Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 156

Landwirte werden Energiewirte





In Schleswig-Holstein werden bereits 16 Prozent allen Stroms über Windkraftanlagen (WKA) erzeugt. Damit hat sich die Windenergie im nördlichsten deutschen Bundesland zu einem wichtigen Wirtschaftszweig gemausert. In einigen Regionen ist sie ökonomisch bereits stärker als die traditionell starke Landwirtschaft - eine neue Einkommensquelle für die Bauern. Landwirte werden Energiewirte.

Das ist zumindest in beiden Westküsten-Landkreisen Nord Friesland und Dietmarschen der Fall, wo sich rund zwei Drittel der schleswig-holsteinischen WKA drehen und jährlich 280 Millionen Mark erwirtschaften. Landesweit werden ca. 400 Millionen Mark durch die Energie von oben erarbeitet. Wichtig für die Regionen ist, daß das Geld zum großen Teil vor Ort bleibt. In vielen Kommunen sind die Windradbetreiber - meist Bauern - die kapitalkräftigsten Gewerbesteuerzahler.

Der WKA-Hersteller Vestas beschäftigt in Husum bereits 170 Arbeitskräfte - Tendenz steigend.1999 baute Vestas im brandenburgischen Klettwitz den bisher größten Windpark Deutschlands mit 60 Megawatt Leistung - ein Auftrag von 165 Millionen Mark und ein Geldsegen für die Stadt Husum über entsprechende Gewerbesteuerzahler. Die derzeitige Dynamik der Windbranche ist nur mit der Informationstechnologie zu vergleichen.
Autor: Franz Alt
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Stand: 20. März 2003
Erstellt: 8. Oktober 2000
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