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Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 15656

Gentechnik-Forschung geht am Markt vorbei

BUND und Bioland fordern mehr Transparenz bei der staatlichen Forschungsförderung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Bioanbauverband BIOLAND forderten anlässlich des morgigen "Runden Tisches" der Bundesforschungsministerin Annette Schavan mehr Transparenz bei der Forschungsförderung im Bereich der Agro-Gentechnik.

Derzeit sei nicht ersichtlich, wer von den staatlichen Zuwendungen letztendlich profitiere: die Privatwirtschaft oder die Gesellschaft, die dafür bezahlen, so der Vorwurf der Verbände. Das gelte insbesondere für Projekte, die im Rahmen der sogenannten Hightech-Strategie von Forschungsministerin Schavan angestoßen worden seien.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Die Forscher müssen endlich für die Gesellschaft forschen, die sie finanziert. Gentechnik-Projekte werden zwar mit Steuergeldern in dreistelliger Millionenhöhe gepäppelt. Doch bisher sind die Forscher den Beweis schuldig geblieben, dass die Agro-Gentechnik tatsächlich die Lösungen bietet, die sie versprochen hat. Pflanzen, die dem Klimawandel trotzen und sich für eine umweltfreundliche Energiegewinnung eignen, sind nicht in Sicht. Statt weiterhin knappe staatliche Mittel in eine von der Gesellschaft nicht akzeptierte Technologie zu stecken, muss es in der Forschungspolitik ein Umdenken geben: Weg von den Gentech-Pflanzen und hin zu einer Förderung der klassischen und ökologischen Pflanzenzüchtung."

Die Verbände kritisierten die Zusammensetzung des "Rundes Tisches" als einseitig. Thomas Dosch, Präsident von Bioland: "Wenn von 24 Geladenen gerade sechs dem kritischen Lager zuzurechnen sind, dann läuft das der Idee eines Runden Tisches völlig zuwider. Runde Tische leben von der gleichberechtigten Teilhabe und einem Dialog auf Augenhöhe. So aber ist klar: Die Verfechter der Gentechnik in der Landwirtschaft wollen unter sich bleiben, den Kritikern wird der Katzentisch zugewiesen. Das zeigt, dass Forschungsministerin Schavan kein Interesse an der von ihr angemahnten Wertedebatte hat, sondern auf ein blindes 'Weiter so' setzt."

Autor: BUND Freunde der Erde

Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Gentechnik":
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Berlin, 15.10.2009: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die künftigen Koalitionäre von Union und FDP aufgefordert, das Anbauverbot des Genmais MON 810 beizubehalten und sich von ihrem Pro-Gentechnikkurs zu verabschieden. Die Ankündigung, die Nulltoleranz für in der Europäischen Union nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen zu kippen, wäre „der Anfang vom Ende der Gentechnikfreiheit in Deutschland“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.
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Berlin, 30.09.2009: Auch die neue Regierung muss Bürgerwillen respektieren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem Wahlergebnis der Bundestagswahl vom 27. September 2009 kein Votum pro Atomkraft und pro Gentechnik. Sämtliche Umfragen im Umfeld der Wahlen hätten gezeigt, dass es stabile Mehrheiten gegen längere Laufzeiten für Atommeiler und gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft gebe.
"Ohne Gentechnik" ist Mogelpackung
Frankfurt, 12.09.2009: Die Möglichkeit, Lebensmittel mit dem Zusatz "Ohne Gentechnik" auszuzeichnen, gibt es bereits seit Mai 2008 – umgesetzt wurde sie bislang jedoch nur von wenigen Herstellern. Nun soll ein einheitliches Label des Bundesverbraucherministeriums für neuen Schub sorgen. Auch das Marketing wurde aufgehübscht.
Genmais gefährdet SchmetterlingeGenmais gefährdet Schmetterlinge
Berlin, 13.07.2009: Der NABU kritisiert, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine Bedenken gegen den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 hat. Zu begrüßen sei jedoch, dass die EU-Behörde erstmals mögliche Risiken für Schmetterlinge und andere so genannte Nicht-Ziel-Organismen einräumt. Sie rät daher in ökologisch sensiblen ...
Teuflischer ZwirnTeuflischer Zwirn
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Gentechnisch veränderte Gentechnisch veränderte "Amflora"-Kartoffeln freigesetzt
Berlin, 05.05.2009: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat am 30. April der BASF Plant Science GmbH die Freisetzung gentechnisch veränderter Kartoffeln unter Auflagen genehmigt. Gestattet wurde die Freisetzung der so genannten "Amflora"-Kartoffel auf einer Fläche in der Gemeinde Bütow (Mecklenburg-Vorpommern). Geplant ist, die gentechnisch veränderten Kartoffeln in den Jahren 2009 und 2010 auf einer Fläche von ...
Grüne Gentechnik – Koexistenz und HaftungGrüne Gentechnik – Koexistenz und Haftung
Köln, 27.02.2009: Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sagte der Berliner Zeitung: "Die grüne Gentechnik bringt dem Menschen hierzulande bisher keinen erkennbaren Nutzen." Die Ministerin kündigte an, die Zulassung der einzigen in Deutschland zugelassenen gentechnisch veränderten Maissorte "MON 810" des US-Herstellers Monsanto noch einmal zu überprüfen.
Umweltjournal-Buchtipp: Mit Gift und GenenUmweltjournal-Buchtipp: Mit Gift und Genen
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München, 07.02.2009: Früher war die Sache klar: Sobald ein Mensch geboren ist, gibt es kein Zurück. Ob Leber, Muskel oder Haut - keine Körperzelle, so schien es, kann je wieder etwas anderes werden als sie ist. Dieses Dogma freilich ist inzwischen widerlegt. Selbst ausgereifte Zellen, so weiß man heute, lassen sich in einen embryonalen Zustand zurückversetzen - wenn auch nur mithilfe krebsfördernder Gene und heikler ...

Stand: 25. Mai 2009
Erstellt: 25. Mai 2009