Feinstaub und Verkalkung der Herzkranzgefäße
Duisburg, 18.07.2007: Personen, die an stark befahrenen Straßen wohnen, leiden öfter an einer Verkalkung der Herzkranzgefäße, wodurch das Risiko für einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall ansteigt. Das fanden Wissenschaftler der Universitäten Duisburg-Essen und Düsseldorf bei einer Analyse der Heinz Nixdorf Recall Studie heraus, die diesen Monat in der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift "Circulation", dem Organ der American Heart Association, veröffentlicht wird."Das wichtigste Ergebnis unserer Studie ist, dass Menschen, die nahe an einer vielbefahrenen Straße wohnen, eine stärkere Arteriosklerose der Herzkranzgefäße - die Blutgefäße, die das Herz versorgen - aufweisen als solche, die weiter entfernt wohnen," sagt Dr. Barbara Hoffmann vom Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Wenn von epidemiologischen Studien die Rede ist, geht es immer um Statistik, also um das Rechnen mit Krankheitsfällen. Definitionsgemäß ist die Epidemiologie die Lehre von den Volkskrankheiten oder die Wissenschaft vom Auftreten der Krankheiten in der menschlichen Bevölkerung.Epidemiologie der Universität Duisburg-Essen. "Dies gilt auch, wenn wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen, wie siehe Tabakrauch, Passivrauchen, Nikotin.Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und ein hoher Cholesterinspiegel berücksichtigt werden."
Verglichen mit Studienteilnehmern, die mehr als 200 m entfernt von einer Autobahn oder Bundesstraße wohnen, ist die Chance, eine starke Verkalkung zu haben, erhöht um
- 63% für diejenigen, die innerhalb 50 m wohnen,
- 34% für diejenigen, die innerhalb 51-100 m wohnen und
- 8% für diejenigen, die innerhalb 101-200 m wohnen.
Die Hauptursache für innerstädtische Unterschiede in der Feinstaubkonzentration ist der Verkehr verursacht Umweltauswirkungen, die v.a. durch die Transportaktivitäten und durch den Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur entstehen. Verkehr. Feinstäube sind kleine Schwebeteilchen, die unter anderem bei der Als Verbrennung bezeichnet man umgangssprachlich eine chemische Reaktion, bei der sich ein chemisches Element schnell und unter Wärmeabgabe mit Sauerstoff verbindet. Verbrennung fossiler Brennstoffe, in Auch als sekundärer Sektor bezeichnet, in Abgrenzung von Landwirtschaft (primärer Sektor) und Dienstleistungen (tertiärer Sektor). Industrie und Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft und bei der Holz hat einen geringeren Schwefelgehalt und setzt daher bei seiner Verbrennung weniger Schwefeldioxid frei als Heizöl und Kohle. Holzverbrennung entstehen.
Während frühere Untersuchungen bereits einen Zusammenhang zwischen der Der Begriff L. fasst eine Vielzahl von Verunreinigungen der Luft mit umwelt- und gesundheitsgefährdender Substanzen zusammen.Luftverschmutzung mit Staub weist eine Teilchengröße zwischen 1 und 10 Mikrometer. Als Feinstaub bezeichnet man winzige, mit bloßem Auge nicht sichtbare Partikel mit einer Teilchengrößen unter 1 Mikrometer.Feinstaub und dem Risiko für Herzinfarkte und plötzlichem Herztod gezeigt haben, verbindet die Heinz Nixdorf Recall Studie die Verkehrsbelastung mit der Arterioskleose der Herzkranzgefäße, dem wichtigsten Grund für Herzerkrankungen. "Dies ist die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen einer langandauernden hohen Verkehrsbelastung nahe der Wohnung und der Herzkranzgefäßverkalkung untersucht. Damit zeigen wir einen möglichen Mechanismus der Wirkung von Feinstäuben auf das Herz," sagt Dr. Hoffmann.
Die Studie wurde durchgeführt im Rahmen der Heinz Nixdorf Recall Studie, die seit 2000 in den drei Städten Mülheim, Essen und Bochum neue Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen untersucht. Insgesamt 4814 zufällig ausgewählte Männer und Frauen im Alter von 45-74 Jahren wurden bei der Erstuntersuchung nach bekannten Risikofaktoren und Vorerkrankungen befragt. Es wurden unter anderem umfangreiche Laboranalysen und Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der Gefäße durchgeführt. Der Verkalkungsgrad der Herzkranzgefäße wurde mit der Elektronenstrahl-Computertomographie (EBCT) ermittelt. Die Wohnadresse der Teilnehmer wurde genutzt, um ihre chronische Belastung gegenüber Verkehr verursacht Umweltauswirkungen, die v.a. durch die Transportaktivitäten und durch den Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur entstehen. Verkehr und Feinstäuben abzuschätzen. Die Untersuchung wurde durchgeführt in enger Kooperation mit den drei beteiligten Städten.
Nach fünf Jahren werden die Studienteilnehmer der Heinz Nixdorf Recall Studie nachuntersucht. "Dann können wir sehen, ob der Verkehr oder die Feinstaubbelastung an der Wohnung zu einer Zunahme der bestehenden Verkalkungen führen," sagt Dr. Hoffmann.
Die Heinz Nixdorf Recall Studie wird geleitet von Prof. Dr. Erbel, Direktor der Klinik für Kardiologie des Westdeutschen Herzzentrums, Universitätsklinikum Essen, und Prof. Dr. Jöckel, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Wenn von epidemiologischen Studien die Rede ist, geht es immer um Statistik, also um das Rechnen mit Krankheitsfällen. Definitionsgemäß ist die Epidemiologie die Lehre von den Volkskrankheiten oder die Wissenschaft vom Auftreten der Krankheiten in der menschlichen Bevölkerung.Epidemiologie, Universitätsklinikum Essen. Die Heinz Nixdorf Stiftung finanziert die Studie. Autoren der Untersuchung sind Dr. B. Hoffmann M.P.H., Dr. S. Moebus M.P.H., PD Dr. S. Möhlenkamp, Prof. Dr. A. Stang M.P.H., Dr. N. Lehmann, Dr. N. Dragano, PD Dr. A. Schmermund, Dr. M. Memmesheimer, Prof. Dr. K. Mann, Prof. Dr. R. Erbel, und Prof. Dr. K.H. Jöckel.
Autor: Universität Duisburg-Essen
Weiterführende Informationen:
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Feinstaub":
Neue EU-Luftqualitätsrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt Berlin, 06.08.2010: Heute (6. August 2010) treten in Deutschland strengere Vorgaben für die Luftqualität in Kraft. Damit wird die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Erstmals werden Luftqualitätswerte für die besonders gesundheitsschädlichen kleinen Feinstäube (Durchmesser kleiner als 2,5 Mikrometer; PM2.5) festgesetzt.
Feinstaubbelastung viel zu hoch!Brüssel, 30.01.2009: Da die Luftqualitätsstandards der EU für gefährliche Feinstaubpartikel (PM10) nicht eingehalten wurden, hat die EU-Kommission Vertragsverletzungsverfahren gegen zehn Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, eingeleitet. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte: "Luftverschmutzung hat ernste Auswirkungen auf die Gesundheit, und die Einhaltung der EU-Standards muss für uns allerhöchste Priorität haben.
Feinstaub-Kontrollteams unterwegsBerlin, 07.01.2009: Ein Jahr nach dem Start der ersten Umweltzonen in Deutschland setzen 32 Kommunen und Ballungszentren auf das Instrument "Umweltzone". Zum Jahresbeginn 2009 kamen allein acht Städte mit Einfahrbeschränkungen für "Dieselstinker" hinzu. "Feinstaub-Kontrollteams" der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) haben in allen Umweltzonen die Einhaltung durch die Autohalter kontrolliert und diese vor Ort über ...
Feinstaubskandal: Merkwürdiger Verkehrsunfall an MessstationLeipzig, 29.11.2008: Am 26.11.2008 ist nach einem Verkehrsunfall die Feinstaubmessstation Leipzig-Mitte ausgefallen. Diese hatte bereits 34 Grenzwertüberschreitungen in diesem Jahr registriert. Nur 35 Tage sind im Jahr laut EUVerordnung und BISchG erlaubt.
Klarer Himmel über PekingBaden-Baden, 27.08.2008: Während der Olympischen Spiele war die Luft in Peking so sauber und der Himmel so klar wie seit 10 Jahren nicht mehr. Ich habe zwei Jahre zuvor die Stadt im Smog erlebt die Sicht nicht weiter als 200 Meter. Doch als am letzten Sonntag die Marathonläufer durch die 10 Millionen-Metropole liefen, strahlte die Sonne, die Luft war klar und der Himmel blau. Bis weit in den Osten war die Silhouette der Westberge zu sehen.
Gesundheit wichtiger als Autos!Baden-Baden, 27.07.2008: Der Europäische Gerichtshof hat das Recht der Bürger auf saubere Luft gestärkt. Wenn die Feinstaubbelastung am Wohnort die EU-Grenzwerte übersteigt, kann jeder Bürger von seiner Kommune einen Sofortplan mit konkreten Maßnahmen einfordern. Ab sofort können also umweltbewusste Bürger ihre schlampigen Politiker unter Druck setzen.
Bessere Luft für EuropaBrüssel, 15.04.2008: Die EU-Kommission hat die Einführung neuer Zielsetzungen für Feinstaubpartikel begrüßt. Die neuen Rechtsvorschriften unterstreichen das ausdrückliche Bemühen der Europäischen Union für eine verbesserte Luftqualität in der EU. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte : "Die Europäische Union hat heute einen entscheidenden Schritt zur Bekämpfung eines der Hauptgründe für Umwelt- und Gesundheitsprobleme unternommen.
Fernsehtipp: Umweltkrankheiten auf dem VormarschFrankfurt, 06.04.2008: Feinstaub, Lärm und Chemikalien setzen dem Körper zu. Er reagiert mit Allergien und anderen Erkrankungen. Doch es sind nicht nur die Giftstoffe, die gesundheitsschädlich sind. Auch der Klimawandel spielt mittlerweile eine unheilvolle Rolle. Umweltkrankheiten sind das Thema bei ZDF.umwelt am 06. April.
Profitiert unsere Gesundheit von Umweltzonen?München, 06.03.2008: "Umweltzonen können für die menschliche Gesundheit weit mehr nützen, als sich aus den routinemäßigen Feinstaubmessungen ablesen lässt. Sie sind umso effektiver, je stringenter sie die Hauptübeltäter aus der Stadt heraus halten, und das sind Diesel-Pkws und Diesel-Lkws ohne Partikelfilter". Zu diesem Ergebnis kommt Professor H. Erich Wichmann vom Helmholtz Zentrum München nach der Auswertung von Studien aus Deutschland ...
Feinstaubkontrolle: Fahrverbote in acht Städten Baden WürttembergsRadolfzell, 29.02.2008: Am 1. Januar 2008 wurden Umweltzonen in Berlin, Hannover und Köln eingerichtet. Zum 1. März ziehen acht Städte in Baden-Württemberg nach: Tübingen, Reutlingen, Stuttgart, Leonberg, Schwäbisch Gmünd, Ludwigsburg, Ilsfeld und Mannheim. Die Deutsche Umwelthilfe und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Baden-Württemberg, begrüßen Umweltzonen in Gebieten massiver Feinstaubbelastung ...
Stand: 18. Juli 2007
Erstellt: 18. Juli 2007
Erstellt: 18. Juli 2007




















Druckansicht