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Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 9541

Kyoto-Protokoll macht CO2-Abbau weltweit attraktiv

Berlin, 10.12.2005: Die Deutsche Energie-Agentur GmbH begrüßt die Bemühungen auf der UN-Klimakonferenz in Montreal, internationale Kooperationen für den Abbau von Treibhausgasemissionen zu verstärken. Jetzt ist die Zeit des konkreten Handelns gekommen. Die Nachfrage nach geeigneten Klimaschutzprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in den Industriestaaten Mittel- und Osteuropas nimmt stark zu. Zur Umsetzung von Projekten mit deutschen Unternehmen hat die dena kürzlich ein Memorandum of Understanding mit der südchinesischen Provinz Guizhou unterzeichnet.


Auch in Russland, Rumänien und der Ukraine hat die dena begonnen, Klimaschutzprojekte nach den Regeln des Kyoto-Protokolls zu entwickeln und umzusetzen. Stephan Kohler, Geschäftsführer der dena: "Der Markt für internationale Klimaschutzkooperationen zieht an. Der Ausstoß von Treibhausgasen hat jetzt einen Preis. Und je höher dieser Preis steigt, desto mehr suchen Unternehmen in den Industrieländern nach günstigen Möglichkeiten, Emissionszertifikate zu erwerben. Deshalb werden die großen Energieeffizienzpotenziale in den Ländern Osteuropas und Asiens auch immer wichtiger für deutsche Unternehmen. Außerdem können sie auf diesem Weg wichtige Zukunftsmärkte erschließen. Die Partnerländer machen sich hingegen weniger abhängig von Energieimporten und gewinnen Zugang zu innovativem Know-how."

Gemeinsam mit dem Entwicklungs- und Reformausschuss der Provinz Guizhou wird die dena in den nächsten zwei Jahren so genannte Clean Development Mechanism-Projekte (CDM) entwickeln und umsetzen. Mit ihnen können deutsche Unternehmen zusätzliche Emissionszertifikate erwerben, indem sie in die Reduktion von Treibhausgasen investieren. Der Schwerpunkt bei der Kooperation mit Guizhou liegt auf den Bereichen Biodiesel, Wasserkraft und der Methangasnutzung im Kohlebergbau. Mit der kontrollierten Absaugung und energetischen Nutzung von Methangas aus den Kohlebergwerken wird auch ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Bergarbeiter geleistet. Auf Grund der hohen Methangaskonzentrationen in den chinesischen Bergwerken kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Zu den Aufgaben der dena gehört, deutsche Investoren zu gewinnen sowie aussichtsreiche Projekte auszuwählen, sie entsprechend der Kriterien des Kyoto-Protokolls aufzubereiten und bis zum Vertragsabschluss zu begleiten.

Die Zahl der Anträge für CDM-Projekte ist nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in den letzten zwölf Monaten weltweit von rund 200 auf mehr als 700 gestiegen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. "Der CDM-Markt ist noch jung und der Umgang mit den Regeln wenig erprobt", sagte Kohler. "Umso wichtiger ist es jetzt, Praxiserfahrungen zu machen. Die dena leistet dazu einen wichtigen Beitrag." Auch bei der Umsetzung von Joint Implementation (JI) ist die dena aktiv. Hier geht es um Kooperationen mit Industriestaaten. Zur Vorbereitung von JI-Projekten arbeitet die dena mit Partnern in Russland, Rumänien und der Ukraine zusammen.

Autor: Deutsche Energie-Agentur GmbH

Weiterführende Informationen:


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Erstellt: 10. Dezember 2005