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Umweltjournal.de | Sonstiges. Weiteres  | Artikel Nr.: 16

Zuwenig und zuviel Wasser in China

Wassernot in China heißt: Nördlich der chinesischen Wasserscheide gibt es zuwenig Wasser. Meist im Sommer herrscht in der Hauptstadt Peking Wassernot.
Die acht Millionen Einwohner erhalten in diesem Sommer ein Achtel des landesdurchschnittlichen Wasserverbrauchs zugeteilt. "China Daily" berichtet, eine solche Wassernot habe es seit 50 Jahren nicht gegeben. 550 Millionen Menschen in Nordchina sind betroffen.Im Süden des Reiches droht 700 Millionen Chinesen Gefahr durch zuviel Wasser. Die Behörden waren vor den jährlichen Flutwellen, die der Jangtse und seine Nebenflüsse zu Tal fördern. Vor zwei Jahren hat das Hochwasser über 4000 Tote gefordert. Über 200 Millionen Chinesen waren existentiell vom Hochwasser betroffen. Der Raubbau in den Wäldern ist eine der Hauptursachen. Aufforstungsprogramme laufen nur schleppend an, Monokulturen werden von Schädlingen wieder vernichtet.
70 Prozent der Oberflächenwasser Chinas sind durch die Industrie, hauptsächlich durch die chemische Industrie zur Zeit verseucht. Kein einziges Flusswasser hat noch Trinkwasserqualität. Es gibt kaum Kläranlagen und Ressourcenschutz ist kein Thema. Wirtschaftswachstum um fast jeden Preis heißt die offizielle Politik der Kommunistischen Partei Chinas.

Die Situation spitzt sich zu: Der Wasserbedarf steigt dramatisch; die UNO warnt vor kriegerischen Auseinandersetzungen um das Lebenselixier Wasser; die schlechten Lebensbedingungen an Wasserläufen und Seen tragen dazu bei, dass allein im vergangenen Jahr 25 Millionen Menschen umsiedeln mussten; die Zahl der Wasserflüchtlinge ist erstmals höher als die der Kriegsflüchtlinge.
Die vorliegende Dokumentation zeigt am Beispiel des Projekts "Living Lakes" Wege aus der Wasserkrise. Das Projekt versucht durch eine internationale Seenpartnerschaft mulinationale Unternehmen, betroffene Bürger und Experten an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam Probleme zu lösen. Vier Seen auf vier Kontinenten sind Teil des Projekts:
  • Bedroht ist der St. Lucia See durch den geplanten Tagebau von Titan und anderen wertvollen Rohstoffen.

    Beispiel: Mono Lake in den USA
    Der Mono Lake ist bedroht durch den hohen Wasserbedarf der Großstadt Los Angeles. Vier der fünf in den See fließenden Flüsse wurden seit 1941 in das Wassernetz der Stadt umgeleitet. Die Folgen für den See waren verheerend: Sein Salzgehalt verdoppelte sich und seine Fläche verkleinerte sich auf weniger als ein Drittel.

    Beispiel: der Biwa Lake in Japan
    Durch extreme Siedlungsdichte und Industrialisierung nahm die Wasserqualität des Sees dramatisch ab. Probleme mit der Trinkwasserversorgung und der Süßwasserperlenzucht sind ungelöst.

    Beispiel: Bodensee mit den Anrainern Deutschland, Schweiz und Österreich
    Der Bodensee - vor dreißig Jahren durch die rapide Verschlechterung seiner Wasserqualität in die Schlagzeilen geraten - konnte Dank internationaler Zusammenarbeit mit aufwendiger Technik erfolgreich saniert werden. Der Bodensee steht heute wieder als Trinkwasserreservoir für zwanzig Millionen Menschen zur Verfügung.

    Das Projekt "Living Lakes" konkretisiert in regelmäßigen internationalen Konferenzen eine Globalisierung neuen Typs, bei der alte Fronten aufgebrochen werden und neue Allianzen entstehen.
    Sondersendung zur EXPO am Montag, 31. Juli 2000 in Arte um 19.00 Uhr


    Autor: Franz Alt

    Weiterführende Informationen:


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    Stand: 26. Maerz 2003
    Erstellt: 20. August 2000