Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 14473

Einheitliche Funkfrequenzen für Autos





Brüssel, 06.08.2008: Die EU-Kommission hat heute beschlossen, bestimmte Funkfrequenzen europaweit für die intelligente Fahrzeugkommunikation (sogenannte kooperative Systeme) zu reservieren. Mit Hilfe solcher Systeme können Kraftfahrzeuge sowohl untereinander als auch mit Straßeninfrastrukturen direkt kommunizieren. Sie können beispielsweise andere Fahrer warnen, wenn Eisglätte auftritt oder sich gerade ein Unfall ereignet hat.


Intelligente Fahrzeugkommunikationssysteme können viel dazu beitragen, das Leben der europäischen Autofahrer sicherer und leichter zu machen: 2006 gab es auf den Straßen der Europäischen Union bei Verkehrsunfällen mehr als 42 000 Todesopfer und über 1,6 Millionen Verletzte. Gleichzeitig staut sich der Verkehr auf den europäischen Straßen jeden Tag in einer Länge von 7 500 km. Die heutige Kommissionsentscheidung soll auch Anreize für Investitionen der Automobilindustrie in intelligente Fahrzeugkommunikationssysteme geben und die Bereitstellung öffentlicher Mittel für grundlegende straßenseitige Infrastrukturen fördern.

„Die heutige Kommissionsentscheidung ist ein wichtiger Schritt zur Verringerung der Straßenverkehrsunfälle, die sich Europa zum Ziel gesetzt hat. Eine schnelle und genaue Weitergabe wichtiger Verkehrsinformationen ist für die Straßenverkehrssicherheit unverzichtbar“, sagte die für die Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Wir sollten auch nicht vergessen, dass die Autofahrer 24 Prozent ihrer Fahrzeit in Staus verbringen und die dadurch verursachten Kosten bis 2010 auf 80 Milliarden Euro steigen dürften. Wenn wir dank intelligenter Fahrzeugkommunikationssysteme Zeit gewinnen, können wir also auch viel Geld sparen.“

Durch die heute erlassene Entscheidung der Kommission wird EU-weit ein einheitliches Frequenzband für eine direkte und zuverlässige Kommunikation zwischen Fahrzeugen sowie zwischen Fahrzeugen und straßenseitigen Infrastrukturen festgelegt. Es handelt sich um einen Frequenzbereich von 30 MHz im 5,9-GHz-Band, den die zuständigen nationalen Behörden in den kommenden sechs Monaten überall in Europa für Anwendungen zur Erhöhung der Straßenverkehrssicherheit zuweisen werden, ohne jedoch andere, bereits bestehende Dienste (zum Beispiel Amateurfunk) zu verbieten.

Die Entscheidung ist Teil der 2006 ergriffenen Initiative „Intelligentes Fahrzeug“, mit der die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gefördert wird, um den Straßenverkehr nicht nur intelligenter zu organisieren, sondern auch sicherer und umweltfreundlicher zu machen.
Autor: Europäische Kommission in Deutschland
2060 Aufrufe
Stand: 6. August 2008
Erstellt: 6. August 2008

Weiterführende Informationen:

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