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Umweltjournal.de | Sonstiges. Weiteres  | Artikel Nr.: 46

Umwelt und Kultur im Strudel der brasilianischen Moderne

Am 4. August 2000 berichten indianische Vertreter aus Brasilien im Rahmen des Global Dialogue der EXPO 2000 und der Kölner Agenda 21 im Domforum Köln (19:00 – 23:00) über die Möglichkeiten kultureller Nachhaltigkeit im tropischen Regenwald sowie ihre Erfahrungen mit deutschen Entwicklungsprojekten im Amazonasraum.
{b1r}In diesem Jahr feiert Brasilien, wichtigster Handelspartner Deutschlands in Südamerika, den 500sten Jahrestag seiner „Entdeckung“ durch die Portugiesen. Anlässlich dieses Feierjahres laden vier Repräsentanten indigener Gemeinschaften (hierzulande auch gerne als Indianer bezeichnet) aus dem Amazonasgebiet nach Köln, um die Vor- und Nachteile der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung im größten Staat Lateinamerikas aus ihrer Sicht zu kommentieren.

Indianische Nachhaltigkeit auf brasilianisch? ist der Titel der Veranstaltung des Kölner KATALYSE Institutes und der GTZ, die im Auftrag der Bundesregierung die deutschen Programmanteile des weltweit beachteten PPG7-Programms zur Erhaltung der Regenwälder Brasiliens betreut.
Kooperationspartner der Veranstaltung sind das NGO-Tropenwald Netzwerk Deutschland- Brasilien, das Rautenstrauch-Joest-Museum und das Nord-Süd-Forum Köln.

{b2l}Die vier indigenen / indianischen NGO-Vertreter berichten aus Projekten des PPTAL-Programms, von ihren Erfahrungen mit der Demarkation (d.h. der rechtlichen Festlegung) ihrer Territorien und den alltäglichen Folgen des Einbruchs der brasilianischen Moderne in ihre Kulturen und Lebensweisen.

Die im Rahmen der Kölner Agenda 21 stattfindende Veranstaltung wird die Ergebnisse der deutschen Entwicklungszusammenarbeit einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren und einen langfristigen interkulturellen Austausch über die Zukunft unseres gemeinsamen Lebensraums Erde bestärken.

{b3r}Neben den erwähnten „Alltags-Erzählungen“ und -Erfahrungen aus unterschiedlichen Siedlungsgebieten des Amazonas steht die durchaus kontroverse Diskussion der ökonomischen und ökologischen Perspektiven heutiger indianischer Wirtschaftsformen im Mittelpunkt der Kurzreferate. Gezeigt werden unter anderem die heutigen Möglichkeiten und Grenzen, nachhaltige Tropenwaldbewirtschaftung und Existenzsicherung im Amazonasraum zu verwirklichen und so als ethnische Minderheit ein umweltfreundliches Gegenmodell für die ökonomische Entwicklung des Tropenwaldes anzubieten.

Neben den Berichten der brasilianischen Vertreter vervollständigen Vorträge der deutschen Projektverantwortlichen aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und der projektbetreuenden Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) den Abend. Eine abschließende Podiumsdiskussion wird schließlich ein Resümee der Entwicklungsperspektiven für den Amazonasraum und seine indianischen Gemeinschaften versuchen und als Forum für Publikumsfragen zur Verfügung stehen.

Begleitet wird die Podiumsveranstaltung von einer Ausstellung der praktischen Ergebnisse nachhaltiger indianischer Wirtschaftsformen. Die Ausstellung wird für die Kölner Veranstaltung einen Tag lang vom EXPO-Gelände aus Hannover ausgeliehen und präsentiert aktuelle Produkte indianischer Gemeinschaften für die Nischenmärkte der Weltwirtschaft, die nach der Veranstaltung von den Referenten auch zum Kauf angeboten werden. Auf großen Stellwänden werden außerdem Projektberichte aus den von der GTZ betreuten Demarkierungsprojekten sowie Videos zu einzelnen PPTAL-Projekten im Amazonasraum zu sehen sein.
Für interessierte Journalisten, die erwägen der Einladung zu folgen oder einen Artikel zur Veranstaltung planen, steht eine Pressemappe mit weitergehenden Informationen zur Verfügung.
Die Hintergrund-Informationen umfassen Texte zu dem international finanzierten PPG7 (Pilotprogramm zum Schutz des tropischen Regenwaldes der G7-Staaten), den PPTAL-Projekten, dem Kölner KATALYSE Institut sowie die kritischen Stellungnahmen von Seiten des NGO-TropenwaldNetzwerks/PPG7.
Die Mitglieder des TropenwaldNetzwerkes treffen sich zeitgleich am 4. Und 5.8. vor nach der Veranstaltung zu ihrem Jahrestreffen und werden anreisenden Medienvertretern als zusätzliche kritische zivilgesellschaftliche Gesprächspartner zur Verfügung stehen.
Die Pressemappe kann beim KATALYSE Institut (Herr Ulmer/Frau Schubart, Adresse siehe 1.Seite) in Köln angefordert werden. Belegexemplare senden Sie bitte ebenfalls an das KATALYSE Institut in Köln.


Autor: Svend Ulmer

Weiterführende Informationen:


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Erstellt: 22. August 2000