Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 622

Die 3-Klassen-Gesellschaft: Mehr Durchblick im Öko-Kennzeichen-Dschungel - Verbände und Kennzeichen

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Das KATALYSE Institut stellt Ihnen im Folgenden eine Auswahl der Verbände und deren Warenzeichen vor, die beispielhaft hohe Kriterien bei der Lebensmittelproduktion anlegen und deren Lebensmittel Sie mit gutem Gewissen kaufen und verzehren können, „weil sie wirklich Öko sind“.

Neben den hier vorgestellten Waren- oder Markenzeichen existiert noch eine große Anzahl an Öko-Siegeln die auf regionaler oder Bundesländer-Ebene vergeben werden. Die Vorstellung dieser Kennzeichen würde den Rahmen des Artikels sprengen.

{b1l}Die ANOG (Arbeitsgemeinschaft für naturnahen Obst-, Gemüse- und Feldfruchtanbau) ist der zweitälteste ökologische Anbauverband in Deutschland. Speziell für den Obst- und Gemüseanbau 1962 gegründet, wurden zunehmend auch Ökobetriebe mit Ackerbau und Tierhaltung dort Mitglied. Heute sind ökologisch wirtschaftende Betriebe jeder Ausrichtung in diesem Verband vertreten. Bereits seit mehr als zehn Jahren besteht der ANOG Landesverband Nordrhein-Westfalen, der sich für die Belange und Interessen der Mitgliedsbetriebe vor Ort räumlich nah und regionalbezogen einsetzt. Ein Hauptziel des Verbandes ist die Weiterverbreitung und Weiterentwicklung des Öko-Landbaus in der Praxis, um den Verbrauchern qualitativ hochwertige Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung zu liefern. Gleichzeitig leisten die Betriebe durch ihre nachhaltige Landwirtschaft einen Beitrag für den Schutz und den Erhalt unserer Natur und Umwelt. Die ANOG zählt bundesweit 67 Mitglieder, die rund 3000 ha Anbaufläche bewirtschaften.

{b2l}Der Biokreis-Verband wurde 1979 zunächst als regionale Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft in Ostbayern gegründet. Ziele von Biokreis sind die Förderung der Zusammenarbeit von Erzeugern, Verbrauchern und Verarbeitern in einer überschaubaren Region nach ökologischen Grundsätzen sowie die Erhaltung einer bäuerlichen Landwirtschaft auf der Basis des ökologischen Landbaus. Bundesweit sind 317 Betriebe auf ca. 7.300 ha Anbaufläche landwirtschaftlich aktiv.

{b3l}Mit mehr als 300 Bauernhöfen und Gärtnereien ist Bioland in Nordrhein-Westfalen der größte Verband. Bundesweit bewirtschaften ca. 3583 Bioland-Betriebe etwa 130.000 ha Anbaufläche. Der Botaniker und Agrarpolitiker Dr. Hans Müller entwickelte in den 50er Jahren das Bioland-Landbauverfahren in der Schweiz, welches 1968 durch das Buch „Bodenfruchtbarkeit“ des Arztes Hans-Peter Rusch wissenschaftlich untermauert wurde. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Förderung des Bodenlebens zur Erzeugung gesunder Pflanzen und hochwertiger Lebensmittel. Vertragsunternehmen, z.B. Bäckereien, Molkereien und Metzgereien, verarbeiten Bioland-Erzeugnisse zu Lebensmitteln. Wichtigste Bioland-Kriterien sind der Verbot des Einsatzes von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, in der Tierhaltung werden keine Wachstumsförderer und keine Tiermehle eingesetzt, Bioland-Bäcker und Metzger verzichten auf synthetische Zusatzstoffe wie Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Gentechnologische Verfahren sind für Bioland-Erzeuger und –Verarbeiter selbstverständlich tabu.

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Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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Stand: 24. Oktober 2001
Erstellt: 22. Oktober 2001
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