Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 164

Wind statt Strom für Taiwan und Brasilien





Erstmals seit Jahrzehnten hat Taiwan eine atomkritische Regierung und einen atomkritischen Premierminister.
Bei einer Tagung "Sonne, Wind und heiße Quellen - Neue Energie für Taiwan" erklärte Taiwans Präsident Chen Shiu-bian: "Wir brauchen keine weiteren Atomkraftwerke. Wir wollen lernen von Deutschland und auf Wind und Sonne setzen." Die Tagung wurde vom taiwanesischen Wirtschaftsministerium und dem "Deutsch-Akademischen Austauschdienst" organisiert. Die Eröffnungsreferate hielten der deutsche Grünen-Abgeordnete Hans-Josef Fell und der deutsche Fernsehjournalist Franz Alt.

Fell stellte das neue deutsche "Erneuerbare-Energien-Gesetz" vor und Franz Alt schilderte die Erfolgsstory der Windenergie in Deutschland seit 1987. Die taiwanesischen Medien berichteten ausführlich über die Tagung.

In der darauffolgenden Kabinettssitzung gab es einen heftigen Streit über die Energiepolitik und über den schon begonnenen Bau eines vierten AKW auf der erdbebengefährdeten Insel Taiwan. Als Folge trat der atomfreundliche Ministerpräsident Tang Fei zurück. Neuer Premierminister wurde der atomkritische Chang Chun-hsiung. Er erklärte, Taiwan brauche kein weiteres AKW. Regenerative Energien wie Wind und Sonne seien reichlich vorhanden. Noch weiter ging der Wirtschaftsminister Lin Hsin-yi. Zwischen 2019-2025 sollen die alten drei AKW abgeschaltet werden.



Bei einer deutsch-brasilianischen Energietagung in Berlin erklärte Umweltminister Trittin, die Bundesregierung wolle das brasilianische AKW Angra III nicht mit einer staatlichen Bürgschaft fördern. Vereinbart wurde die Förderung der Windenergie.
Autor: Franz Alt
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Stand: 20. März 2003
Erstellt: 27. Oktober 2000

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