Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 723

KATALYSE Institut nutzt 100 Prozent grünen Strom

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Seit dem Jahreswechsel bezieht das KATALYSE Institut zu 100 % aus erneuerbaren Energieträgern erzeugten Strom. Mit dem Bezug von Grünem Strom der GEW Köln AG wollen wir als Kölner Umweltinstitut ein Zeichen setzen, das hoffentlich viele Nachahmer findet. Denn mit der Entscheidung für das energreen-Konzept wird die Nutzung regenerativer Energiequellen zur Stromerzeugung unterstützt. Es gibt eine Reihe von Gründen, die dafür sprechen, das energreen-Konzept tatkräftig zu unterstützen.

Das energreen-Konzept entstand als Initiative der ASEW (Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung), an der sich rund 230 Stadtwerke beteiligen. Die ASEW koordiniert die Bereitstellung des energreen-Stroms und betreibt eine Datenbank (ÖkoStromPool), in der die ÖkoStrom-Anlagen der kommunalen Stadtwerke erfasst werden. Damit ist es möglich die Herkunft des energreen-Strom zu belegen, die im Pool zur Verfügung stehenden Ökostrom-Mengen zu ermitteln und für die Zertifizierung festzulegen. Durch die zentrale Erfassung wird sichergestellt, dass die verkaufte Ökostrom-Menge die erzeugte Menge nicht überschreitet.
Für die Verbraucher wird mit der Verwendung von 25, 50, 75 oder 100 % energreen-Strom ein Aufschlag auf den üblichen Kilowattpreis berechnet. Bei 100 % energreen-Strom beträgt der Aufschlag 8 Pf/kWh netto (9,28 Pf/kWh brutto). Die GEW Köln AG hat sich verpflichtet diesen Aufschlag zu mindestens 80 % (6,4 Pf/kWh netto) zweckgebunden in die Errichtung neuer Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu investieren. Bei der Investition ist das oberste Ziel, eine möglichst hohe Reduzierung der CO2-Emissionen zu erreichen.
Die GEW Köln AG deckt ihre Ökostrom-Nachfrage mit eigenen Anlagen. Neben einer Windkraft- und einer Photovoltaik-Anlage betreibt die GEW ein klärgasbetriebenes Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerk. Mit Hilfe dieses europaweit bislang einmaligen Projekts soll die Brennstoffzellentechnik vorangetrieben werden. Wenn die Nachfrage in Köln die Kapazität der GEW-eigenen Anlagen überschreitet, wird die zusätzlich erforderliche Menge über den ÖkoStromPool nachgewiesen. Bereits im ersten Bezugsjahr wurden rund 50.000 DM aus den Erlösen des energreen Angebotes in Köln erzielt, die zur Förderung erneuerbarer Energien eingesetzt werden. Mit diesen Mitteln ist geplant, eine Biogas-Anlage auf einem ökologisch bewirtschafteten Landwirtschaftsbetrieb in der Kölner Region zu errichten. Für den Bau einer Biogasanlage spricht die weitgehend CO2-neutrale Strom- und Wärme-Erzeugung. Darüber hinaus werden klimawirksame Methanemissionen aus der Gülle vermindert und fossile Brennstoffe eingespart.
Neben der von der GEW geplanten Biogasanlage ist der Bau von bislang insgesamt 16 Regenerativ-Anlagen zur Stromerzeugung aus Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft (11 Photovoltaik-Anlagen, 3 Wasserkraftanlagen und 2 Windkraftanlagen) aus den Mitteln der energreen-Einnahmen der kommunalen Energieversorger fest geplant oder bereits abgeschlossen, und es wurden zwei Förderprogramme für Regenerativ-Anlagen aufgelegt. Insgesamt ergibt dies eine installierte Leistung von knapp 3.000 kW, mit der rund 3 Millionen Kilowattstunden bereitgestellt werden können. Dies entspricht dem Stromverbrauch von etwa 1.000 Haushalten, die durch diese neuen Anlagen zusätzlich umweltschonend mit Strom versorgt werden können.
Gemäß der Richtlinien für die Zertifizierung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern dürfen höchstens 20 % des Strompreis-Aufschlages für die Zertifizierung und das Marketing verwendet werden. Über die Mittelverwendung wird jährlich öffentlich Rechenschaft abgelegt. Unabhängige Gutachter, wie etwa der Verein "Grüner Strom Label e.V." (Zusammenschluss der Umweltverbände, u.a. BUND, NABU, Eurosolar) überprüfen regelmäßig, ob der Strom ökologisch erzeugt wird und zertifizieren die Anlagen nach den Kriterien des "Grüner Strom Label" (siehe auch KATALYSE Nachrichten Nr. 31, Seite 39f.). Zu den zertifizierbaren Anlagen zählen Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen bis 10 MW, Windkraftanlagen und Biomasse-Blockheizkraftwerke. Der aktuell angebotene energreen-Strommix besteht zu etwa jeweils 40 % aus Biomasse und Wasserkraft sowie zu 17 % aus Windenergie und zu 3 % aus Photovoltaik. Energreen-Strom wird nur von Stadtwerken angeboten. (FW)

Weitere Informationen bei:
GEW Köln AG Hauptverwaltung, Parkgürtel 24, D 50823 Köln
Tel. (02 21) 1 78-0 (Mo-Fr. 7.30-18.00 Uhr)
Email: service@gewkoelnag.de
Homepage: gewkoelnag.de
ASEW, Volksgartenstrasse 22, D-50677 Köln
Email: info@asew.de
Homepage: www.energreen.de

Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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Stand: 11. Oktober 2002
Erstellt: 16. Februar 2001
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