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Artikel Nr.: 10148
Tschernobyl: WHO halbiert Opferzahlen
München, 19.03.2006: Kaum zu glauben, aber wahr: Die Weltgesundheits- organisation verharmlost die Folgen von Tschernobyl und spielt die Erkenntnisse der eigenen Forscher herunter. "Bis zu 4000 Menschen könnten durch die Strahlenbelastung sterben, die das Unglück von Tschernobyl mit sich brachte", berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergangenen September.Bei lediglich 50 Menschen hätte die
Der Mensch ist von jeher dem Einfluss ionisierender Strahlung (Radioaktivität) ausgesetzt.
Strahlenbelastung bislang zum Tode geführt. Dabei berief sich die UN-Organisation auf eine umfassende Studie des in Lyon ansässigen WHO-Instituts für Krebsforschung (IARC) und die Arbeit von Hunderten von Wissenschaftlern.
Die Zahlen gingen um die Welt. Umweltschützer reagierten erschüttert und sprachen von Schönfärberei. Befürworter der
Umgangssprachliche Bezeichnung für die Energie, die aus der Spaltung von Atomkernen hervorgeht. Atomenergie nahmen sie zum willkommenen Anlass, die Angst vor der Kernkraft als Hysterie abzutun.
Woran weder Freund noch Feind auch nur im Traum gedacht hätten: Die Zahlen sind falsch. Der IARC-Bericht spricht nicht von 4000 Toten, sondern von über 9000. Die kanadische Strahlenepidemiologin Elisabeth Cardis, die die Forschungsarbeiten leitet, bestätigte gegenüber natur+kosmos: Die Presseerkärung hat nur die belasteten Gruppen der Liquidatoren, der Evakuierten und der Bewohner der streng kontrollierten Zonen berücksichtigt. Unter diesen Gruppen erwarten die Forscher wie gemeldet 4000 Opfer. Berücksichtigt man die Bewohner aus weniger belasteten Regionen, kommt man auf rund 9000 Opfer, erklärt Elisabeth Cardis.
Es sei dahingestellt, ob die Zahlen aus Versehen oder mit Absicht verharmlost wurden. Tatsache ist, dass die WHO es über ein halbes Jahr nicht für notwendig erachtet hat, den offensichtlichen Fehler zu korrigieren. Die Studienleiterin belässt es auf unsere Nachfrage bei dem Hinweis: Unglücklicherweise hat die Presseerklärung nicht alle Nuancen berücksichtigt.
Darüber hinaus gibt es gute Gründe, auch an der Zahl von 9000
Am 26.4.1986 ereignete sich in einem der vier russischen Druckröhrenreaktoren (Kernkraftwerk) in T. der bislang größte Unfall in einem Kernkraftwerk. Tschernobyl-Opfern zu zweifeln vor allem die unsichere Datenlage
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Weiter lesen können Sie in der April-Ausgabe von natur+kosmos.)
Autor: Natur + Kosmos
Weiterführende Informationen:
Die letzten 15 Meldungen zum Thema "Tschernobyl":
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Weniger Insekten am Reaktor |
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München, 23.03.2009: Auch mehr als 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dezimiert die radioaktive Strahlung die Zahl der Insekten in der Region. Das hat eine Volkszählung bei Hummeln, Schmetterlingen, Libellen und Grashüpfern gezeigt.
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Tschernobyls Kinder zeugen: Atomkraft ist niemals sicher! |
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Wien, 25.07.2007: Die Tschernobyl-Katastrophe liegt 21 Jahre zurück, die dramatischen Folgen sind bis heute spürbar. Seit elf Jahren hilft GLOBAL 2000 "Tschernobyls vergessenen Kindern". Anlässlich des Besuches des 1.000sten Tschernobylkindes in Ybbs an der Donau warnt GLOBAL 2000 im Rahmen eines Pressegespräches und Besuches bei BK Gusenbauer vor den Gefahren der Atomkraft.
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Was geschah am 12.9.1986? |
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Berlin, 28.12.2006: Risikogebiet Elbmarsch. Seit Ende der 80er Jahre erkranken dort statistisch gesehen mehr Kinder an Leukämie als irgendwo sonst auf der Welt. Von offizieller Seite gibt es dazu keine Erklärung. Am Nordufer der Elbe stehen in Sichtweite das KKW Krümmel und das Kernforschungszentrum GKSS. Die Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch e.V., die Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und ....
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Franz Alt im Parlament in Südkorea |
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Baden-Baden, 28.10.2006: Bei einer Veranstaltung über die Atomenergie in Südkorea sprach im Parlament von Seoul auch der deutsche Fernsehjournalist Franz Alt. Eingeladen hatten koreanische Umweltverbände und atomkritische Parlamentsabgeordnete. Franz Alt sagte: "Obwohl Südkorea mit 40 Prozent Atomstrom noch mehr von der Atomwirtschaft abhängig ist als Deutschland, ist auch bei Ihnen der Atomausstieg möglich.
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Wo die Umwelt gequält wird |
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München, 21.10.2006: Umweltschützer haben die zehn giftigsten Orte der Welt gekürt. Der Mensch ist die größte Umweltkatastrophe. Und amerikanische Umweltschützer haben seine zehn schlimmsten Südenfälle ausgemacht. Weltweit leiden rund zehn Millionen Menschen unter Schwermetallen, Abgasen und Chemiekalien. In vielen Orten ist die Lebenserwartung mittlerweile auf Mittelalter-Niveau gesunken.
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Neues Risiko-Atomkraftwerk in Bulgarien droht |
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Wien, 14.10.2006: Gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen protestiert GLOBAL 2000 heute in Wien im Rahmen einer Info-Veranstaltung gegen die Pläne der bulgarischen Regierung, ein Atomkraftwerk im bulgarischen Belene zu errichten. In 23 Ländern finden heute Proteste gegen das geplante AKW Belene statt. Die Erfahrungen mit dem bulgarischen AKW Kosloduje haben gezeigt, dass den Behörden die Vertuschung von Unfällen wichtiger ist, als ....
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Waldpilze immer noch radioaktiv belastet |
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Berlin, 02.10.2006: Für viele Sammler schlägt das Herz seit kurzem höher: Nach den ersten Regenschauern im August ist die Pilzsaison eingeläutet. Doch beim Pilzessen ist laut BUND Vorsicht angebracht. Denn auch 20 Jahre nach dem Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl weisen vor allem Wildpilze aus dem Süden Deutschlands noch immer erhöhte Konzentrationen des radioaktiven Cäsium 137 auf. In den besonders hoch belasteten .....
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verstrahlt - verdrängt - vergessen - Greenpeace auf der Photokina |
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Köln, 27.09.2006: Rund 80 Fotos gegen das Vergessen zeigt Greenpeace von 26. September bis 1. Oktober auf der Photokina in Köln. Es sind Bilder des niederländischen Fotografen Robert Knoth. Die Fotos dokumentieren, was heute gern verleugnet oder totgeschwiegen wird: das Leid von Menschen, die von radioaktiver Verseuchung betroffen sind. Für seine bewegenden Schwarz-Weiß-Bilder reiste ....
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Alles bricht, ein Reaktorkern nicht - oder doch? |
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Hamburg, 06.07.2006: Am Donnerstag wird Tony Blair wohl den Startschuss für den Bau neuer Atomkraftwerke geben. In den Regierungsschubladen lagern derweil brisante Dokumente. Sie belegen ausgedehnte Risse im Kern etlicher britischer Atommeiler. Für Stephen Tindale vom britischen Greepeace-Büro zeigen sie "auch die Inkompetenz der Regierung und des Betreibers. Die haben davon gewusst und nichts, rein gar nichts unternommen."
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AKW-Neubau in Polen? |
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Hamburg, 08.05.2006: Die polnische Regierung denkt über den Einstieg in die Atomkraft nach. Finanzierung und Standort sind nach offiziellen Angaben völlig offen. Doch eines steht fest: Sollte Polen sich tatsächlich für den Bau eines Atomkraftwerks entscheiden, wird Greenpeace dagegen kämpfen. Gleichgültig, an welchem Standort dieses AKW entstehen soll.
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Energiepolitik ohne Atom |
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Berlin, 26.04.2006: Anlässlich des zwanzigsten Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl fordert die VERBRAUCHER INITIATIVE eine Energieversorgung ohne Atomstrom. Die Debatte um die vermeintliche Renaissance der Atomkraft dürfe nicht länger ablenken von den Zukunftsthemen Klimaschutz und Verbraucherrechte. Das Reaktorunglück von Tschernobyl vor zwanzig Jahren habe gezeigt, ....
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Atomkraft ist keine Zukunftstechnologie |
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Berlin, 26.04.2006: Als "tragisches Symbol der Energiewende" hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel den Reaktorunfall in Tschernobyl vor 20 Jahren, am 26. April 1986, bezeichnet. "Tschernobyl hat uns demonstriert, dass die Atomenergie mit prinzipiellen Sicherheitsrisiken verbunden ist", sagte der Bundesumweltminister zur Eröffnung der Tagung "Tschernobyl 1986-2006: Erfahrungen für die Zukunft".
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Atomkraft - todsicher wie in Tschernobyl |
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Hamburg/Berlin, 26.04.2006: Mit einem Glockenschlag 23 Minuten nach jeder vollen Stunde erinnert Greenpeace seit Dienstagmittag vor dem Brandenburger Tor in Berlin an den schlimmsten Unfall in der Nutzung der Atomenergie. Um 1.23 Uhr explodierte in der Nacht zum 26. April 1986 in Tschernobyl der Atomreaktor. Er verstrahlte riesige Gebiete der nördlichen Erdhalbkugel. Hunderttausende Menschen mussten aus der Region um den Unglücksreaktor evakuiert werden.
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Gedicht zu 20 Jahre Tschernobyl |
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Köln, 24.04.2006: Aufgrund der derzeitigen Berichterstattung über die Reaktorkatastophe von Tschernobyl vor 20 Jahren, viel mir wieder ein, dass ich damals unter den aktuellen Eindrücken ein Gedicht geschrieben hatte:
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Risiko Kernenergie 20 Jahre nach Tschernobyl |
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Freiburg, 19.04.2006: Der Ausstieg aus der Atomkraft muss konsequent weitergeführt werden. Zu dieser Einschätzung kommt das Öko-Institut kurz vor dem 20. Jahrestag des Reaktorunfalls in Tschernobyl. "Wir verstehen den Atomausstieg gerade jetzt, wo sich Tschernobyl jährt, als eine besondere Mahnung an die nachfolgende Generation", sagt Dr. Bettina Brohmann, Energieexpertin am Öko-Institut in Darmstadt. "Eine Verlängerung der Laufzeiten von ....
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Stand: 19. Maerz 2006
Erstellt: 19. Maerz 2006
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