Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 729

KATALYSE Verbraucherberatung zum Thema BSE

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Sind auch Milch, Milchprodukte und Gelatine von BSE betroffen?
Das BSE-Risiko nach Verzehr von Milch und Milchprodukten ist äußerst gering. Prionen (BSE-Erreger) wurden in Milch bisher nicht nachgewiesen. Selbst bei der Injektion der Milch BSE-erkrankter Kühe ins Gehirn von Mäusen erkrankten diese nicht. Zudem sinkt die Milchleistung von Kühen bereits vor Auftreten der BSE-Symptome deutlich.


Das aus den Mägen von Kälbern gewonnene und zur Käseherstellung notwendige Labferment (auch Chymosin genannt) enthält kaum tierisches Gewebe und insbesondere kein Nervengewebe und stellt somit kein Risiko dar.

Das BSE-Risiko beim Verzehr von gelatinehaltigen Lebensmitteln ist äußerst gering. Gelatine wird in Deutschland zu 90 % aus Schweineschwarten und nicht aus nervengewebehaltigen Teilen hergestellt. Die Gelatinehersteller haben sich bereits vor Jahren verpflichtet, kein Gewebe britischer Rinder zu verwenden. Sollten trotzdem Prionen in den Rohstoffen enthalten sein, würden diese durch den Einsatz von Säuren/Laugen bei der Gelatineherstellung inaktiviert. Produkte, die Gelatine enthalten, wie z.B. Joghurts, Gummibärchen etc. können weiterhin ohne Bedenken gegessen werden.

Verbot der Tiermehlverfütterung: Sinn und Wirkung
Bis zum ersten deutschen BSE-Fall bestand unter Fachleuten weitgehendes Einvernehmen, dass sachgerecht (d.h. durch Erhitzen bei 133°C für 20 Minuten) hergestelltes Tiermehl aus dem Gewebe geeigneter Tiere für die Verfütterung an Nicht-Wiederkäuer (Schweine, Hühner etc.) geeignet ist. Man sollte auch nicht verkennen, dass sich die Tierkörperbeseitigung in Deutschland bisher als seuchenhygienisch sicher erwiesen hat.

Trotzdem ist das Verbot des Einsatzes von Tiermehlen als Tierfutter durch die Bundesregierung gerechtfertigt. Viele Erfahrungen zeigen, dass die Sorgfalt und Qualitätssicherung bei der Herstellung von Futtermitteln zu häufig nicht eingehalten wird:
  • Tiermehle mit unterschiedlichem Verwendungszweck können verwechselt werden.
  • Unzureichend erhitztes Tiermehl aus Großbritannien, evtl. auch aus anderen Ländern, wurde in Deutschland in den Verkehr gebracht, der Verbleib ist unbekannt.

    Wie sind die BSE-Tests zu beurteilen?
    Derzeit stehen drei von der EU geprüfte BSE-Schnelltest-Verfahren zur Verfügung. Für zwei dieser Tests ist die Zulassung in Deutschland beantragt worden. Die derzeit eingesetzten Testverfahren sind nur bei Tieren sicher, bei denen die Infektion so weit fortgeschritten ist, dass genügend Erreger für die Nachweisbarkeit mit diesen Tests vorliegen. Dies ist in der Regel erst bei älteren Tieren (mindestens 30 Monate) der Fall. Daraus ergibt sich auch die nach derzeitigen Erkenntnissen durchschnittliche Inkubationszeit von fünf Jahren. Negative Testergebnisse bei jüngeren Tieren sind deshalb kein Nachweis für BSE-freies Fleisch.

    BSE-Tests können keinesfalls das notwendige Risikomanagement und Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit ersetzen!

    Eine Intensivierung der BSE-Tests zur Überprüfung von mit Prionen infizierten Tieren ist jedoch sinnvoll zur Bewertung des in Deutschland herrschenden Risikos. Der BSE-Test von Rindern, die jünger als etwa 14 Monaten sind, gilt allerdings als nur wenig aussagekräftig, da eine Infektion frühestens etwa 6 Monate vor Ausbruch der Symptome festgestellt werden kann. Das jüngste Rind, an dem eine BSE-Erkrankung nachgewiesen werden konnte, war 20 Monate alt.
    Wichtiger für den Verbraucherschutz ist die Funktionsfähigkeit des Herkunftsnachweises und der Rückverfolgbarkeit der Tiere (Tierpass, Ohrmarken usw.). Dies kann z.B. durch den "genetischen Fingerabdruck" oder die "immunologische Ohrmarke" zusätzlich verbessert werden. (FW)

    Weitere Informationen sind im Internet erhältlich unter:
    Verbraucherinformationen: www.bse-news.de
    Landwirtschaftsministerium: www.bml.de/verbraucher/bse/bse-info.htm
    BSE und Creutzfeld-Jacob-Forschung: www.rki.de/

  • Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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    Stand: 11. Oktober 2002
    Erstellt: 16. Februar 2001
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