Umweltjournal.de | Sonstiges. Weiteres  | Artikel Nr.: 530

Der WWF-Panda hat Geburtstag - Die größte private Naturschutzorganisation der Welt wird 40 Jahre alt





{b1l}Frankfurt a. M., 10.09.2001 - Vor 40 Jahren, am 11. September 1961, wurde der WWF gegründet. Alarmiert durch die rapide zurückgehenden Wildtierbestände in Afrika hatte sich eine Reihe prominenter Naturschützer um Peter Scott und Julian Huxley zusammengefunden, um Spenden für Naturschutzprojekte in aller Welt zu sammeln.
Mit den Mitteln sollte vor allem die Arbeit der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) unterstützt werden. Die Nähe zu dieser Schwesterorganisation war der Grund, warum der WWF als Stiftung nach Schweizer Recht gegründet wurde und in Morges am Genfer See in direkter Nachbarschaft zur IUCN sein erstes Domizil bezog.

Mit den Mitteln sollte vor allem die Arbeit der Weltnaturschutzorganisation (IUCN), die seit Ende der 40er Jahre die roten Liste der bedrohten Arten erarbeitet, unterstützt werden. Die Nähe zu dieser Schwesterorganisation war der Grund, warum der WWF als Stiftung nach Schweizer Recht gegründet wurde und in Morges am Genfer See in direkter Nachbarschaft zur IUCN sein erstes Domizil bezog.

Aus diesen Anfängen während der Gründerzeit wuchs inzwischen die größte private Naturschutzorganisation der Welt. Der WWF hat in den vergangenen vier Jahrzehnten in rund 140 Ländern im Zeichen des Pandas mehr als 10.000 Natur- und Umweltschutzprojekte durchgeführt. Fünf Millionen Förde-rer weltweit machten es möglich, dass allein im vergangenen Jahr mehr als 720 Millionen Mark in den Schutz von Wäldern, Meeren und Feuchtgebieten auf allen Kontinenten fließen konnten. Heute besteht das WWF-Netzwerk aus 27 nationalen Organisationen und 21 Programmbüros in aller Welt. Dazu gehört auch die deutsche Sektion, die seit 1963 auf 236.000 Förderer und ein Jahresbudget von rund 45 Millionen Mark angewachsen ist.

Der Aufstieg des WWF ist u.a. den guten Beziehungen der Männer der ersten Stunde zu verdanken. Mit dem niederländischen Prinzen Bernhard als erstem Präsidenten des WWF International und Prinz Philip, Ehemann der englischen Königin, an der Spitze der britischen Sektion konnten gleich zwei international bekannte Persönlichkeiten gewonnen werden, die maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung des WWF beigetrugen. Man setzte von Beginn an auf das Prinzip „Kooperation statt Konfrontation“, eine Strategie, die vor dem Geist der Gründerjahre zu sehen ist. Die Anti-Atombewegung war noch nicht geboren, Bürgerinitiativen beschränkten sich meist auf lokale Konflikte, und Seveso und Tschernobyl waren ein ferner Alptraum.

Doch die Umweltkatastrophen der 70er und 80er Jahre gingen am WWF nicht spurlos vorbei. Hatte man sich zu Beginn vor allem auf den Schutz von Arten und die Ausweisung von Schutzgebieten konzentriert, verbreiterte sich das Aktionsfeld allmählich. An die Stelle von Feuerwehreinsätzen zur Rettung bedrohter Tierarten traten mehr und mehr langfristige Strategien für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt. Diese beinhalteten neben konkreten Naturschutzprojekten die Bekämpfung der Ur-sachen der Naturzerstörung ebenso wie Umweltbildung und politische Lobbyarbeit. Dieser erweiterte Aufgabenbereich schlug sich in der Namensänderung nieder: Aus dem World Wildlife Fund wurde 1987 der World Wide Fund For Nature. Nur die US Amerikaner und die Kanadier firmieren weiter unter dem alten Namen.

Die Entwicklung des WWF ist eine Erfolgsgeschichte mit vielen Kapiteln: Die Sibirischen Tiger und die Java Nashörner haben überlebt. Vom Wattenmeer bis Madagaskar, von der Donau bis zum Amur zeugen Hunderte von Projekten vom beherzten Einsatz der weltweit über 3.000 WWF Mitarbeiter. Ob es um die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, die Zusammenarbeit mit der Weltbank oder den Schuldenerlass gegen staatliche Leistungen im Naturschutz geht - stark ist der WWF immer dann, wenn es um das Schmieden von Allianzen mit unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft geht. Ob Religionsgemeinschaften, Wirtschaftsunternehmen oder Entwicklungsbanken, wenn es um Natur- und Umweltschutz geht, setzt der WWF auf Kooperation und Dialog statt ideologischer Scheuklappen und Konfrontation. Eine Fähigkeit, die gerade im Zeitalter der Globalisierung an Bedeutung gewinnt. „Die Regierungen finden sich immer häufiger auf dem Beifahrersitz der Gesellschaft, während international agierende Unternehmen d!
ie Richtung vorgeben“, beobachtet Dr. Georg Schwede, Geschäftsführer des WWF Deutschland. In dieser Situation sei es zunehmend wichtig, über den nationalen Tellerrand zu blicken, um das Beste für Mensch und Natur herauszuholen. Vor diesem Hintergrund ist das Programm der nächsten 40 Jahre für den WWF als Global Player im Natur- und Umweltschutz klar: „Global denken und global handeln.“
Autor: WWF Deutschland
2852 Aufrufe
Stand: 23. Oktober 2001
Erstellt: 10. September 2001

Weiterführende Informationen:

Die letzten 5 Meldungen zum Thema "Naturschutz":