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Köln, 06.06.2002: Die überarbeitete und erweiterte Auflage des Katalyse-Klassikers Elektrosmog ist erschienen.
Man sieht, hört und riecht ihn nicht, jedenfalls nicht direkt: den Elektrosmog.In den letzten paar Jahren ist in der Öffentlichkeit vornehmlich von
770 Millionen Handys sind weltweit bis Anfang 2001 verkauft worden. Im Laufe des Jahres 2002 wird voraussichtlich eine Milliarde Handys erreicht sein. Viele Experten sind Anfang der 90er Jahre davon ausgegangen, dass im Jahr 2000 auf dem Weltmarkt gerade 60 Millionen Geräte verkauft sein würden.
Mobilfunk die Rede, wenn es um das Problem der gesundheitlichen Auswirkungen von
Der Begriff E. beschreibt das Phänomen, daß wir infolge fortschreitender Elektrifizierung in immer größerem Umfang niederenergetischer elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind, die wir mit unseren Sinnesorganen nicht wahrnehmen können. Elektrosmog geht. Durch die direkt sichtbaren Strahlungsquellen (auf Gebäuden und neu errichteten Masten) wird der Mobilfunk deutlich wahrgenommen. Weniger Probleme scheint es mit Radio- und Fernsehsendern zu geben, obwohl diese wesentlich höhere Strahlungsintensitäten haben. In diesen Fällen spricht man von Hochfrequenz, abgekürzt HF. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Mindestens genauso viel Beachtung verdienen die Elektrosmog-Belastungen durch elektrische Geräte und Anlagen in Haushalten, im beruflichen Umfeld und in der Freizeit. Hier handelt es sich überwiegend um so genannte niederfrequente Felder (NF, 50 Hz). Die Trafo-Stationen der Stromversorgung sind wenig auffällig, aber deshalb nicht weniger vorhanden und belastend. Große imposante Umspannwerke sind noch seltener und meist fernab von Wohngebieten.
Gesundheitliche Gefährdungen sind im Niederfrequenzbereich besser untersucht und gesichert als im Hochfrequenzbereich. Nicht nur das immer wieder diskutierte
Die Abschätzung eines individuellen K. oder eines Risikos, das aufgrund bestimmter krebsauslösender Substanzen entsteht, ist äußerst problematisch und wird demzufolge kontrovers diskutiert. Krebsrisiko spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch eine anderes Problem verdient mehr Aufmerksamkeit: die Elektrosensibilität. Noch immer wird die Existenz dieser Gesundheitsbeeinträchtigung weitgehend bestritten, obwohl sie durch mehrere Doppelblindstudien bestätigt wurde. Nach Schätzungen liegt die Zahl der Personen, die bereits eine Elektrosensibilität entwickelt haben, bei 24 Prozent und sie wird weiter ansteigen. Meist sind die betroffenen Personen Allergiker.
Welche Feldstärken findet man im täglichen Umfeld?Die Mikrowelle, Wasch- und Spülmaschine in der Küche,
Beim F. werden mittels eines auf einen fluoreszierenden Schirm treffenden Elektronenstrahles zeilenweise kodierte Bilder sichtbar gemacht. Fernseher, Stereoanlagen und
C. (bzw. allgemein Mikroelektronik) sind in Sachen Umwelt Helfer und Sünder zugleich. Computer in Wohn- und Kinderzimmer sind nur einige Beispiele für ständige Feldquellen (NF und HF). Aus den beiden Tabellen sind einige Feldstärken ersichtlich. In vielen Fällen kann man selbst beeinflussen, ob man sich den Feldern aussetzen will; man muss sich keinen Mikrowellenherd oder elektrischen Dosenöffner kaufen. Manchmal kann aber auch durch die Elektroinstallation im Haus ein hohes Magnetfeldniveau erreicht werden, wenn z..B. eine Trafo-Station direkt im oder am Haus steht und man im Erdgeschoss wohnt. Werden viele Haushalte von diesem Trafo versorgt, können die Felder sehr hoch werden, denn das Magnetfeld ist umso größer, je mehr Geräte eingeschaltet sind, und es lässt sich kaum abschirmen. Magnetfeldstärken von 110 µT werden dabei durchaus erreicht. Zur Orientierung: Der Grenzwert liegt bei 100 µT (Mikro-Tesla). In der seriösen Wissenschaft ist heute allgemein akzeptiert, dass Werte oberhalb von 0,2 µT zu einem erhöhten Krebsrisiko führen. Wer ein
siehe Stichwort "Mobilfunk"Handy hat und damit telefoniert, ist einer stärkeren
Strahlung ist Energie, die in Form von Wellen bzw. Teilchen ausgesandt wird. Als Strahlung bezeichnet man die elektromagnetische Strahlung dazu gehören Radiowellen, Mikrowellen, Infrarotstrahlung, Licht, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung, Gammastrahlung, und die beim radioaktiven Zerfall entstehende Teilchenstrahlung, wozu Alphastrahlung, Betastrahlung und Neutronenstrahlung gerechnet werden (ionisierende Strahlung).Strahlung ausgesetzt als durcheine Basisstation auf dem
Geneigte D. sind weniger bauschadensanfällig und sollten Flachdächer vorgezogen werden. Dach des Nachbarn. Allerdings: Wer kein
siehe Stichwort "Mobilfunk"Handy möchte, ist der Strahlung der Basisstation trotzdem ausgesetzt. Die Strahlung von Radio- und Fernsehsendern ist auch immer da, außerhalb von Gebäuden wie innerhalb. Sie kommt nicht nur über die Antenne oder das Kabel ins Wohnzimmer, denn Gebäude können die Strahlung nicht völlig abschirmen. Wenn das Internet zukünftig über die Stromversorgung kommt, haben wir eine weitere Quelle frei Haus (30 MHz).
Um die Belastung mit diesen Hochfrequenzstrahlungen einschätzen zu können, muss man die Leistung der Strahlungsquelle und die Entfernung davon berücksichtigen. Ab welcher Leistungsflussdichte eine Gesundheitsgefährdung droht, ist derzeit nicht bestimmbar. Sicher ist, dass das
siehe Stichwort "Mobilfunk"Handy am Ohr Veränderungen im Gehirn auslöst. Eine akute Schädigung ist ausgeschlossen, über Langzeitwirkungen können uns erst künftige Generationen Auskunft geben. Nur eines ist sicher: Die
Rechtliche zulässige Höchstwerte für Emission und Immission von Schadstoffen, Lärm, Strahlung usw., die oft recht willkürlich festgelegt werden und dem Anspruch nach Bevölkerung und Umwelt vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen schützen sollen. Grenzwerte bieten keinen Schutz (je nach
Bei sich periodisch wiederholenden Vorgängen gibt die F. die Zahl der Schwingungen pro Zeit an. Frequenz zwischen 40 und 60 V/m bzw. 0,45 und 0,99 mW/cm2 = 450 990 µW/cm2). Nachdem im Frühjahr letzten Jahres von Umweltminister Trittin angekündigt worden war, dass die Elektrosmog-
siehe Rechtsverordnung.Verordnung (26. BImSchV) novelliert werden soll, konnte man auf eine Senkung der Grenzwerte hoffen. Aber Ende des Jahres verlautete aus dem Umkreis des Kanzlers Schröder, eine Verschärfung der Grenzwerte sei nicht geplant. Das hätte nämlich zur Folge, dass die Betreiber mehr Mobilfunkanlagen errichten müssten mit niedrigeren Emissionen. Das würde für die Betreiber von UMTS einen Mehraufwand von ca. 9 Milliarden EUR bedeuten. Allerdings soll mehr für die Forschung und die Information der Bevölkerung getan werden, das Thema Mobilfunkantennen in der Nähe von Schulen und Kindergärten soll sensibler behandelt werden und
A. nennt man Schutzeinrichtungen, die insb. Menschen vor ionisierender Strahlung schützen sollen.Abschirmung sowie Kennzeichnung der Handys soll verbessert werden. Ob und wann die
Auch als sekundärer Sektor bezeichnet, in Abgrenzung von Landwirtschaft (primärer Sektor) und Dienstleistungen (tertiärer Sektor). Industrie reagieren wird, bleibt ihr überlassen. Sendungen wie Quarks & Co zum Thema Elektrosmog (29.01.2002 im WDR-Fernsehen) legen auch eher nahe, dass die Strahlung des Mobilfunks harmlos ist. Das ist bedauerlich und sollte nicht dazu führen, die potenzielle Gefährdung aus den Augen zu verlieren.
Eigeninitiative ist das StichwortOb die Grenzwerte gesenkt werden oder nicht: der (so oft zitierte) mündige Bürger ist gefordert und für
Als Elektrosensible werden Menschen bezeichnet, die körperliche Beschwerden auf das Vorhandensein von elektrischen, magnetischen oder elektromagnetischen Feldern (EMF) zurückführen.elektrosensible Menschen ist ohnehin kein Grenzwert maßgebend. Jeder ist selbst verantwortlich und muss eigenverantwortlich für seine
Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Gesundheit sorgen. Minderungsmaßnahmen gibt es viele, z.B. durch Abstand halten oder Verzicht auf entbehrliche Geräte oder auch durch Installation eines Freischalters. So sollte man bei Neubau oder
Nachträgliche Verbesserung einer umweltbelastenden Anlage oder eines umweltbelastenden Raumes.Sanierung von Wohnraum von vornherein Abschirmungsmaßnahmen einbeziehen. Möglichkeiten und Materialien dazu gibt es mittlerweile genug. Bei fachgerechter Ausführung von erfahrenen Handwerkern können die Felder erheblich reduziert werden. Dies muss allerdings immer nach Beendigung der Installation durch Messungen überprüft werden.
Manche technische Neuerung beschert uns auch durch ihre technischen Eigenschaften geringere Feldstärken: z.B. die neuen Flachbildschirme für Computer. Sie brauchen weniger
Als Energie wird die Fähigkeit eines Systems bezeichnet, Arbeit zu leisten. Verschiedene Formen von Energie sind: Wärme, chemische, mechanische und elektrische Energie, die sich ineinander umwandeln lassen.Energie und emittieren geringere Strahlung so gibt es finanzielle und gesundheitliche Vorteile. (IW)
Unter Katalyse versteht man die Beschleunigung einer chemischen Reaktion. KATALYSE Nachrichten Nr. 35 1/02
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Ob ein Warngerät, das optische und akustische Signale bei erhöhten Feldstärken abgibt (VDInachrichten 23.11.2001), vorübergehend die richtige Lösung ist? Vielleicht zumindest bis es genügend
Als Elektrosensible werden Menschen bezeichnet, die körperliche Beschwerden auf das Vorhandensein von elektrischen, magnetischen oder elektromagnetischen Feldern (EMF) zurückführen.elektrosensible Menschen gibt, dass jeder einen kennt, der als
Ein I. zeigt das Erreichen oder die Veränderung eines Zustandes an. Indikator fungieren kann. So wird das Thema Elektrosmog wohl zum Dauerbrenner.
Mehr Informationen und Hintergründe finden Sie in:
KATALYSE Institut (Hrsg.)
Elektrosmog Grundlagen, Grenzwerte,
Verbraucherschutz5., überarbeitete und erweiterte Auflage,
C. F. Müller Verlag, Heidelberg 2002,
255 Seiten, 27,80 EUR, ISBN 3-7880-7679-8
Aus dem KATALYSE Institut