Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 907

Serie Innenraumschadstoffe Teil III - Holzschutzmittelwirkstoffe

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Allgemeine Sanierungsempfehlungen
Wenn in Innenräumen Holzschutzmittelbelastungen auftreten, sollte die Belastung soweit wie möglich gesenkt werden. Als optimal gilt eine Raumluftkonzentration, die einer Hintergrundbelastung von 0,001 µg/m³ (für Innenräume) entspricht. Wenn dieser Wert aus technischen, praktischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht eingehalten werden kann, sollte dennoch in jedem Fall die derzeit bekannte toxikologischen Wirkungsschwelle der Raumluftbelastung von 0,04 µg/m³ (Umweltbundesamt 1987) erreicht werden. Da PCP eine krebserregende Substanz ist, kann – wie für alle krebserregenden Substanzen - keine Schwellendosis angegeben werden, bei der eine Gefährdung der exponierten Personen auszuschließen ist.
Als vorläufige Maßnahmen zur Verminderung der Raumluftkonzentration und der Aufnahme von belastetem Staub können folgende Schritte durchgeführt werden:
  • Häufiges Lüften
  • Häufiges Reinigen, vermehrte Feuchtreinigung
  • Änderung der Raumnutzung, d.h. belastete Räume sollten nur kurz aufgesucht und nicht als Schlaf-, Kinder- oder Wohnzimmer genutzt werden
  • Abdecken belasteter Hölzer mit dampfdiffusionsdichten Materialien. Das Abdichten von behandelten Holzbauteilen durch Beschichten oder Bekleiden mit Folien ist jedoch erfahrungsgemäß nicht zur dauerhaften Sanierung geeignet.

    Zur mittel- und langfristigen Sanierung eignen sich folgende Vorgehensweisen:
  • Entfernen des belasteten Materials
  • räumliche Trennung behandelter Bauteile
  • Entfernung von Sekundärkontaminationen, d.h. Materialien, die meist über längere Zeit Schadstoffe aus der Raumluft aufgenommen haben und nun selbst belastet sind, Feinreinigung

    Allen Sanierungsmaßnahmen sollte ein individuelles, der Situation angemessenes Sanierungskonzept vorangehen. Die Sanierung selbst sollte durch fachkundiges Personal, bzw. durch eine spezielle Sanierungsfirma durchgeführt werden. Die Beseitigung von Sekundärkontaminationen darf im Rahmen einer Sanierung nicht vernachlässigt werden, da ansonsten der gesamte Sanierungserfolg in Frage gestellt wird.

    Weitere, weniger stark verbreitete Fungizide:
  • Dichlofluanid: der am meisten verwendete Wirkstoff gegen Bläuepilze, auch als Konservierungsmittel in Dispersionsfarben und wasserlöslichen Lacken und Lasuren. Bezüglich der Toxizität liegen wenig Erkenntnisse vor, es gibt aber einige Hinweise auf ein mutagenes und krebserzeugendes Potenzial.
  • Furmecyclox: wurde ab Mitte bis Ende der 80er Jahre wegen ungenügender Langzeitwirkung nicht mehr eingesetzt. Es existieren nur sehr spärliche Angaben zur Toxizität. Im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass Furmecyclox krebserzeugend ist.
  • Tributylzinn-Verbindungen (TBTx): weit verbreitete Fungizide, wurden häufig in Kombination mit Furmecyclox eingesetzt, mittlerweile durch Triazole ersetzt. Wirken stark haut- und schleimhautreizend, hohe Toxizität bei Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt.
  • Triazole (Terbuconazol und Propiconazol): in öligen und wässrigen Produkten, häufig in Kombination mit Dichlofluanid und Permethrin, auch Verwendung als Saatgutbeizmittel und für die Spritzanwendung im Getreideanbau, ungenügende Toxizitätsdaten
  • Chlorthalonil: nur in Mitteln ohne RAL- oder IfBT-Prüfzeichen, wurde in die MAK-Liste III B aufgenommen, Stoff mit besonderem Verdacht auf krebserzeugendes Potenzial und sensibilisierend

    In Holzschutzmitteln werden neben den Fungiziden auch Insektizide eingesetzt. Insektizide mit der größten Verbreitung enthalten heutzutage meist
  • Pyrethroide: Einsatz seit Anfang der 80er Jahre, Verwendung finden Permethrin, Cypermethrin, Cyfluthrin und Deltamethrin. Symptome einer akuten Phyrethroidvergiftung sind Mißempfindungen im Bereich der Haut, insbesondere Gesichtshaut und Schleimhäute, Augenreizungen, Tränen- und Nasenfluß, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit. Chronische Vergiftungen weisen nur unspezifische Symptome auf, wie Beeinträchtigung der intellektuellen Leistungsfähigkeit mit Konzentrations- und Gedächtnisstörungen usw., d.h. vor allem neurotoxische Wirkungen.
  • DDT: Insektizid mit weltweiter Verbreitung, u.a. zur Bekämpfung des Malaria-Überträgers. DDT ist mutagen und steht im Verdacht krebserzeugend zu sein. In der BRD wurde die Verwendung von DDT bereits 1974 verboten, in der ehemaligen DDR wurde DDT als Holzschutzmittelbestandteil bis 1990 verwendet (vor allem im Privatbereich).

    Tipps:
  • Bei großen Holzflächen im Innenraumbereich sollten Material- oder Hausstaubuntersuchungen durchgeführt werden, wenn nicht bekannt ist, mit welchen Mitteln die Hölzer behandelt wurden
  • Chemische Holzschutzmittel im Innenbereich sind grundsätzlich zu vermeiden
  • Beim Kauf von Lasuren, Lacken, etc. darauf achten, dass keine Fungizide und Insektizide enthalten sind.

    (AS)

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  • Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
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    Stand: 4. Februar 2002
    Erstellt: 31. Jänner 2002
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