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Berlin, 28.07.2006: SOMMERSCHLUSS, Teil 2 von 3: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat die Pläne der Bundesregierung für einen Energiepass für Gebrauchtwagen zurückgewiesen. Der vzbv befürwortet einen Energiepass, lehnt aber das von Bundeswirtschaftsminister Glos und Bundesverkehrsminister Tiefensee favorisierte Modell eines Verbrauchspasses strikt ab."Ein
Der E. gibt in Form standardisierter Kennzahlen an, wie hoch der Energieverbrauch eines Hauses bzw. einer Wohnung ist. Energiepass auf der Basis des Durchschnittsverbrauchs der letzten Nutzer ist wertlos," sagte vzbv-Chefin Prof. Dr. Edda Müller. "Ein Verbrauchspass hilft allein den Gebrauchtwagenhändlern, Benzinfresser besser zu verkaufen."
Zur Förderung energiesparender Gebrauchtwagen will die Bundesregierung ab 2007 einen Energiepass einführen. Verkäufer oder Vermieter eines Gebrauchtwagens müssen den Energiepass vorweisen, damit sich die neuen Nutzer über Energieverbrauch und Kosten des Fahrzeugs informieren können. Mehr Transparenz über den Energieverbrauch würde Verkäufern oder Vermietern besonders sparsamer Fahrzeuge einen Wettbewerbsvorteil verschaffen - ihre Autos würden attraktiver. Benzinschluckende Fahrzeuge dagegen würden an Attraktivität einbüßen. Genau auf diesen Effekt setzt auch die deutsche
Der Weltmarkt der A. wird von einer kleinen Anzahl Firmen aus den USA, Japan und Europa beherrscht. Automobilindustrie, die sich einen kräftigen Nachfrageschub nach besonders sparsamen Autos verspricht.
Heftig umstritten ist derzeit, auf welcher Basis der Energiepass erstellt werden soll. Die Gebrauchtwagenlobby befürwortet den sogenannten Verbrauchspass, der auf der Basis des Durchschnittsverbrauchs der letzten Nutzer errechnet würde - die Informationen über den Energieverbrauch hingen damit stark vom
Durch ökonomisches F. lassen sich die Lärm- und Abgasemissionen des Autos z.T. mehr mindern als durch technische Maßnahmen. Fahrverhalten der Vorbesitzer ab. Der Bedarfspass dagegen setzt beim tatsächlichen Energiebedarf an und bewertet den energietechnischen Zustand des Autos.
Gebrauchtwagenverband: "Pass ist zu teuer"
Der Bundesverband deutscher Gebrauchtwagenhändler lehnt den Bedarfspass unter Hinweis auf zu hohe Kosten ab. Die Kosten von rund 25 Euro pro Fahrzeug müssten zu Lasten der Verbraucher voll auf die Preise umgeschlagen werden.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält diese Argumentation für vorgeschoben. "Viele Gebrauchtwagen sind große Benzinfresser. Für die Käufer ist das aber beim Kauf bisher nicht zu sehen - und die Gebrauchtwagenlobby will, dass das so bleibt," vermutet vzbv-Chefin Edda Müller.
Zu dieser Pressemitteilung:
Diese Pressemitteilung ist falsch, die Informationen über angebliche Pläne zur Einführung eines Energiepasses für Gebrauchtwagen sind frei erfunden.
Die Pressemitteilung hat jedoch einen wahren Kern: Sie richtet sich gegen die geplante Umsetzung des Energiepasses für Gebäude. Hier setzen sich Bundeswirtschaftsminister Glos und Bundesbauminister Tiefensee für einen sogenannten Verbrauchspass ein. Der Pass würde auf der Basis des Durchschnittsverbrauchs der letzten Nutzer errechnet - bei einem Rentnerehepaar, das den Winter weitgehend auf Mallorca verbringt, würde im Pass ein ganz anderer Wert stehen als bei einer Familie mit kleinen Kindern. Vor allem Haus- und Grundbesitzer machen sich dennoch für den Verbrauchspass stark und argumentieren mit den angeblich hohen Kosten von bis zu 500 Euro pro Pass. Unterschlagen wird dabei jedoch häufig, dass der Pass nur beim Verkauf oder der Neuvermietung vorgelegt werden muss. Ein Pass ist außerdem bis zu zehn Jahre lang gültig und bei Miet¬häusern müsste nur ein Pass für das gesamte Gebäude erstellt werden. Dennoch blieben beim Verkauf eines Einfamilienhauses Kosten für den Pass von bis zu 500 Euro - bei einem Kaufpreis von 200.000 Euro wäre dies eine Belastung von 0,25 Prozent. Trotz dieser geringen Belastung würden Verkäufer von Häusern in energietechnisch einwandfreiem Zustand belohnt: Ein Bedarfspass würde ihnen nämlich eine erhebliche Wertsteigerung ihrer Immobilie bescheren.
Ersetzt man also in der vorliegenden Pressemitteilung die Wörter "Gebrauchtwagen" mit "Gebäude" ergibt sich der eigentliche Sinn.
"Sommerschluss" ist eine Initiative des Verbraucherzentrale Bundesverbands in der Sommerpause. "Sommerschluss" will Denk-Anstöße geben.
Bei Denkanstößen weiß man nicht genau, ob es Pausen zum oder vom Denken sind.
Wolfram Weidner