Inserate
Top-News Technik und Wissenschaft
100 Euro Bonus für vorzeitigen Kühlschranktausch
Die Messlatte für das Energiekonzept
„Wer Innovationen fördern will, muss auch Risiken eingehen“
Labor statt Gehege – das Kaninchen, Tier des Monats August
Die Energiedoku Die 4. REVOLUTION überschreitet die Grenzen
Boom für „Grüne“ Energie zerstört indigene Völker
Schüler lernen mehr übers Meer
OECD erkennt endlich Hautreizungstest ohne Tierversuche an
Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie an der Weser: großer Handlungsbedarf
Kühlen Kopf durch die Kraft der Sonne und Klimaschutz im Blick
Ein Fall von fahrlässiger Körperverletzung?
Sonne, Wind und Co. – erneuerbare Energien verstehen
Zahlreich für Tierversuche genutzt: das Schaf, Tier des Monats Juli
Gestaltete Ökologie und nichtkünstliche Kunst
Schluss mit der Abzocke im Internet
Neues EU-Holzhandelsgesetz: ForestFinance begrüßt Gesetz gegen illegale Holzprodukte
Schlechte Noten für Klimagutachter
Bundeswehr bestätigt: Keine Tierversuche in der militärischen Ausbildung
Zukunft ohne Öl (Raggam/ Faißner)
CO2-Footprint - CO2-Bilanzierung für Produkte und Unternehmen durch CO2OL
Inserate
Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 12259

Freisetzung gentechnisch veraenderter Erbsen in Gatersleben genehmigt

Berlin, 26.04.2007: Das Bundesamt fuer Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute der Firma Novoplant die Freisetzung gentechnisch veraenderter Erbsen auf rund 100 Quadratmetern in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) genehmigt. Damit duerfen in der Vegetationsperiode 2007 insgesamt 600 gentechnisch veraenderte Erbsenpflanzen zu wissenschaftlichen Zwecken freigesetzt werden.


Das BVL kommt in seiner Sicherheitsbewertung zu dem Schluss, dass von dem Freisetzungsversuch keine schaedlichen Einfluesse auf Menschen und Tiere sowie auf die Umwelt zu erwarten sind, verfuegt aber vorsorglich Sicherheitsmassnahmen.

Der Oeffentlichkeit wurde durch die Auslegung der Antragsunterlagen die Moeglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Rund 75.000 Buerger sprachen sich, ueberwiegend durch die Unterzeichnung von Unterschriftenlisten, gegen die Freisetzung aus. Die Argumente der Einwendungen wurden bei der fachlichen und rechtlichen Bewertung des Antrags geprueft. Durch die oeffentliche Auslegung des Bescheids wird den Einwendern Gelegenheit gegeben, nachzuvollziehen, in welcher Form das BVL die Einwendungen in seiner Genehmigung bewertet und beruecksichtigt hat.

Das Leibniz-Institut fuer Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) wird waehrend der Freisetzung keine zum Sortiment der Genbank gehoerenden Erbsen im Freiland kultivieren, so dass Auskreuzungen in das Erbmaterial der Genbank vermieden werden. Zu Flaechen ausserhalb des Institutsgelaendes, auf denen konventionelle Erbsen angebaut werden, wird ein Abstand von mindestens 1000 Metern eingehalten. Da bei Erbsenpflanzen ueberwiegend Selbstbestaeubung stattfindet, ist die Wahrscheinlichkeit einer Auskreuzung ohnehin gering. Die Freisetzungsflaeche wird abgeschirmt, so dass die Pflanzen fuer Voegel und Kleinsaeuger nicht zu erreichen sind. Die Flaeche ist sorgfaeltig von Hand abzuernten; nicht benoetigtes Erntematerial ist zu vernichten. Im Jahr nach der Freisetzung muss auf der Flaeche nach nachwachsenden Erbsenpflanzen gesucht werden, die zu entfernen sind. Sollten im Jahr nach der Freisetzung gentechnisch veraenderte Erbsen auftreten, so ist die Nachkontrolle um ein Jahr zu verlaengern. Die im Freisetzungsversuch gewonnenen Erbsen duerfen nicht als Lebensmittel oder als Futtermittel ausserhalb eines vorgesehenen Tierversuchs verwendet werden.

In die gentechnisch veraenderten Erbsen wurde Erbgut aus der Ackerbohne, der Maus und dem Blumenkohlmosaikvirus eingebracht sowie synthetisch erzeugtes. In Tierversuchen soll ueberprueft werden, ob durch das Verfuettern der gentechnisch veraenderten Erbsen Schweine vor bestimmten Darminfektionen geschuetzt werden koennen.

Fuer die Entscheidung des BVL wurden Stellungnahmen des Bundesamts fuer Naturschutz, des Bundesinstituts fuer Risikobewertung und des Robert-Koch-Instituts eingeholt. Gleichzeitig wurden Stellungnahmen des unabhaengigen Wissenschaftler- und Sachverstaendigengremiums, der Zentralen Kommission fuer die Biologische Sicherheit, und der Biologischen Bundesanstalt fuer Land- und Forstwirtschaft in die Entscheidung einbezogen. Darueber hinaus wurde das BVL durch die fachliche Stellungnahme des Landes Sachsen-Anhalt unterstuetzt.

HINTERGRUNDINFORMATION
Das BVL ist zustaendig fuer den Vollzug wichtiger Teile des Gentechnikgesetzes. Es berät die Bundesregierung sowie die Laender und ihre Gremien in Fragen der biologischen Sicherheit in der Gentechnik. Gentechnisch veraenderte Organismen muessen zunaechst ein Genehmigungsverfahren beim BVL positiv durchlaufen, ehe sie freigesetzt werden duerfen. Ferner fuehrt das BVL die Geschäftsstelle der Zentralen Kommission fuer die Biologische Sicherheit. Das BVL ist die national zuständige Behoerde für gemeinschaftliche Genehmigungsverfahren der EU zum Inverkehrbringen gentechnisch veraenderter Organismen und koordiniert für Deutschland die BIO-TRACK-Datenbank der OECD. Als nationale Kontaktstelle des Internationalen Uebereinkommens ueber die biologische Sicherheit managt das BVL fuer Deutschland den Informations-austausch ueber lebende gentechnisch veraenderte Organismen im so genannten Biosafety Clearing House.

Foto: Dixiland/Pixelio.de

Autor: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Weiterführende Informationen:


Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Gentechnik":
Deutschland muss gentechnikfrei bleiben!Deutschland muss gentechnikfrei bleiben!
Berlin, 15.10.2009: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die künftigen Koalitionäre von Union und FDP aufgefordert, das Anbauverbot des Genmais MON 810 beizubehalten und sich von ihrem Pro-Gentechnikkurs zu verabschieden. Die Ankündigung, die Nulltoleranz für in der Europäischen Union nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen zu kippen, wäre „der Anfang vom Ende der Gentechnikfreiheit in Deutschland“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.
Schwarz-Gelb ist kein Votum pro Atomenergie und pro GentechnikSchwarz-Gelb ist kein Votum pro Atomenergie und pro Gentechnik
Berlin, 30.09.2009: Auch die neue Regierung muss Bürgerwillen respektieren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem Wahlergebnis der Bundestagswahl vom 27. September 2009 kein Votum pro Atomkraft und pro Gentechnik. Sämtliche Umfragen im Umfeld der Wahlen hätten gezeigt, dass es stabile Mehrheiten gegen längere Laufzeiten für Atommeiler und gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft gebe.
"Ohne Gentechnik" ist Mogelpackung
Frankfurt, 12.09.2009: Die Möglichkeit, Lebensmittel mit dem Zusatz "Ohne Gentechnik" auszuzeichnen, gibt es bereits seit Mai 2008 – umgesetzt wurde sie bislang jedoch nur von wenigen Herstellern. Nun soll ein einheitliches Label des Bundesverbraucherministeriums für neuen Schub sorgen. Auch das Marketing wurde aufgehübscht.
Genmais gefährdet SchmetterlingeGenmais gefährdet Schmetterlinge
Berlin, 13.07.2009: Der NABU kritisiert, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine Bedenken gegen den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 hat. Zu begrüßen sei jedoch, dass die EU-Behörde erstmals mögliche Risiken für Schmetterlinge und andere so genannte Nicht-Ziel-Organismen einräumt. Sie rät daher in ökologisch sensiblen ...
Teuflischer ZwirnTeuflischer Zwirn
Darmstadt, 05.06.2009: Wissenschaftler um Prof. Dr. Ralf Kaldenhoff von der TU Darmstadt haben ein gentechnisches Verfahren entwickelt, mit dem Nutzpflanzen gegen Angriffe des Teufelszwirns gewappnet werden können. Der Teufelszwirn (Cuscuta), ein pflanzlicher Parasit, verursacht vor allem in wärmeren Ländern immense ...
Gentechnik-Forschung geht am Markt vorbeiGentechnik-Forschung geht am Markt vorbei
BUND und Bioland fordern mehr Transparenz bei der staatlichen Forschungsförderung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Bioanbauverband BIOLAND forderten anlässlich des morgigen "Runden Tisches" der Bundesforschungsministerin Annette Schavan mehr Transparenz bei der Forschungsförderung im Bereich der Agro-Gentechnik.
Gentechnisch veränderte Gentechnisch veränderte "Amflora"-Kartoffeln freigesetzt
Berlin, 05.05.2009: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat am 30. April der BASF Plant Science GmbH die Freisetzung gentechnisch veränderter Kartoffeln unter Auflagen genehmigt. Gestattet wurde die Freisetzung der so genannten "Amflora"-Kartoffel auf einer Fläche in der Gemeinde Bütow (Mecklenburg-Vorpommern). Geplant ist, die gentechnisch veränderten Kartoffeln in den Jahren 2009 und 2010 auf einer Fläche von ...
Grüne Gentechnik – Koexistenz und HaftungGrüne Gentechnik – Koexistenz und Haftung
Köln, 27.02.2009: Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sagte der Berliner Zeitung: "Die grüne Gentechnik bringt dem Menschen hierzulande bisher keinen erkennbaren Nutzen." Die Ministerin kündigte an, die Zulassung der einzigen in Deutschland zugelassenen gentechnisch veränderten Maissorte "MON 810" des US-Herstellers Monsanto noch einmal zu überprüfen.
Umweltjournal-Buchtipp: Mit Gift und GenenUmweltjournal-Buchtipp: Mit Gift und Genen
Köln/Brühl, 08.02.2009: Die Machenschaften von Monsanto, einer schon unzählige Male verklagten amerikanischen Firma, erklärt uns die Autorin Marie-Monique Robin in ihrem neuesten Buch "Mit Gift und Genen". Der Chemie- und Biotech-Riese Monsanto spielt mit seinen Produkten wie Pestiziden und genmanipulierten Pflanzen eine umstrittene Rolle in der Weltnahrungsmittelproduktion. Durch den Vertrieb von gentechnisch verändertem Saatgut erzielt ...
Das Gen, das die Lebensuhr zurückdrehtDas Gen, das die Lebensuhr zurückdreht
München, 07.02.2009: Früher war die Sache klar: Sobald ein Mensch geboren ist, gibt es kein Zurück. Ob Leber, Muskel oder Haut - keine Körperzelle, so schien es, kann je wieder etwas anderes werden als sie ist. Dieses Dogma freilich ist inzwischen widerlegt. Selbst ausgereifte Zellen, so weiß man heute, lassen sich in einen embryonalen Zustand zurückversetzen - wenn auch nur mithilfe krebsfördernder Gene und heikler ...

Stand: 30. April 2007
Erstellt: 26. April 2007