Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 613

Bier - Weibliche Hormone in des Mannes liebstem Trank?

$SpezialLogo$

$Webvideo$

Die im Hopfen enthaltenen Bitterstoffe entfalten nicht nur die bereits genannte entspannende und zugleich anregende Wirkung, sie wirken auch antibiotisch und östrogen.

Die bei starken Biertrinkern männlichen Geschlechts beobachtete Verweiblichung (u.a. Ausbildung von Drüsengewebe in der Brust), wird auf den die im Hopfen enthaltenen Substanzen mit östrogener Wirkung zurückgeführt. Neuere Untersuchungen der Hopfeninhaltsstoffe förderten eine Substanz zu Tage, die zwar eine schwächere hormonelle Wirkung aufweist als das körpereigene Östrogen (Estradiol), aber stärker wirksam ist als andere Östrogene pflanzlichen Ursprungs. Männer, die einen mäßigen Bierkonsum pflegen (ein bis zwei Flaschen pro Tag werden in diesem Zusammenhang noch als mäßig angesehen), können aufatmen. Der Gehalt an Östrogen-Aktivität dieser Menge Bier gilt als nicht schädlich. Vielmehr wird sogar spekuliert, dass mäßiger Bierkonsum dazu beitragen könnte, ähnlich wie für Rotwein postuliert, das Risiko von Prostatakarzinomen und Arteriosklerose zu senken. Männer, die jedoch über die Maßen dem Bier zusprechen, müssen damit rechnen ihren Hormonhaushalt durcheinander zu bringen. Bei Frauen, die das Klimakterium (Wechseljahre) erreicht haben, könnte sich regelmäßiger Bierkonsum sogar positiv auf ihren Hormonhaushalt auswirken. Drei bis sechs Flaschen Bier pro Woche sollen den Hormonhaushalt um rund 20 Prozent steigern und so dazu beitragen das Wohlbefinden zu steigern und der altersbedingten Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) vorzubeugen.

Bier und Gentechnik
Das Reinheitsgebot besagt lediglich etwas über die zulässigen Zutaten für die Bierherstellung; es beinhaltet aber keine Aussagen über die Art der Erzeugung der Ingredienzien. So sagt das Reinheitsgebot nichts über etwaige Belastungen der verwendeten Rohstoffe Hopfen und Gerste mit Pflanzenschutzmitteln aus und es macht keine einschränkenden Aussagen, die die Art der Züchtung von Braugerste oder Hefestämmen betreffen. Somit ist der Einsatz gentechnisch veränderter Rohstoffe und Brauhefe prinzipiell möglich.
Bislang sichern deutsche Brauereien jedoch zu, auf den Einsatz von Gen-Rohstoffen zu verzichten.

Fazit
Der Deutschen zweitliebstes Getränk – Kaffee rangiert nach wie vor an erster Stelle – scheint besser als sein Ruf. Es bleibt abzuwarten, inwieweit neue (gen-) technische Möglichkeiten, anhaltende Absatzrückgänge (siehe nebenstehende Abbildung) und der Trend hin zu Functional Food, dem deutschen Reinheitsgebot den Garaus machen werden.
Vorerst gilt: Wer beim Biergenuss Maß hält, und vor dem Fernseher nicht zur Bierdose sondern zur Pfandflasche greift, der gefährdet seine Gesundheit nicht und schont auch noch die Umwelt. (ME)

Literatur und Quellen beim Autor


<<Zurück

Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
42437 Aufrufe
Stand: 10. Oktober 2002
Erstellt: 22. Oktober 2001
Inhaltsverzeichnis KATALYSE-Nachrichten 34: