Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 3143

Der Kölner Wald ist FSC-zertifiziert! Die Stadt bietet Kölner Bürgern die Nutzung des Holzes unter Auflagen an

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Köln, 28.05.2002: Kritische Verbraucher kennen es bereits, das FSC (Forest Stewardship Council)-Zertifikat. Es ist das bisher einzige international gültige Öko-Wald-Siegel, welches eine ökologische und sozial verträgliche Holzproduktion garantiert und von allen führenden Umweltorganisationen als solches anerkannt wird.
Für die meisten Verbraucher bezieht sich dieses Siegel jedoch auf exotische Hölzer, wie z.B. Gartenmöbel aus Tropenholz. Dass auch einheimische Wälder zertifiziert werden können, ist nur wenigen Verbrauchern bekannt. Dabei ist die Nutzung einheimischer Hölzer noch ökologischer als der Import FSC-zertifizierten Tropenholzes. Das Engagement der Stadt Köln halten wir daher für vorbildlich, denn von deutschen und europäischen Waldbesitzerverbänden wird eher das PEFC (Pan European Forest Certification) propagiert, welches vorwiegend ökonomische Interessen der Forstwirtschaft berücksichtigt.
Mit gutem Beispiel vorangehen!
Da stellt sich die Frage, warum sich die Stadt Köln gerade um das FSC-Zertifikat bemüht hat. Die Stadt Köln fühlt sich zur Umsetzung der Beschlüsse von Rio im Rahmen der Lokalen Agenda 21 auf kommunaler Ebene verpflichtet. Sie sieht sich auch hier in einer Vorbildfunktion: “Wir können nicht den Raubbau an den Wäldern der Tropen verurteilen, den Schutz der Urwälder fordern und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder aufrufen, wenn wir nicht selbst mit gutem Beispiel vorangehen”, so Werner Adams vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln.
Kölner Wälder haben eine lange Tradition Noch Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Köln kaum Wald. Mit der Anlage des “Äußeren Grüngürtels” und der Aufforstung von über 1000 Hektar Wald seit 1960 wurden in Köln in beispielhafter Weise neue Waldflächen angelegt und zusätzliche angekauft. Der Wald hat viele Funktionen. Erholungssuchende Bürgerinnen und Bürger finden Ruhe und er dient als Natur- und Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere. Heute besitzt Köln 3.800 Hektar eigenen Wald. Das FSC-Zertifikat bescheinigt, dass dieser Wald vorbildlich bewirtschaftet wird:

Im Kölner Wald gibt es keine Kahlschläge. Die Nutzung von Holz darf grundsätzlich den Zuwachs nicht übersteigen.

Biozide werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr eingesetzt.

Monokulturen aus Nadelhölzern werden in Laubmischwälder umgebaut. Der Wald der Stadt besteht heute zu 80 Prozent aus Laubholz. Am Rhein entstehen aus monotonen Pappelbeständen artenreiche Auenwälder. Langfristiges Ziel ist es, den noch jungen Kölner Wald zu einem naturnahen Laubmischwald zu entwickeln.

Es wird darauf geachtet, dass wo immer möglich das “Holzrücken” mit Pferden durchgeführt wird; dieses Verfahren ist bodenschonend und abgasfrei.
Köln setzt auf eine natürliche Verjüngung des Waldes. Aus den Samen alter Bäume wächst die neue Waldgeneration heran und wird nicht von Menschenhand “aufgeforstet”. Durch das nebeneinander verschieden alter Bäume wird der Wald stufig und besonders stabil, da in den Lücken, die durch das Absterben oder die Entnahme von alten Bäumen entstehen, junge Bäume nachwachsen.

Die Zersetzung von Totholz bildet ein wichtiges Glied im Nährstoffkreislauf des Waldes. Deshalb wird der Wald nach einer Durchforstung nicht “aufgeräumt”, sondern die Kronen der geschlagenen Bäume werden zur Verrottung liegen gelassen. Dort wo es die Verkehrssicherheit zulässt, werden abgestorbene, noch stehende Bäume als “Biotopbäume” bewusst erhalten. Sie bieten einer Vielzahl von Tieren, wie z.B. Spechtarten und Insekten, Nahrung und Unterschlupf. (RS)

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln können sich mit dem Holz aus ihrem heimischen Wald selbst versorgen. Wer beispielsweise Brennholz für den Kamin oder Ofen braucht, kann beim Stadtförster einen Holzleseschein kaufen und sich danach das Holz selbst im Wald sammeln. Wer daran interessiert ist, Holz zur Herstellung von Brettern, Zaunpfählen, für Schnitzarbeiten oder für andere Zwecke zu erwerben, sollte sich an die Forstverwaltung der Stadt Köln wenden.
Fon: (0221) 221-25 15 1

Mit dem FSC wird der Weg jedes gefällten Baumes bis zum fertigen Möbelstück dokumentiert. Beim Kauf von Möbeln sollte man darauf achten, dass jedes einzelne Möbelstück mit dem Siegel ausgezeichnet ist. Ein einzelnes Zertifikat, im Verkaufsraum deponiert, reicht nicht aus! Die Verbraucherzentrale NRW gibt eine Broschüre heraus, aus der hervorgeht, wo Möbel mit dem FSC-Gütesiegel angeboten werden. Weitere Informationen über FSC erhalten Sie unter www.fsc-deuschland.de
KATALYSE Nachrichten Nr. 35 1/02
Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 28. Mai 2002
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