Rückblicke
Webvideothek
Hollywood-Bakterien
Ob Bakterien, Viren oder Parasiten - Krankheitserreger sind nicht nur Objekte intensiver Forschung, sondern mitunter auch Hollywood-Filmstars. Eine besondere Ausgabe der Zeitschrift "Biotechnology Journal" befasst sich mit diesem "Doppelleben".
Video >>
Filmaufnahmen aus einem Vorzeige-Bio-Schlachthof
Ein PETA Mitarbeiter konnte ganz offiziell Filmaufnahmen in einem Vorzeige-Bio-Schlachthof in Baden-Württemberg machen.
Video >>
Brian May Statement zu Tierversuchskosmetik
Der Rockmusiker und Gitarrist der Band Queen Brian May hat in einer Videobotschaft die Bevölkerung und Entscheidungsträger der Europäischen Kommission aufgefordert, die Kampagne von VIER PFOTEN gegen Tierversuche für Kosmetika zu unterstützen.
Video >>

Zur Web-Videothek >>

Top-News Sonstiges
Brigitte Nielsen nackt für PETA: „Ich zeige Pelz die kalte Schulter!“

VIER PFOTEN beendet illegale Privathaltung von Braunbären in Polen

Advent, Advent: Hoffnung ist bunt und süß

PETA Deutschland verleiht ‚Vegan Fashion Award‘

Gesundheitsgefahr Leder: Erneut gefährliche Chemikalien in Lederschuhen gefunden

eBay Kleinanzeigen: Augen auf beim Welpenkauf!

Survival präsentiert Charity-Geschenke

Ein Nashorn auf der Straßenkreuzung

Leiden für Leder: Kinderarbeit, Tierleid und hochgiftige Produktionsprozesse

Welthundetag: Rumänien als Warnsignal für den Tierschutz in Deutschland

Inserate
Tipp
Umweltlexikon
Pfeil Umweltjournal.de | Pfeil Sonstiges. Weiteres  | PfeilArtikel Nr.: 21165

Brasiliens dunkle Seite: Ölkonzern Petrobras sucht im tiefsten Amazonasgebiet

Berlin / London, 28.03.2014: Brasiliens staatliches Ölunternehmen Petrobras hat mit Öl- und Gaserkundungen in einem der abgelegensten Teile des Amazonasgebietes begonnen. Mehrere isoliert lebende Völker sind davon bedroht.

Lokale Quellen berichten, dass Petrobras 15 Bargen-Kähne mit Hochleistungsgeneratoren, Leitungen und Bohrgeräten auf dem Tapauá-Fluss im Bundeststaat Amazonas in Position gebracht hat. Die Erkundungen finden in der Nähe von insgesamt sieben indigenen Territorien statt, darunter die Gebiete der Suruwaha, Banawa, Deni und Paumari.

Obwohl Brasiliens Verfassung das Recht indigener Völker garantiert, zu Projekten, die ihr Land betreffen, konsultiert zu werden, hat Petrobras keine Konsultationen mit der indigenen Bevölkerung des Gebietes durchgeführt. Auch FUNAI, Brasiliens Indianerschutzbehörde, wurde über die Arbeiten von Petrobras nicht informiert, obwohl einige Völker in dem Gebiet sehr abgeschieden leben und erst seit kurzem Kontakt mit Außenstehenden haben.
Auf Nachfrage zu Petrobras jüngsten Erkundungen im Tapauá-Flussbecken behauptete Brasiliens Nationale Ölagentur, dass “von dieser Behörde keine Öl- und Gaserkundungen in dieser Region ausgeschrieben oder autorisiert wurden”.

In einem Brief an Brasiliens Staatsanwaltschaft betonten brasilianische Experten das anerkannte Recht indigener Völker auf Konsultationen und warnten, dass über 1.300 Personen durch das Projekt “unumkehrbare Auswirkungen erleiden müssten”. Eine Kongressabgeordnete und ein Senator haben von dem Kongress eine Stellungnahme erbeten.

Die Erkundungen könnten auch für die Hi Merimã, ein unkontaktiertes Volk, das in der Nähe lebt, verheerend sein. Unkontaktierte Völker sind wegen ihrer Abgeschiedenheit oft Krankheiten wie Grippe schutzlos ausgeliefert.

In den1970er und 80er Jahren erkundete Petrobras auch im Javari-Tal, welches die höchste Konzentration unkontaktierter Völker weltweit aufweist. Mehrere unkontaktierte Indigene sowie FUNAI und Petrobras-Mitarbeiter kamen durch die Konflikte, die die Ölerkundungen erzeugten, ums Leben.

Vergangenes Jahr bekräftigten indigene Völker im Javari-Tal ihre Ablehnung jeglicher Ölerkundungen auf ihrem Land oder in der Nähe davon. In einem Brief warnten sie, dass sie die damalige Tragödie nicht noch einmal erleben wollen, als Petrobras “[ihre] Häuser und Gärten zerstörte, [ihre] Seen und Flüsse sprengte und die Quellen verschmutzte, was zum Tod zahlreicher Indianer führte, Krankheiten in [ihre] Gemeinden und Malaria in die Region brachte und eine Ansammlung an Müll in das Gebiet spülte, die die Flora und Fauna beschädigte”.

Survival International hat Petrobras aufgefordert, die Arbeiten in der Region sofort zu stoppen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: “Brasilien ist bereit und gewillt das Leben unschuldiger Indigener im gierigen Gedrängel um Profit zu opfern. Brasiliens Wirtschaftswachstum geht mit riesigen menschlichen Kosten für das Leben und die Lebensgrundlage seiner indigenen Völker einher. Sie können sich sicher sein, dass das Vordringen in das Gebiet unkontaktierter Völker Krankheiten, Tod und Verwüstung mit sich bringt. Dies ist Brasiliens dunkle Seite.”
Autor: Survival Deutschland
6609 Aufrufe
Stand: 28. März 2014
Erstellt: 28. März 2014

Weitere Meldungen zum Thema "Amazonas":

Spannender als Fußball: Brasilien in der Mitte des 19. JahrhundertsSpannender als Fußball: Brasilien in der Mitte des 19. Jahrhunderts
Köln, 26.06.2014: Alfred Russel Wallace (1823–1913) war einer der einflussreichsten Naturforscher seiner Zeit. Er entdeckte zeitgleich mit Darwin das Prinzip der Entstehung der Arten und hinterließ einen fesselnden Bericht von der ersten großen Expedition seines Lebens, die ihn in ein für Europäer damals weitgehend unbekanntes Paradies führte: Brasilien!
Brasiliens dunkle Seite: Ölkonzern Petrobras sucht im tiefsten AmazonasgebietBrasiliens dunkle Seite: Ölkonzern Petrobras sucht im tiefsten Amazonasgebiet
Berlin / London, 28.03.2014: Brasiliens staatliches Ölunternehmen Petrobras hat mit Öl- und Gaserkundungen in einem der abgelegensten Teile des Amazonasgebietes begonnen. Mehrere isoliert lebende Völker sind davon bedroht.
Brasiliens dunkle Seite: Kongressmitglied erhält “Rassist des Jahres”-PreisBrasiliens dunkle Seite: Kongressmitglied erhält “Rassist des Jahres”-Preis
Berlin / London, 24.03.2014: Survivals International verleiht zum Welttag gegen Rassismus (21. März) seine “Rassist des Jahres”-Auszeichnung an den bekannten brasilianischen Kongressabgeordneten Luis Carlos Heinze.
Brasiliens dunkle Seite: Amazonas-Indianer protestiert bei WM-Pokal-TourBrasiliens dunkle Seite: Amazonas-Indianer protestiert bei WM-Pokal-Tour
Berlin / London, 17.03.2014: Nixiwaka Yawanawá, ein Amazonas-Indianer aus Brasilien, hat den FIFA WM-Pokal auf seiner Tour durch Europa mit dem Slogan “Brasilien: Zerstörung von Indianern stoppen” in London empfangen. Mit seinem Auftritt lenkt Nixiwaka Aufmerksamkeit auf den Feldzug gegen die Rechte der indigenen Bevölkerung Brasiliens.
WWF-Report: Sojaproduktion hat sich verzehnfachtWWF-Report: Sojaproduktion hat sich verzehnfacht
Berlin, 14.03.2014: In den vergangenen fünfzig Jahren wurde die Sojaproduktion von 27 Millionen Tonnen auf 269 Millionen Tonnen gesteigert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle WWF-Analyse des globalen Sojahandels.
Rancher entschlossen, den Wald unkonkatierter Völker zu zerstörenRancher entschlossen, den Wald unkonkatierter Völker zu zerstören
Berlin / London, 12.02.2014: Bei einem seltenen Treffen zwischen Ayoreo-Indigenen, Paraguays Umweltministerin und einem brasilianischen Rancher, der die großflächige Zerstörung des angestammten Landes der Ayoreo zu verantworten hat, ließ der Farmer die Bitte der Ayoreo abblitzen, mit der Zerstörung ihres Waldes, der die letzte Zuflucht unkontaktierter Ayoreo ist, aufzuhören.
WWF Deutschland legt Jahresbericht vor – Naturschützer auf WachstumskursWWF Deutschland legt Jahresbericht vor – Naturschützer auf Wachstumskurs
Berlin, 30.01.2014: Der WWF Deutschland konnte im Jahr seines 50. Geburtstages ordentlich zulegen: Mehr Projekte, mehr Förderer und höhere Einnahmen. Der jetzt vorgelegt Jahresbericht dokumentiert, dass die Naturschutzorganisation im Zeichen des Pandas in Deutschland derzeit von rund 455.000 Förderern unterstützt wird.
Flippers neuer brasilianscher BruderFlippers neuer brasilianscher Bruder
Berlin, 27.01.2014: Forscher haben im Regenwald Brasiliens einen neuen Flussdelfin identifiziert. Der WWF freut sich über die sensationelle Entdeckung und weist auf die Gefährdung der Tiere, insbesondere durch den Ausbau der Wasserkraft und diverse Staudammprojekte hin.
Endlich! Brasilien beginnt Operation zum Schutz des bedrohtesten Volkes der WeltEndlich! Brasilien beginnt Operation zum Schutz des bedrohtesten Volkes der Welt
Berlin / London, 07.01.2014: Nach einer monatelangen Kampagne von Survival International hat die brasilianische Regierung eine entscheidende Bodenoperation begonnen, um die illegalen Eindringlinge vom Gebiet der Awá, dem bedrohtesten Volk der Welt, auszuweisen.
Rückblick 2013: Gründe zum Feiern für indigene VölkerRückblick 2013: Gründe zum Feiern für indigene Völker
Hamburg / London, 24.12.2013: Zum Jahresende zeigt Survival Internationals neue Fotostrecke, welche Ereignisse indigenen Völkern 2013 Anlass zum Feiern gaben.