Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 604

Wellenenergie - Weitere Technologien zur Nutzung der Wellenenergie

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Wie bereits erwähnt, existiert eine Unzahl verschiedener Ideen die Meereswellen zu nutzen, die zumeist auch noch von vielen Schöpfern immer wieder neu erfunden werden.

An dieser Stelle sollen zwei benannt werden, die sich jeweils durch eine Besonderheit auszeichnen und die jetzt als Prototyp realisiert werden sollen. Das ARCHIMEDES-WAVESWING wird aus auf dem Meeresgrund verankerten Zylindern bestehen, die sich mit der Auftriebsänderung durch die darüber hinweg laufende Welle auf und ab bewegen. Dem Vorteil, dass die Konstruktion nicht den großen Kräften an der Wasseroberfläche ausgesetzt ist, steht der Nachteil gegenüber, dass nur ein geringer Teil der Wellenenergie in den tieferen Wasserschichten vorhanden ist.

Auch die zweite Konstruktion – PELAMIS – versucht das ökonomische Hauptproblem der Wellenenergienutzung an der Wurzel zu packen: die Notwendigkeit, auch "Monsterwellen" zu überleben. Ein Wellenenergiewandler ist zum Beispiel auf die Nutzung von Wellen mit einem Meter Höhe ausgelegt und erzeugt hiermit den vermarktbaren Strom. Gleichzeitig muss er aber darauf ausgelegt sein, Wellen zu überstehen, die zumeist etwa zehn Mal so groß sind wie die genutzten Wellen. Das wäre in diesem Fall eine 10 Meter hohe Welle, die aber das 100fache an Wellenenergie enthält. Die Konstruktionskosten stehen deshalb oft in einem krassen Missverhältnis zum Nutzen. Die Konstrukteure von PELAMIS sind deshalb von der Überlegung ausgegangen, wie ein Wellenenergiewandler aussehen muss, um möglichst kostengünstig große Wellen zu überstehen, und sie sind zu einem System gelangt, das durch große Wellen hindurchtaucht, das sich aber in geringeren Wellen stark (horizontal!) verformt. Die Verformung soll mit Hydraulikaggregaten in nutzbare Energie gewandelt werden. Ein vielversprechender neuer Ansatz. Kai-Uwe Graw

Der Autor Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Kai-Uwe Graw
wurde 1957 in Berlin geboren. Nach dem Studium des Bauingenieurwesens von 1976 bis 1982 und der Promotion 1988 an der Technischen Universität Berlin erfolgte 1995 die Habilitation im Fachbereich Bauwesen an der Bergischen Universität - Gesamthochschule Wuppertal mit einem übergreifenden Thema aus den Bereichen Wasserkraftnutzung/Regenerative Energien und Küsteningenieurwesen/Hydromechanik: der Nutzung von Wellenenergie zur Stromerzeugung. Seit März 1996 Professor für Grundbau und Wasserbau im Bereich Bauwesen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig.


Anschrift des Autors:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Kai-Uwe Graw
Universität Leipzig, Professur Grundbau und Wasserbau, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät,
Marschnerstraße 31, 04109 Leipzig, Telefon (0341) 97 33 830


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Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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Stand: 31. Oktober 2001
Erstellt: 22. Oktober 2001
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