Kinderarbeit die Schattenseite unserer Billigschokolade
Bonn, 03.03.2010: Kinderarbeit und katastrophale Arbeitsbedingungen sind die Schattenseiten unserer Billigschokolade. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Die dunkle Seite der Schokolade des SÜDWIND-Instituts. Der Erhebung zufolge arbeiten alleine im weltführenden Kakaoanbauland Elfenbeinküste 89 Prozent der Kinder von Kakaobauern ebenfalls in den Plantagen.Ein Großteil der Kinder entstammt anderen Familien und arbeitet in teilweise sklavenähnlichen Verhältnissen. 27 Prozent der Kinder besuchten niemals eine Schule. Fast 40 Prozent klagen über Migräne, was auf schädigenden Pestizidkontakt hindeutet. Schutzkleidung wird bei Kinderarbeit nie getragen, was häufig zu Verletzungen beim Arbeiten mit den gefährlichen Macheten führt.
Kleinbauern profitieren nicht von hohen Kakaopreisen
Wichtigste Ursache für Kinderarbeit ist die Armut der Eltern, die sie dazu zwingt, ihre Kinder zu Existenzsicherung arbeiten zu lassen. Volkwirtschaftlich führt Kinderarbeit zu einem erhöhten Angebot an billigen Arbeitskräften und damit zu niedrigen Löhnen. Die Kinderarbeit ist daher strukturell eine Ursache für die Elternarmut. Auch beim Kakaoanbau sind die durchweg zu niedrigen Kakaopreise der Kleinbauern Hauptgrund für die Kinderarbeit. Weltweit erfolgt der Kakaoanbau überwiegend durch diese Kleinbauern. Dauerhafte Veränderungen sind für sie nur über langfristig stabile Kakaopreise möglich, wie sie Fairtrade-Abnehmer garantieren.
In den vergangenen Monaten erreichten die Kakaopreise aufgrund zunehmender Nachfrage und Angebotsrückgänge neue Preishöchststände. Aufgrund der Macht der Zwischen- und Großhändler und anderer Faktoren profitieren Kleinbauern hiervon jedoch kaum. So bleibt ihnen nur der Ausweg kostengünstigster Kakaoproduktion durch Kinderarbeit.
Fairtrade: Wirksames Instrument gegen Armut und Kinderarbeit
Auf Dauer geholfen wird den Kleinbauern nur, wenn sie langfristig stabile und höhere Preise für ihren Kakao erhalten, wie sie Fairtrade-Anbieter garantieren. Im Fairtrade-Handel erhalten die Kleinbauern einen Mindestpreis zuzüglich höherer Erlöse, wenn der Weltmarktpreis höher als der Mindestpreis ist. Bislang jedoch sind weniger als ein Prozent aller Schokoladenartikel in Deutschland Fairtrade-Produkte. Verbraucher sind aufgerufen, nur diese Schokoladenprodukte zu kaufen. Auch der Bonner Waldinvestment-Anbieter ForestFinance wird die Kakaoerträge aus seinem Biokakao-Investmentangebot CacaoInvest nachhaltig und unter Fairtrade-Bedingungen erwirtschaften.
Wer selbst aktiv werden möchte, findet Informationen unter www.schokoladenaktion-aachen.de. Dort stehen die vollständige Studie Die dunkle Seite der Schokolade sowie eine Kurzfassung zum Herunterladen zur Verfügung. Zudem finden sich auf der Webseite weiterführende Infos, Angebote und Materialien.
Autor: Forest Finance Service GmbH
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Kinderarbeit":
Kinderarbeit – die Schattenseite unserer BilligschokoladeBonn, 03.03.2010: Kinderarbeit und katastrophale Arbeitsbedingungen sind die Schattenseiten unserer Billigschokolade. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Die dunkle Seite der Schokolade des SÜDWIND-Instituts. Der Erhebung zufolge arbeiten alleine im weltführenden Kakaoanbauland Elfenbeinküste 89 Prozent der Kinder von Kakaobauern ebenfalls in den Plantagen.
Kinderarbeit in Feuerwerkskörper-ProduktionWien, 30.12.2008: Silvester: Feuerwerke, Raketen, Kracher das alte Jahr endet immer öfter mit einem Knall. Laut ORF erwarten Meinungsforscher dieses Jahr sogar einen Anstieg beim Erwerb von Böllern, Raketen und bengalischen Feuern. Was viele beim Kauf der Feuerwerkskörper nicht bedenken ist, unter welchen Umständen diese hergestellt wurden. Jugend Eine Welt macht auf die Arbeitsbedingungen bei der Feuerwehrkskörper-Produktion aufmerksam.
Kinderarbeit und Menschenrechts-verletzungen in der IT-BrancheBerlin/Bonn, 28.11.2007: Die Elektronikindustrie verbraucht einen immer größeren Anteil der wertvollen Metalle der Welt, aber die Markenfirmen übernehmen bisher kaum Verantwortung für die Sozial- und Umweltbedingungen bei der Förderung der Rohstoffe für ihre Produkte der Informationstechnik (IT). Das neue europäische Netzwerk makeITfair hat in zwei heute veröffentlichten Studien aufgedeckt, dass bei der ...
Zum Tag der Arbeit: Verbraucher können Kinderarbeit eindämmenOsnabrück, 01.05.2007: Zum Tag der Arbeit am 1.Mai ruft das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes Verbraucher auf, beim Einkauf darauf zu achten, ob Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen. Wer beim Einkauf Wert darauf legt, keine Produkte aus Kinderhand zu kaufen, findet Hinweise und Informationen in der terre des hommes-Broschüre "Kinderarbeit Was Verbraucher und Unternehmen tun können".
Fair gehandelte Blumen zum ValentinstagOsnabrück, 14.02.2007: Unter dem Motto "Wir sind wichtiger als tausende von Blumen" fordern Blumenarbeiterinnen aus Kolumbien, Ecuador, Kenia und Simbabwe mit Aktionen am Valentinstag bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Die Zeit vor dem 14. Februar bedeute für die Blumenarbeiterinnen Arbeitszeiten von bis zu 18 Stunden pro Tag bei gleichzeitig höherem Leistungsdruck, ....
Ökologische Zukunft für "Unberührbare"Osnabrück, 14.09.2006: Zu wenig Regen, ausgelaugte, zu trockene, versalzene und mit Pestiziden verseuchte Böden, ein drastischer Rückgang von Flora und Fauna: Die Bauern im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh sind in Not! Doch jetzt keimt Hoffnung auf Hilfe. Mit 125.000 Euro der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) will terre des hommes den Menschen neue Perspektiven bieten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt der Kinderarbeit die "Rote Karte"Berlin, 12.05.2006: Bundeskanzlerin Angela Merkel beteiligt sich an der Kampagne der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und zeigt der Kinderarbeit die "Rote Karte". Anlass für die Aktion sind der Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni und die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland.
Für mehr FairnessKöln, 13.12.2005: Die im September 2005 deutschlandweit eingeführten Rosen mit TransFair-Siegel haben sich etabliert: Bereits 2,5 Millionen Rosen wurden in den rund 500 teilnehmenden Filialen der Handelskette Kaisers Tengelmann verkauft. Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen überreichte die 2,5 Millionste "fairfleurs"-Rose an eine Kundin in der Düsseldorfer Königsallee.
PETA ermittelt vegetarierfreundlichste Stadien der 1. FußballbundesligaGerlingen, 02.12.2005: Nach Informationen der internationalen Tierrechtsorganisation PETA zeigen immer mehr Fans tierquälerischen Produkten die rote Karte und bevorzugen Gerichte die durch weniger gesättigte Fettsäuren und Cholesterin auch noch gesünder sind. Immer mehr vegetarische Gerichte halten Einzug in deutsche Stadien. "Der Gerechtigkeitssinn der Fans bezieht sich heutzutage nicht nur auf das Spiel. Schlägereien unter Fans und Bälle aus Kinderarbeit sind mittlerweile genauso verpönt wie Nachtreten auf dem Rasen.
TransFair-Aktionswochen bei KarstadtWiesbaden, 25.11.2005: Vom 21. November bis 03. Dezember werden fair gehandelte Produkte in allen Lebensmittelmärkten der Karstadt Warenhaus AG besonders beworben. In Vertretung von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul besuchte Staatssekretär Erich Stather die Auftaktveranstaltung in Wiesbaden und rief zu einem bewussteren Einkaufsverhalten auf: "Bei fair gehandelten Produkten können Verbraucherinnen und Verbraucher sicher sein: Mit ihrem Beitrag helfen sie ganz direkt Menschen in Entwicklungsländern.
Stand: 3. Maerz 2010
Erstellt: 3. Maerz 2010
Erstellt: 3. Maerz 2010




















Druckansicht