Inserate
Top-News Technik und Wissenschaft
100 Euro Bonus für vorzeitigen Kühlschranktausch
Die Messlatte für das Energiekonzept
„Wer Innovationen fördern will, muss auch Risiken eingehen“
Labor statt Gehege – das Kaninchen, Tier des Monats August
Die Energiedoku Die 4. REVOLUTION überschreitet die Grenzen
Boom für „Grüne“ Energie zerstört indigene Völker
Schüler lernen mehr übers Meer
OECD erkennt endlich Hautreizungstest ohne Tierversuche an
Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie an der Weser: großer Handlungsbedarf
Kühlen Kopf durch die Kraft der Sonne und Klimaschutz im Blick
Ein Fall von fahrlässiger Körperverletzung?
Sonne, Wind und Co. – erneuerbare Energien verstehen
Zahlreich für Tierversuche genutzt: das Schaf, Tier des Monats Juli
Gestaltete Ökologie und nichtkünstliche Kunst
Schluss mit der Abzocke im Internet
Neues EU-Holzhandelsgesetz: ForestFinance begrüßt Gesetz gegen illegale Holzprodukte
Schlechte Noten für Klimagutachter
Bundeswehr bestätigt: Keine Tierversuche in der militärischen Ausbildung
Zukunft ohne Öl (Raggam/ Faißner)
CO2-Footprint - CO2-Bilanzierung für Produkte und Unternehmen durch CO2OL
Inserate
Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 16032

Gummi aus Löwenzahn

München, 02.09.2009: Naturkautschuk stammt vorwiegend aus Gummibäumen in Südost-asien. Ein Pilz bedroht diese Kautschukquelle jedoch. Forscher haben russischen Löwenzahn nun so optimiert, dass er sich ebenfalls für die großangelegte Kautschukproduktion eignet. Wer als Kind Löwenzahnblüten gepflückt hat, kennt die weiße Flüssigkeit, die beim Pflücken aus den Stengeln austritt.


Zäh, klebrig - und ein begehrtes Material: Naturkautschuk. Etwa 30 000 Produkte des täglichen Lebens enthalten dieses natürliche Gummi. Autoreifen, Katheterschläuche, Latexhandschuhe, Verschlusskappen von Getränkeflaschen sind einige Beispiele. Autoreifen beispielsweise wären ohne den Naturkautschuk nicht elastisch genug. Der Großteil dieses Materials stammt aus Gummibäumen in Südostasien.

Der so gewonnene Kautschuk kann jedoch allergische Reaktionen hervorrufen, was besonders bei Klinikartikeln problematisch ist. Zudem erschwert ein Pilz den Anbau: In Südamerika hat er die Pflanzen in solchem Ausmaß befallen, dass sie kaum großflächig kultiviert werden konnten. Die Krankheit scheint nun auch den Kautschukgürtel in Südostasien erreicht zu haben. Noch lässt sich der Pilz mit Fungiziden eindämmen. Würde er sich jedoch flächendeckend ausbreiten, hätten auch die Chemikalien keine Chance mehr - Experten befürchten, dass die Naturkautschukindustrie in diesem Fall zusammenbricht.

Forscher versuchen daher, andere Quellen zu nutzen - etwa russischen Löwenzahn. Aus ihm gewannen Deutsche, Russen und US Amerikaner bereits im zweiten Weltkrieg Kautschuk. Wird die Pflanze verwundet, tropft er aus der Pflanze heraus. Er ist jedoch schwer zu nutzen, weil er sofort polymerisiert. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Aachen sind der großangelegten Kautschukproduktion aus Löwenzahn einen Schritt näher gekommen.

"Wir haben das Enzym gefunden, das für die schnelle Polymerisation verantwortlich ist und haben dieses ausgeschaltet", sagt Prof. Dr. Dirk Prüfer, Abteilungsleiter am IME. "Wird die Pflanze beschädigt, fließt das Latex heraus statt zu polymerisieren. Wir erhalten etwa die vier- bis fünffache Menge wie üblich. Würden die Pflanzen großtechnisch angebaut, ließen sich so auf einem Hektar 500 bis 1000 Kilogramm Latex pro Vegetationsperiode produzieren." Der Löwenzahn-Kautschuk ruft bisher keine Allergien hervor und wäre daher besonders geeignet für den Einsatz in Kliniken.

Im Labor haben die Forscher den Löwenzahn gentechnisch verändert. In einem weiteren Schritt arbeiten sie daran, die optimierten Pflanzen auf klassischem Weg zu züchten. In etwa fünf Jahren, schätzt Prüfer, könnten sie ihr Ziel erreicht haben. Übrigens eignet sich der Löwenzahn nicht nur für die Kautschukproduktion: Die Pflanze stellt zudem sehr große Mengen des Süßstoffs Indulin her.

Autor: Fraunhofer-Gesellschaft

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Gummi, Kautschuk, Pflanzen":
Loki Schmidt ehrt Mainzer Naturschützer  für Projekte zur ArtenvielfaltLoki Schmidt ehrt Mainzer Naturschützer für Projekte zur Artenvielfalt
Mainz, 22.07.2010: Der 2. Juli 2010 war für die Naturgartenspezialisten des Gartenmarkts Ahornblatt ein großer Tag. Prof. Loki Schmidt, Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, verlieh den Mainzer Naturschützern einen Preis in Form einer stilisierten silbernen Pflanze. Damit ehrte die 91-jährige die professionelle und einfallsreiche Projektarbeit zum Artenschutz.
Lebensraum Totholz - Gestaltung und Naturschutz im GartenLebensraum Totholz - Gestaltung und Naturschutz im Garten
Darmstadt, 09.07.2010: Totholz ist die Grundlage für neues Leben und einer der wertvollsten Lebensräume überhaupt. Denn das tote Holz zersetzt sich in Wald und Natur zu wertvollem Humus für junges Grün. Die Artenvielfalt der beteiligten Pflanzen, Tiere und Pilze ist überwältigend.
Die Artenvielfalt der Meere ist auch unsere LebensversicherungDie Artenvielfalt der Meere ist auch unsere Lebensversicherung
Wädenswil, 08.06.2010: Nie zuvor hat sich das Leben auf unserem Planeten so rasch verändert, wie in den vergangenen hundert Jahren. Immer mehr Lebensräume werden unbewohnbar, Tier- und Pflanzenarten sterben in geradezu unheimlichem Tempo aus. Das sensible Ökosystem der Ozeane – einst ein Paradies voller Leben – gerät zunehmend aus dem Lot.
Todesfalle ÖlteppichTodesfalle Ölteppich
Frankfurt a. M., 10.05.2010: Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko droht nach Einschätzung des WWF zu einem Desaster für die Tier- und Pflanzenwelt der Region zu werden. Das Öl hat den Strand der Chandeleur Inseln erreicht. Die Inseln gehören zum Vogelschutzgebiet Breton National Wildlife Refuge, in dem schätzungsweise 34.000 Seevögel brüten.
Wo der Wurm die Nase rümpft – Bekämpfung schädlicher Fadenwürmer auf dem Acker mittels Senfpflanzen und ÖlrettichWo der Wurm die Nase rümpft – Bekämpfung schädlicher Fadenwürmer auf dem Acker mittels Senfpflanzen und Ölrettich
Münster, 03.05.2010: Senf und Rettich treiben uns beim Verzehr Tränen in die Augen. Schuld sind so genannte Senfölglykoside. Diese Pflanzenstoffe, die für stechenden Geruch und bitteren Geschmack zuständig sind, treiben auch schädliche Fadenwürmer in die Flucht.
123 neue Arten auf Borneo entdeckt123 neue Arten auf Borneo entdeckt
Frankfurt a. M., 23.04.2010: Im „Herzen Borneos“ wurden 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Das berichtet der WWF-Report „Borneos neue Welt“, der am Donnerstag veröffentlicht wird. Zu den neuen Arten gehören unter anderem ein fliegender Frosch, der seine Haut- und Augenfarbe ändert, und eine flammenfarbene Schlange. Insgesamt fanden die Forscher 67 Pflanzen, 17 Fische, fünf Frösche, drei Schlangen, einen Vogel, 29 Wirbellose und zwei Echsen.
Frischer geht’s nichtFrischer geht’s nicht
Köln, 17.04.2010: Köln, 16.04.2010: Markus Strauß bietet in seinem handlichen Praxisbuch „Die 12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen“ eine ausführliche Warenkunde zu den zwölf wichtigsten Wildpflanzen mit vielen Tipps zum richtigen Sammeln, Zubereiten und Konservieren sowie leckere Rezeptideen.
Gärten und Politik - Vom Kultivieren der ErdeGärten und Politik - Vom Kultivieren der Erde
München, 10.03.2010: »Der Garten ist ein umschlossener Ort, dazu bestimmt, das Beste zu schützen: Pflanzen, Ideen und den Boden, worin beide wurzeln.« Gilles Clément. Orte der Verteidigung gegen die wilde Natur – als solche haben Menschen von alters her Gärten und Städte angelegt.
Heilkräfte aus RegenwäldernHeilkräfte aus Regenwäldern
Völklingen, 11.02.2010: Neu erforschte und erstaunliche Therapiemöglichkeiten mit pflanzlichen und tierischen Substanzen aus den Regenwäldern. Der Regenwald ist die größte Naturapotheke der Welt. Bis heute wurde nur ein kleiner Teil der dortigen Pflanzen wissenschaftlich auf ihren möglichen Einsatz als Heilmittel untersucht, u.a. für Herz-Kreislaufmedikamente sowie gegen Krebs.
Web 2.0 – Bäume online spenden – auf wald.de Web 2.0 – Bäume online spenden – auf wald.de
Hamburg, 11.02.2010: Die Stiftung Unternehmen Wald hat im Internet unter www.wald.de das WaldKaufhaus gestartet. Auf der Seite können die Besucher ab sofort Bäume online für ausgewählte Bundesländer spenden. Die Preise für Forstpflanzen belaufen sich auf max. 5,50 Euro pro Stück.

Stand: 2. September 2009
Erstellt: 2. September 2009