Umweltjournal.de | Sonstiges. Weiteres  | Artikel Nr.: 16485

Schreckliches Jahresende im Tierheim Verlorenwasser





Belzig, 30.12.2009: Anfang Dezember zeichnete sich zunächst ein ruhiges Jahresende im Tierheim ab: eine ganze Reihe von Hunden und Katzen hatte in den letzten Wochen neue Familien gefunden. Etliche Zwinger standen zur Freude der Tierpfleger leer. Plötzlich stand eine Frau mit fünf Hunden vor der Tür, die sie aus schlechter Haltung freigekauft hatte.

Sie bat, das Tierheim möge sie doch aufnehmen und an bessere Halter vermitteln. Dies stellte noch kein größeres Problem für die Mitarbeiter dar. Sie nahmen die Tiere sofort auf.

Kurze Zeit später rief ein Tierschutzverein aus Berlin um Hilfe: er musste eine Pflegestelle schließen und stand mit 4-5 Tieren auf der Straße. "Die bekommen wir auch noch unter" – meinte Tierheimleiter Wolfgang Aland. Als das Fahrzeug eintraf, saßen statt der angekündigten 4-5 Hunde jedoch 12 Tiere im Auto. "Na gut, da müssen wir jetzt durch", sagte sich Aland.

Als er zwei Tage später – wie immer spät nachts nach Dienstschluss - die E-Mails durchsah, war darunter auch der Bericht über den Brand in einem Moskauer Tierheim. 500 Hunde befanden sich in dem Tierasyl. Durch den Brand waren zwar nur wenige umgekommen, aber durch die Löscharbeiten waren sie völlig durchnässt – und in Moskau herrschten 20° Minus, Heizung und Strom im Moskauer Asyl waren ausgefallen. Viele Hunde waren weggelaufen – in den Tod, denn auf den Straßen liegen Giftköder.
"Man kann leider nicht alle Tiere auf der Welt retten", war die einhellige Meinung im Verein. Aber wenigstens einige Schicksale wollen die Tierfreunde doch beeinflussen und sagen Plätze für sechs verletzte Tiere zu.

In die angespannte Stimmung schlägt die Hiobsbotschaft ein: Margret Dix ist tot. Weit über ihre Heimatstadt Berlin hinaus war die Tierfreundin bekannt. Sie unterstützte viele Tierschutzprojekte im In- und Ausland, auch das Tierheim Verlorenwasser, dem sie ihr Auto geschenkt hatte und auch den einen oder anderen Scheck.

Es gibt Momente, da denkt man: "Nun geht gar nichts mehr". Dann schaltet man um auf: "Jetzt erst recht! Dann mal alle ran und zufassen!"

Die Mitarbeiter vergessen ihre freien Tage, die Telefondrähte glühen, Ehrenamtler rücken an.

Ein Hundehütten-Spezialist aus Schierke liefert 2 Transporter-Ladungen mit isolierten Hundehütten. Als er dann noch auf einen Teil der Bezahlung verzichtet, ist die Freude riesengroß.
Ein Brunnenbauer aus Ziesar – er hatte schon seit etlichen Monaten auf dem Tierheimgelände ehrenamtlich geschaufelt und gebuddelt - rückt mit Familie und Freunden an, um ein zusätzliches Hundehaus herzurichten. Ein Fensterbauer stiftet Fenster, um das Gebäude dicht zu bekommen.
Ehrenamtler des Vereins schrauben Hundehütten im Akkord zusammen, bauen Türen ein, begeben sich auf die Jagd nach Decken, Körbchen und Leinen.

Sonntag vor Weihnachten: Mitten im Hämmern und Klopfen der "Häuslebauer" hallen Flüche über das Gelände des Tierheims: Die Wasserleitung im Katzenhaus ist eingefroren. Klar: Probleme sind dazu da, gelöst zu werden.

Allerdings eilt es mit der Lösung, denn soeben hat die Amtstierärztin für den Nachmittag einen Transport nach Teltow angefordert. Sie will 14 Hunde aus schlechter Haltung beschlagnahmen. Sie müssen abgeholt werden, sofort zum Tierarzt geschafft und dann im Tierheim gepflegt werden.
Zum Jammern fehlt den Mitarbeitern die Zeit.

Anfang Januar wird es dann soweit sein: 6 Hunde aus Moskau werden in Verlorenwasser einziehen. Mit diesem Datum reißt dann endlich die Unglückskette ab, hoffen alle Tierheimmitarbeiter inständig. Das neue Jahr wird hoffentlich besser anfangen als das alte geendet hat.
"Und wenn nicht: wir lassen uns auch dann nicht unterkriegen und werden mit Hilfe vieler Tierfreunde wieder nach Lösungen suchen", verkünden alle entschlossen.

Wer sich über die Tiere informieren möchte oder an den Geschehnissen teilhaben will, kann dies bei der Weihnachtsbescherung tun am 27.12. von 11-16 Uhr - oder auf den Internetseiten: www.tierheim-verlorenwasser.de oder www.waldtierheim.de.

Natürlich erfährt man dort auch die Kontoverbindung des Tierheims, denn mit ein paar Euro kann schließlich jeder mithelfen, das Tierheim in seiner aufopferungsvollen Arbeit zu unterstützen und das Tierelend auf dieser Welt ein wenig zu mildern.
Autor: Tierheim Verlorenwasser
2036 Aufrufe
Stand: 4. Jänner 2010
Erstellt: 30. Dezember 2009

Weitere Meldungen zum Thema "Tierschutz":

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Sonstiges
Systematische Tierquälerei auf Nerzfarmen in DänemarkSystematische Tierquälerei auf Nerzfarmen in Dänemark
Systematische Tierquälerei auf Nerzfarmen in Dänemark
Gerlingen, 03.02.2012: Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. veröffentlicht heute eine schockierende Videorecherche über mehrere dänische Nerzfarmen.
Weiterlesen
Hollywood-Star Penelope Cruz macht sich für Tierrechte starkHollywood-Star Penelope Cruz macht sich für Tierrechte stark
Hollywood-Star Penelope Cruz macht sich für Tierrechte stark
Gerlingen, 02.02.2012: Penelope Cruz, Gewinnerin des Academy-Awards und hinreißende Schauspielerin in Filmen wie Fluch der Karibik 4 – Fremde Gezeiten oder Pedro Almodovars viel diskutiertem Film Volver, hat sich jetzt für eine ganz außergewöhnliche Rolle entschieden:
Weiterlesen
Gefährlicher Kontakt: Neue Nahaufnahmen unkontaktierter IndianerGefährlicher Kontakt: Neue Nahaufnahmen unkontaktierter Indianer
Gefährlicher Kontakt: Neue Nahaufnahmen unkontaktierter Indianer
Berlin / London, 31.01.2012: Survival International hat neue Nahaufnahmen unkontaktierter Indianer veröffentlicht, genau ein Jahr nachdem Luftaufnahmen eines unkontaktierten Volkes in Brasilien um die Welt gingen.
Weiterlesen
Schwere Unruhen in Tibet: Chinesische Regierung verlegt Truppen in KrisenregionSchwere Unruhen in Tibet: Chinesische Regierung verlegt Truppen in Krisenregion
Schwere Unruhen in Tibet: Chinesische Regierung verlegt Truppen in Krisenregion
Berlin, 27.01.2012: Die seit Tagen andauernden schweren Unruhen in den tibetischen Gebieten im Nord-Westen der heutigen chinesischen Provinz Sichuan weiten sich aus.
Weiterlesen
Kenia: Deutscher Reiseverband verurteilt Vertreibung der SamburuKenia: Deutscher Reiseverband verurteilt Vertreibung der Samburu
Kenia: Deutscher Reiseverband verurteilt Vertreibung der Samburu
Berlin / London, 25.01.2012: Der Deutsche ReiseVerband (DRV) hat Kenias Regierung aufgefordert, eine Lösung zur Lage des Samburu-Volkes zu finden. Die gewaltsame Vertreibung des indigenen Volkes könnte dem Tourismus in Kenia schaden.
Weiterlesen
Pünktlichkeit der Deutschen Bahn 2011: Hamburg als SchlusslichtPünktlichkeit der Deutschen Bahn 2011: Hamburg als Schlusslicht
Pünktlichkeit der Deutschen Bahn 2011: Hamburg als Schlusslicht
Berlin, 24.02.2012: Vier von fünf Fernzügen fahren pünktlich, sagt die Deutsche Bahn. Doch es gibt große Unterschiede - zum Beispiel je nach Zugart und Region.
Weiterlesen
„Stop killing, play tennis!“ Protestaktion bei Ion Tiriac’s Promi-Treibjagd in Rumänien„Stop killing, play tennis!“ Protestaktion bei Ion Tiriac’s Promi-Treibjagd in Rumänien
„Stop killing, play tennis!“ Protestaktion bei Ion Tiriac’s Promi-Treibjagd in Rumänien
Balc, Rumänien, 21.01.2012: Aktivisten von VIER PFOTEN haben am Samstag symbolisch die jährliche VIP-Feudal-Treibjagd des Geschäfts-Tycons Ion Tiriac blockiert.
Weiterlesen
Elefantin Mausi ist elendig gestorben: Strafanzeige gegen Veterinärämter und Zirkus gestelltElefantin Mausi ist elendig gestorben: Strafanzeige gegen Veterinärämter und Zirkus gestellt
Elefantin Mausi ist elendig gestorben: Strafanzeige gegen Veterinärämter und Zirkus gestellt
Gerlingen, 19.01.2012: Seit fast einem Jahr setzt sich PETA Deutschland e.V. dafür ein, die schwerkranke Elefantin Mausi aus dem Circus Voyage zu retten.
Weiterlesen
Enthüllt: Survival informierte Behörden schon vor zwei Jahren über MenschensafarisEnthüllt: Survival informierte Behörden schon vor zwei Jahren über Menschensafaris
Enthüllt: Survival informierte Behörden schon vor zwei Jahren über Menschensafaris
Berlin / London, 18.01.2012: Die Behörden auf den Andamanen Inseln in Indien wurden schon vor zwei Jahren von der Menschenrechtsorganisation Survival International auf die Existenz von Menschensafaris hingewiesen – aber das Problem blieb bestehen.
Weiterlesen
So helfen Sie Hunden, Katzen und Co. durch den Winter!So helfen Sie Hunden, Katzen und Co. durch den Winter!
So helfen Sie Hunden, Katzen und Co. durch den Winter!
Gerlingen, 16.01.2012: Nicht nur den Menschen setzt der derzeitige Kälteeinbruch zu. Auch Tiere leiden bei den mancherorts arktischen Minustemperaturen.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse