Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 6193

Treibstoff für Motoren der Zukunft





Osnabrück/Köln, 05.03.2004: Schwefel-dioxid und Salpetersäure sind "Teufelszeug": Bei der Verbrennung beispielsweise von Öl werden diese Gase als ungeliebtes Nebenprodukt in die Luft geblasen, sinken vermischt mit Wasser als saurer Regen wieder auf die Erde und sind wesentlich verantwortlich für das Waldsterben. Die Firma Solvent Innovation aus Köln will dieses Teufelszeug nun bei den Hörnern packen:

Mit finanzieller Hilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU, Osnabrück) will sie ein neues Verfahren entwickeln, das Dieselöl wirkungsvoller und umweltschonender entschwefelt, dadurch weniger Ruß produziert und Energie spart und somit "ein geeigneter Treibstoff für die Motoren der Zukunft" sein kann, wie es DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde formuliert. Die DBU fördert das Projekt, an dem auch noch weitere Partner beteiligt sind, mit knapp 300.000 Euro.

Mit "grünem Lösungsmittel" Schwefelkonzentration deutlich drücken

Stand der Technik zur Entschwefelung von Dieselöl ist die HDS-Technik (Hydrodesulfurization). Mit ihr gelingt es, Schwefel bis zu einer Konzentration von drei Zehntausendstel zu entfernen. Niedrigere Konzentrationen zu erreichen, bedeutet heute noch einen überverhältnismäßigen Aufwand an Energie. Mithilfe spezieller Salze, sogenannte ionischen Flüssigkeiten, in der Fachwelt als "grüne Lösungsmittel" tituliert, will Solvent Innovation die Schwefelkonzentration auf deutlich unter ein Hunderttausendstel drücken. Brickwedde: "Eine Chance, ein innovatives und umweltschonendes Verfahren zu entwickeln, das Modellcharakter besitzt und weltweit verbreitet werden kann."

Im Sinne einer nachhaltigen Chemie Rohstoffe schonen

Im Sinne einer nachhaltigen Chemie, die Rohstoffe schont und gesundheitsgefährdende Stoffe und damit Unfall- und Umweltrisiken verringert, bestehe berechtigte Aussicht, die herkömmliche HDS-Technik bei der Tiefentschwefelung von Dieselöl abzulösen. Die Prozesssicherheit könne erhöht, ein "wesentlicher Beitrag zur Luftverbesserung" geleistet werden. Brickwedde: "Auch wenn der Ausstoß von Schwefeldioxid in Deutschland von rund 3,7 Millionen Tonnen im Jahre 1970 auf etwa eine Million Tonnen im Jahre 1990 zurückgegangen ist, ist es von hohem umweltpolitischen Interesse, diese Zahl deutlich und weiter zu verringern."

Ansprechpartner zum Projekt: Dr. Marc Uerdingen, Telefon: 0221/716611-0, Telefax: 0221/716611-99, E-Mail: marc.uerdingen@solvent-innovation.com
Autor: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
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Stand: 5. März 2004
Erstellt: 5. März 2004

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