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Breites Bündnis will am 24. April zwischen Brunsbüttel und Krümmel demonstrieren. Die Anti-AKW-Bewegung macht mobil.

Umweltjournal.de | Artikel Nr.: 16485

Schreckliches Jahresende im Tierheim Verlorenwasser

Belzig, 30.12.2009: Anfang Dezember zeichnete sich zunächst ein ruhiges Jahresende im Tierheim ab: eine ganze Reihe von Hunden und Katzen hatte in den letzten Wochen neue Familien gefunden. Etliche Zwinger standen zur Freude der Tierpfleger leer. Plötzlich stand eine Frau mit fünf Hunden vor der Tür, die sie aus schlechter Haltung freigekauft hatte.

Sie bat, das Tierheim möge sie doch aufnehmen und an bessere Halter vermitteln. Dies stellte noch kein größeres Problem für die Mitarbeiter dar. Sie nahmen die Tiere sofort auf.

Kurze Zeit später rief ein Tierschutzverein aus Berlin um Hilfe: er musste eine Pflegestelle schließen und stand mit 4-5 Tieren auf der Straße. "Die bekommen wir auch noch unter" – meinte Tierheimleiter Wolfgang Aland. Als das Fahrzeug eintraf, saßen statt der angekündigten 4-5 Hunde jedoch 12 Tiere im Auto. "Na gut, da müssen wir jetzt durch", sagte sich Aland.

Als er zwei Tage später – wie immer spät nachts nach Dienstschluss - die E-Mails durchsah, war darunter auch der Bericht über den Brand in einem Moskauer Tierheim. 500 Hunde befanden sich in dem Tierasyl. Durch den Brand waren zwar nur wenige umgekommen, aber durch die Löscharbeiten waren sie völlig durchnässt – und in Moskau herrschten 20° Minus, Heizung und Strom im Moskauer Asyl waren ausgefallen. Viele Hunde waren weggelaufen – in den Tod, denn auf den Straßen liegen Giftköder.
"Man kann leider nicht alle Tiere auf der Welt retten", war die einhellige Meinung im Verein. Aber wenigstens einige Schicksale wollen die Tierfreunde doch beeinflussen und sagen Plätze für sechs verletzte Tiere zu.

In die angespannte Stimmung schlägt die Hiobsbotschaft ein: Margret Dix ist tot. Weit über ihre Heimatstadt Berlin hinaus war die Tierfreundin bekannt. Sie unterstützte viele Tierschutzprojekte im In- und Ausland, auch das Tierheim Verlorenwasser, dem sie ihr Auto geschenkt hatte und auch den einen oder anderen Scheck.

Es gibt Momente, da denkt man: "Nun geht gar nichts mehr". Dann schaltet man um auf: "Jetzt erst recht! Dann mal alle ran und zufassen!"

Die Mitarbeiter vergessen ihre freien Tage, die Telefondrähte glühen, Ehrenamtler rücken an.

Ein Hundehütten-Spezialist aus Schierke liefert 2 Transporter-Ladungen mit isolierten Hundehütten. Als er dann noch auf einen Teil der Bezahlung verzichtet, ist die Freude riesengroß.
Ein Brunnenbauer aus Ziesar – er hatte schon seit etlichen Monaten auf dem Tierheimgelände ehrenamtlich geschaufelt und gebuddelt - rückt mit Familie und Freunden an, um ein zusätzliches Hundehaus herzurichten. Ein Fensterbauer stiftet Fenster, um das Gebäude dicht zu bekommen.
Ehrenamtler des Vereins schrauben Hundehütten im Akkord zusammen, bauen Türen ein, begeben sich auf die Jagd nach Decken, Körbchen und Leinen.

Sonntag vor Weihnachten: Mitten im Hämmern und Klopfen der "Häuslebauer" hallen Flüche über das Gelände des Tierheims: Die Wasserleitung im Katzenhaus ist eingefroren. Klar: Probleme sind dazu da, gelöst zu werden.

Allerdings eilt es mit der Lösung, denn soeben hat die Amtstierärztin für den Nachmittag einen Transport nach Teltow angefordert. Sie will 14 Hunde aus schlechter Haltung beschlagnahmen. Sie müssen abgeholt werden, sofort zum Tierarzt geschafft und dann im Tierheim gepflegt werden.
Zum Jammern fehlt den Mitarbeitern die Zeit.

Anfang Januar wird es dann soweit sein: 6 Hunde aus Moskau werden in Verlorenwasser einziehen. Mit diesem Datum reißt dann endlich die Unglückskette ab, hoffen alle Tierheimmitarbeiter inständig. Das neue Jahr wird hoffentlich besser anfangen als das alte geendet hat.
"Und wenn nicht: wir lassen uns auch dann nicht unterkriegen und werden mit Hilfe vieler Tierfreunde wieder nach Lösungen suchen", verkünden alle entschlossen.

Wer sich über die Tiere informieren möchte oder an den Geschehnissen teilhaben will, kann dies bei der Weihnachtsbescherung tun am 27.12. von 11-16 Uhr - oder auf den Internetseiten: www.tierheim-verlorenwasser.de oder www.waldtierheim.de.

Natürlich erfährt man dort auch die Kontoverbindung des Tierheims, denn mit ein paar Euro kann schließlich jeder mithelfen, das Tierheim in seiner aufopferungsvollen Arbeit zu unterstützen und das Tierelend auf dieser Welt ein wenig zu mildern.
Autor: Tierheim Verlorenwasser

Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Tierschutz":
Angriff auf die Zivilgesellschaft: 13 TierschützerInnen auf der Anklagebank in Wien
Gerlingen, 4.03.2010: Der Beginn des österreichischen Tierschutzprozesses hat weitreichende Empörung ausgelöst und wird auch von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. scharf kritisiert. Obwohl offensichtlich weder Beweise noch Indizien für die Existenz einer „kriminellen Organisation“ (§278a österr. StGB) vorliegen, wird strafrechtlich Anklage gegen 13 TierschützerInnen erhoben.
Menschen für Tierrechte eröffnen erste Website für Tierschutzpolitik
Aachen, 18.02.2010: Mit dem heute gestarteten Internetportal www.tierschutzwatch.de bietet der Bundesverband Menschen für Tierrechte eine bislang einzigartige Plattform an: Politiker auf Bundes-, Landes- sowie kommunaler Ebene können dort ihre parlamentarischen Aktivitäten im Bereich des Tierschutzes und der Tierrechte herausstellen.
Ein Oscar für die Delfine?
München, 03.02.2010: Der Dokumentarfilm „Die Bucht“ wurde für den Oscar nominiert. Wie die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ soeben bekannt gab, wurde der Film über die japanische Delfinjagd in die enge Auswahl für den „Besten Dokumentarfilm“ aufgenommen.
Meat Abolition Day - Tag zur Abschaffung von "Fleisch"
Am 31. Januar ist der "World Day for the Abolition of Meat", der internationale Tag zur Abschaffung des "Fleisch"konsums. "Fleisch" bezeichnet hier tote - meist nichtmenschliche - Tiere, ganze Leichen oder Leichenteile.

NRW-Landtagsabstimmung: CDU und FDP blockieren Tierschutz-Verbandsklage erneut
Aachen, 24.01.2010: CDU und FDP haben heute den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen auf Einführung der Tierschutz-Verbandsklage in Nordrhein-Westfalen endgültig abgelehnt. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte zeigt sich dennoch zuversichtlich, Schwarz-Gelb im Vorfeld zur Landtagswahl am 9. Mai für das Klagerecht im Tierschutz zu gewinnen.
Wiesenhof-Skandal / PETA erstattete im Voraus Strafanzeige wegen falscher Anschuldigung
Osnabrück / Gerlingen, 16.01.2010: Tierrechtsorganisation nimmt Stellung zu Wiesenhof-Verleumdungen. In Pressemeldungen der letzten Tage räumt der Geflügelproduzent „Wiesenhof“ ein, dass in der BWE-Brüterei in Twistringen Tierquälereien begangen wurden. Gleichzeitig weist das zum PHW-Konzern gehörende Unternehmen eine Mitschuld weit von sich und beschuldigt im Gegenteil die Tierschützer, die die Tierquälereien am Montag öffentlich gemacht haben.
Gequälte Masthühner – auch Politik und Verbraucher in Verantwortung
Aachen, 13.01.2010: Nach Medienberichten über Tierquälereien beim Geflügelproduzenten Wiesenhof weist der Bundesverband Menschen für Tierrechte darauf hin, dass auch Politiker und Verbraucher zu den Leiden der Hühner in Mastbetrieben beitragen. „Die Nachfrage bestimmt das Angebot.
PETA erstattet Strafanzeige gegen deutschen Marktführer für Geflügel-Produktion
Osnabrück / Gerlingen, 12.01.2010: Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. erstattet heute Strafanzeige gegen „Wiesenhof“ – den deutschen Marktführer für Geflügel-Produktion. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, Verstöße gegen die Tierschutz-Schlacht- und Transportverordnung, gegen Seuchen- und Hygieneverordnungen sowie gegen Umweltschutzgesetze und weitere Gesetzlichkeiten.
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Vegan leben und essen: 10 Jahre Tierrechtskochbuch
Am 30. Dezember 1999 begann die Tierrechtsinitiative Maqi ein richtungsweisendes Projekt: Die erste Fassung des Tierrechtskochbuchs entstand. Was Menschen essen oder nicht hängt oft einfach nur davon ab, wann und wo sie geboren, von wem und wie sie erzogen wurden:...

Stand: 4. Januar 2010
Erstellt: 30. Dezember 2009