artgerechte Fütterung dieser Fische.
  • Im Öko-Forellenfutter ist der Fischmehl- Anteil mit 50 Prozent vergleichsweise gering. Die andere Hälfte besteht aus pflanzlichen Rohstoffen. Weizen, Sojabohnen, Kartoffeleiweiß, Erbsenmehl und Maiskleber stammen allesamt aus ökologischem Anbau. Nach Naturland-Kriterium darf kein Fischmehl aus der so genannten “Gammelfischerei” eingesetzt werden. Alternativ werden nur Reste aus der Speisefisch-Verarbeitung verwendet.
  • Die Einhaltung der Richtlinien zwingt zu einem vollständigen Verzicht auf den prophylaktischen Einsatz allopathischer Mittel. Erste Aufzuchtergebnisse zeigen, dass sich die Haltung nach ökologischen Richtlinien positiv auf die natürliche Robustheit der Fische auswirkt.
    Die Fischzuchtanlage des Betriebes ist fest in eine Naturlandschaft integriert. Naturteiche (keine Betonbecken!), begrünte Teichdämme, Bäume und Hecken sind feste Bestandteile der Rameil-Teichbau-Philosophie. Dadurch können die Forellen bis zu 5 Prozent ihrer benötigten Nahrung aus natürlichen Nahrungsquellen aufnehmen (Flohkrebse, Wirbellose und Insekten). Das Angebot an natürlichen Futterquellen kommt dem angeborenen Jagdverhalten der Raubfische entgegen und ist artgerecht.
  • Artgerechte Tierhaltung wird durch die vergleichsweise geringe Produktionsintensität gewährleistet, was in erster Linie auf den geringeren Fischbesatz je Kubikmeter Wasser zurückzuführen ist. Die Besatzdichte beträgt ca. 10 kg Fisch pro Kubikmeter Wasser. Bei konventionellen Zuchtbetrieben kann der Besatz bei ausreichendem Sauerstoffgehalt bis zu viermal so hoch sein. Der erhöhte Bewegungsspielraum für die pfeilschnellen Fische vermeidet stressbedingte Krankheiten und führt letztlich zu einem besseren Produkt.

Erste Auszeichnung für Rameil

Michael Rameil möchte seiner Kundschaft eine Alternative bieten. So soll der Verbraucher entscheiden, ob er die gewöhnliche Zucht-Forelle oder den naturnah aufgewachsenen Raubfisch auf dem Teller bevorzugt. Auf der Fachmesse “BIO FACH” in Nürnberg würdigten Experten die Rameil-Forellen und zeichneten sie als “Produkt des Jahres 2001, Kategorie Naturkost” aus.
Um dem Verbraucher ein hochwertiges, wohlschmeckendes, ökologisch zertifiziertes Nahrungsmittel zu garantieren, wurde eine neue Erzeuger-Marke im Naturkostfachhandel für Fisch aus ausschließlich ökologischer Aquakultur etabliert. Unter dieser Dachmarke namens “TEICHGUT” soll schrittweise die Anzahl der Produkte – neben Forellen Karpfen und Krebsen – erhöht werden. (IM)

Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.teichgut.com
Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 6. Juni 2002
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