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Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 9412

Wald im Fluß – Le Fleuve dans la foret: Wissenschaftlicher Kongreß über die Zukunft bewaldeter Hochwasser-Rückhalteräume

Kehl, 20.11.2005: Die "Jahrhundert"hochwässer an Elbe, Oder und den Alpen diesen Sommer lassen kaum mehr Zweifel: Klimaänderungen und unüberlegte Landnutzung haben vielerorts zu einer Verschärfung von Hochwassergefahren geführt. Zum Schutz von Menschen und Wirtschaftsgütern vor derartigen Naturkatastrophen wird entlang von Flüssen und Strömen nach Rückhalteräumen für die bedrohlich wachsenden Wassermassen gesucht.

Aufgrund der meist hohen Besiedlungs- oder Industrialisierungsdichte in unseren Flußtälern bieten sich oft nur noch bewaldete oder landwirtschaftlich genutzte Gebiete als Hochwasser-Rückhalteräume an.
Der Wald im Fluß steht im Focus des EU - Interreg III B - Forschungsprojektes FOWARA (Forested Water Retention Areas).

Auf einem dreitägigen wissenschaftlichen Kongreß wurden von über hundert Teilnehmern vielfältige Aspekte, Fragen aus der waldbaulichen Praxis sowie Kooperationsmöglichkeiten zwischen Planern, Behörden und der Öffentlichkeit untersucht.
Die Tagung „Wald im Fluß: Management bewaldeter Hochwasserrückhalteräume" stellte den unterschiedlichen Interessengruppen eine Plattform zur Verfügung.

Forstwirtschaft , Betreiber von Hochwasserrückhalteräumen, Planer, politische Entscheidungsträger und Wissenschaftler und nicht zuletzt betroffene Bürgerinnen und Bürger konnten neueste Erkenntnisse austauschen, über Erfahrungen diskutieren und über Wege für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource „Wald" in Hochwasserrückhalteräumen nachdenken.

Auf den knappsten Nenner gebrachtes Fazit: Waldnutzung und Hochwasser sind keine unversöhnlichen Gegensätze. Ökologische Flutungen im Polder können Anpassungsprozesse in den Forsten in Gang setzen, die zu einer Selektion flutungsresistenter Baumarten führen, ohne daß der ökonomische Nutzen verloren geht. Dies kann die gesellschaftliche und politische Akzeptanz solch erheblicher Eingriffe in die Kulturlandschaft verbessern, allerdings unter der Voraussetzung, daß ein offener und vertrauensvoller Informations- und Meinungsaustausch zwischen allen Beteiligten nach Kräften unterstützt wird.

Nach den Vorträgen und Diskussionen stand am letzten Tag die Praxis im Mittelpunkt. Unter sachkundiger Leitung fand eine Exkursion in den Polder Altenheim südlich von Strasbourg/Kehl statt. Dort konnten die verschiedensten Aspekte (und Ergebnisse) einer standortangepaßten Forststrategie betrachtet werden. Der Polder, der Teil des „Integrierten Rheinprogramms“ des Landes Baden-Württemberg ist, ist seit 1987 in „Betrieb“ und hat zwischen 1989 und 2005 zahlreiche „ökologische Flutungen“ hinter sich gebracht.

Das FOWARA-Projekt wird von der
Universität Freiburg
 koordiniert  (Prof. Dr. Heinz Rennenberg /
Dr. Jürgen Kreuzwieser / Regina Rhodius).



Autor: Thomas Kahlix

Weiterführende Informationen:


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Stand: 19. Februar 2006
Erstellt: 20. November 2005