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Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 6149

Treibhauseffekt zerstört Great Barrier Reef

Baden-Baden, 23.02.2004: 1997/98 hat der letzte große El Nino im Indischen Ozean bis zu 90 Prozent der Korallenriffe zerstört. Weniger stark war damals das Korallensterben am Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens. Dieses Riff ist das größte Bauwerk der Welt - ein Labyrinth von 2900 Korallenriffs auf einer Länge von 2.300 Kilometern. Die Aborigines Australiens nennen es "Waga Gaboo" - das große Riff.

Dieser größte Organismus auf unserem Planeten ist jedoch durch den Treibhauseffekt künftig stark bedroht. Eine neue Studie rechnet damit, dass etwa 2050 bis zu 95 Prozent der Korallenriffe im Great Barrier Reef zerstört sein werden. Schon eine Erwärmung von ein Grad kann das Korallenriff stark beschädigen. Denn die Temperaturen bei den Riffen sind seit Jahrmillionen bis auf geringe Schwankungen nahezu unverändert. Auf den Malediven zum Beispiel immer zwischen 28 und 30 Grad.

Nun erwarten die Klimaforscher jedoch im gerade begonnenen Jahrhundert eine globale Erwärmung von zwei bis sechs Grad. Das bedeutet den Tod für fast alle Korallenriffe der Welt. Wir hätten dann in wenigen Jahrzehnten zerstört, was die Natur in Jahrmillionen an Schönheit und Vielfalt hat wachsen lassen.

Klaus Töpfer: "Schon das bisherige Korallensterben war der deutlichste Indikator für den Klimawandel."

Die Autoren der neuen Studie, Wissenschaftler der Universität Queensland, befürchten neben der Naturzerstörung Milliardenverluste im australischen Tourismus und den Wegfall von mindestens 12.000 Arbeitsplätzen.


1.500 Fischarten werden wahrscheinich aussterben. Die Wissenschaftler der Studie fordern eine drastische Reduktion der Treibhausgase. DIese Forderung sollten sie zunächst an ihre eigene Regierung richten. Denn die australische Regierung weigert sich bis heute, das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz zu unterschreiben.

Autor: Franz Alt

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Stand: 23. Februar 2004
Erstellt: 23. Februar 2004