Umweltjournal.de | Technik und Wissenschaft  | Artikel Nr.: 10377

Energiepolitik ohne Atom





Berlin, 26.04.2006: Anlässlich des zwanzigsten Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl fordert die VERBRAUCHER INITIATIVE eine Energieversorgung ohne Atomstrom. Die Debatte um die vermeintliche Renaissance der Atomkraft dürfe nicht länger ablenken von den Zukunftsthemen Klimaschutz und Verbraucherrechte. Das Reaktorunglück von Tschernobyl vor zwanzig Jahren habe gezeigt, welche Gefahren mit der Nutzung der Atomkraft für Mensch und Umwelt verbunden seien.


Nur eine Energiepolitik ohne Atom stelle sicher, dass sich eine derartige Katastrophe nicht wiederhole. "Atomkraftwerke sind keine Option für die Zukunft, sondern eine Risiko-Technik aus dem letzten Jahrhundert,“ sagt Ralf Schmidt-Pleschka, Energieexperte der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. Der Energiemarkt stehe heute vor neuen Herausforderungen. Die Verminderung des Kohlendioxidausstoßes stocke in Deutschland seit Jahren. Außerdem seien auch acht Jahre nach der Liberalisierung überhöhte Preise und mangelnde Wahlmöglichkeiten bei Strom und Gas die Realität für private Energiekunden.

Schmidt-Pleschka: „Mehr Transparenz und Flexibilität am Energiemarkt, mehr Effizienz bei Erzeugung und Verbrauch sind die Zielmarken einer zukunftsorientierten Energiepolitik. Zu beidem kann die Atomkraft nichts beitragen.“

Ungeachtet des Atomausstiegs komme in Deutschland immer noch knapp ein Drittel des Stroms aus Atomkraftwerken. Bis der letzte Reaktor vom Netz geht, werde sich die Menge an Atommüll gegenüber heute annähernd verdoppeln. Schmidt-Pleschka: „Angesichts der ungelösten Frage der Endlagerung ist dieser Weg gegenüber künftigen Generationen unverantwortlich.“
Autor: Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.
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Stand: 26. April 2006
Erstellt: 26. April 2006

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