Traumurlaub auf Kosten der Regenwälder
Berlin/Düsseldorf, 03.02.2010: Zum Ende der internationalen Bootsmesse 2010 in Düsseldorf zieht der NABU eine traurige Bilanz: Die meisten Aussteller von Luxusyachten verbauen in ihren Booten tropische Hölzer, ohne auf gängige Nachhaltigkeitsstandards zu achten, so das Fazit des NABU-Bundesgeschäftsführers Leif Miller nach einem Rechercherundgang.
Sie seien daher mitverantwortlich für die radikalen Kahlschläge der Regenwälder in vielen tropischen Ländern und somit auch für den immer weiter fortschreitenden Globale Klimaveränderungen sind bereits im Gang und der Mensch ist dafür hauptverantwortlich.
Klimawandel. Es kann nicht sein, dass gut betuchte Bürger glamourös durch die Karibik schippern, während Menschenrechtsverletzungen und Regenwaldzerstörung durch illegalen Holzeinschlag weiter voranschreiten, sagte Miller.
Es sei erschreckend, mit welcher Ignoranz manche Austeller auf Fragen bezüglich der legalen Herkunft des von ihnen verwendeten Holzes reagierten. Kaum einer konnte sicher beweisen, dass dieses nicht aus illegalem Holzeinschlag und Regenwaldzerstörung stammt. Gängige Zertifizierungsinstrumente für nachhaltige F. ist die planmäßige Bewirtschaftung von Wäldern zur Holzgewinnung. Forstwirtschaft wie das weltweit agierende Forest Stewartship CouncilFSC-Siegel waren den meisten völlig unbekannt, berichtete NABU-Waldexperte Johannes Enssle. Nur ein einziger Aussteller, der norwegische Bootshersteller Windy, sei durch die Verwendung von Forest Stewartship CouncilFSC-zertifiziertem Holz ist das Zellgewebe von Bäumen. Es besteht zum größten Teil aus Zellulose und zelluloseähnlichen Stoffen.
Holz positiv aufgefallen.
Für tropische Hölzer ist das FSC-Siegel derzeit das einzige Siegel, das verlässlich die legale und nachhaltige Gewinnung des Holzes gewährleisten kann. Der NABU sieht Bootshersteller daher in der Pflicht, die legale Herkunft des verbauten Tropenholzes lückenlos nachzuweisen und fordert Yachtkäufer auf, auf das FSC-Siegel zu achten.
Ergebnisse des NABU-Rundgangs auf der boot 2010
23. bis 31. Januar 2010 in Düsseldorf
Liste der Bootsbauer auf der Internationalen Bootsmesse 2010, die tropische Hölzer verbauen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Marken, die Forest Stewartship CouncilFSC-Teakholz verwenden:
- Windy (NO) (auf Booten über 47 Fuß; Holz ist das Zellgewebe von Bäumen. Es besteht zum größten Teil aus Zellulose und zelluloseähnlichen Stoffen.
Holz nachvollziehbar aus Teakplantagen außerhalb von Burma) - SeaRay (PL, US)
- Nimbus (SE)
- Storebro (SE)
- Yamarin (FI)
Marken, die nicht zertifiziertes Teakholz (mit teilweise fraglicher Herkunft) verwenden:
- Galeon (PL)
- Viper (DE)
- Meridian (US)
- Doral (CA)
- Crownline (US)
- Windy (NO) (auf Booten unter 47 Fuß)
- Paragon (FI)
- Aquador (FI)
- Bella (FI)
- Flipper (FI)
- Sunseeker (UK)
- SeaLine (UK)
- Princess (UK)
- FairLine (UK)
- GrandBanks (SI)
Marken, die andere Hölzer als Teak verwenden:
- Jeanneau (FR) Iroko*
- Bavaria (DE) Iroko*
- Beneteau (FR) Iroko*
- Marino (FI) finnische Birke
* Als Iroko werden zwei afrikanischen Baumarten aus der Gattung Milicia bezeichnet. Beide stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten der IUCN (International Union for the Conservation of Nature): Milicia excelsa steht auf der Vorwarnliste, Milicia regia gilt als gefährdet.
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Erstellt: 3. Februar 2010




















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