Trickreiche Erzwespe
München, 19.03.2005: Wie alle Männchen möchten auch Erzwespen ihre Paarungschancen optimieren. Das kleine Insekt hat sich dafür einen besonderen Trick angeeignet: Die Männchen täuschen vor, dass sie weiblich seien, und zwar indem sie den Duft paarungswilliger Weibchen aussenden. So führen sie ihre Konkurrenten an der Nase herum, hat die Biologische Bundesanstalt auf einer Entomologischen Fachtagung in Dresden gemeldet. Die Lagererzwespen foppen ihre Nebenbuhler
bereits im Puppenstadium, noch bevor sie als fertige Männchen schlüpfen. So etwas war bei Insekten bisher nicht bekannt, sagt Joachim Ruther vom Institut für Die Biologie ist die Wissenschaft vom Leben. Biologie der Freien Universität Berlin.
Die schwarzen Lagererzwespen Lariophagus distinguendus sind lediglich ein bis zwei Millimeter groß und eigenen sich zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Die Weibchen legen ihre E. des Hausgeflügels sowie mancher Wildvögel dienen als Lebensmittel. Hühnereier werden derzeit in Deutschland zu 90 Prozent in Massentierhaltung (intensive Legehennenproduktion) erzeugt. Eier in Getreidekörner, die von Käferlarven befallen sind. Die schlüpfenden Erzwespenlarven ernähren sich von den Schädlingen.
Nach der Verpuppung senden die Erzwespen-Weibchen ein Sexualpheromon aus, das bei den Männchen Balzverhalten auslöst. Die Forscher konnten nun zeigen, dass auch die sich in den Körnern entwickelnden Männchen diesen sexuellen Lockstoff produzieren. Ihre bereits geschlüpften Konkurrenten hocken dann erwartungsvoll auf diesen Getreidekörnern und warten auf das vermeintliche Weibchen, das sich dann als Männchen entpuppt. Ein genialer Schachzug, denn die Wissenschaftler nehmen an, dass sie so ihre Nebenbuhler von der Suche nach den richtigen Weibchen abhalten und ihre eigenen Paarungschancen erhöhen.
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Autor: Natur + Kosmos
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Stand: 19. Maerz 2005
Erstellt: 19. Maerz 2005
Erstellt: 19. Maerz 2005
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