Umweltjournal.de | Recycling und Entsorgung  | Artikel Nr.: 11046

Gelbe Tonneplus: Überall mehr drin?





Leipzig, 15.09.2006: Das Leipziger Pilotprojekt Gelbe Tonne ist ein Erfolg. Das lassen die ersten Ergebnisse des Projekts erkennen, die die Projektpartner Stadt Leipzig, Abfall Logistik Leipzig GmbH (ALL) und Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) in Leipzig vorstellten. Durch Gelbe Tonne werden mehr Wertstoffe eingesammelt und recycelt, das Sammelgemisch ist darüber hinaus sauberer und enthält weniger Restmüll.


Sowohl die beteiligte Kommune als auch die haushaltsnahe Wertstoffsammlung profitieren von niedrigeren Kosten. Seit September 2004 nehmen die Leipziger Bürger an einem Großversuch teil und können nicht nur Verpackungen mit dem Grünen Punkt aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen in die Gelbe Tonne werfen. Darüber hinaus entsorgen sie darin auch Haushaltsgegenstände aus diesen Materialien und Elektrokleingeräte bis zur Größe von 30 Zentimetern. Fragestellung des Pilotprojekts ist, ob sich durch die Öffnung der Gelben Tonne zusätzliche Wertstoffe für das Recycling gewinnen und Synergieeffekte zur kommunalen Restmüllsammlung erschließen lassen.

"Tatsächlich ist die Sammelmenge in der Gelben Tonne seit 2004 kontinuierlich angestiegen. Deutlich mehr Verpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen gelangen in die Gelbe Tonne – parallel dazu weniger nicht verwertbare Reste“, bilanziert Dr. Uwe Rantzsch, Geschäftsführer des Entsorgungspartners SERO Leipzig GmbH. Gleichzeitig nimmt der Wertstoffanteil im Hausmüll ab. Durch Gelbe Tonne wird also mehr Abfall recycelt als durch das herkömmliche System.

Das Recycling spart außerdem Kosten: Die Sortierung und Verwertung der zusätzlich eingesammelten Materialien ist deutlich preiswerter als ihre Beseitigung zusammen mit dem Restmüll. Die Beteiligten sprechen daher von einer echten Win-Win-Situation: „Sowohl die Stadt als auch DSD können Kosten sparen“, resümiert Dr. Frank Richter, Betriebsleiter des Eigenbetriebs Stadtreinigung der Stadt Leipzig. „Und die Akzeptanz beim Bürger ist sehr hoch. Der Verbraucher empfindet Gelbe Tonne als spürbare Erleichterung bei der Mülltrennung“, so Richter weiter.

Darüber hinaus hoben die Projektpartner hervor, dass sie die Getrenntsammlung als Voraussetzung für ein hochwertiges Recycling und eine wirksame Ressourcenschonung betrachten. Gelbe Tonne sei daher durchaus eine intelligente Option für die Weiterentwicklung der Getrenntsammlung auch außerhalb Leipzigs. „Durch Gelbe Tonne erhalten wir mehr Sekundärrohstoffe von hervorragender Qualität“, betont Dr. Michael Heyde, Leiter Technologie/Entwicklung der DSD. „Wenn Restmüll und Leichtverpackungen gemeinsam in eine Tonne gelangen würden, würde alles Verwertbare stark verschmutzt. Signifikant höhere Sortier- und Verwertungskosten wären die Folge.“ Zudem habe sich Gelbe Tonne seit zwei Jahren im Großversuch bewährt – ein entsprechender Versuch mit belastbaren Ergebnissen stehe für die gemeinsame Sammlung von Restmüll und Leichtverpackungen noch aus.


Ansprechpartnerin: Dr. Heike Schiffler, Tel.: 02203 / 937-257.
Autor: Heike Schiffler
2663 Aufrufe
Stand: 15. September 2006
Erstellt: 15. September 2006

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Entsorgung":

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News Recycling und Entsorgung
Zu Olympia 2012 mit alten Flaschen: Immer mehr Produkte aus PET-RecyclingZu Olympia 2012 mit alten Flaschen: Immer mehr Produkte aus PET-Recycling
Zu Olympia 2012 mit alten Flaschen: Immer mehr Produkte aus PET-Recycling
Bonn, 28.09.2011 (aid): Kleidung, Verpackungen, Möbel - PET ist Ausgangsmaterial für die unterschiedlichsten Produkte. Dank moderner Recyclinganlagen entstehen aus alten PET-Flaschen sortenreine, saubere und qualitativ hochwertige Recyclate, die sogar für neue Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden können.
Weiterlesen
Einweg versus Mehrweg: Verbraucher durch Vielfalt verunsichertEinweg versus Mehrweg: Verbraucher durch Vielfalt verunsichert
Einweg versus Mehrweg: Verbraucher durch Vielfalt verunsichert
Bonn, 08.09.2011 (aid): Obwohl in verschiedenen Ökobilanzstudien Mehrwegflaschen besser abschneiden als Einwegflaschen, landen zunehmend Einwegflaschen im Einkaufswagen.
Weiterlesen
Verbrauch von Plastiktüten zurückdrängen. Auch Verbot möglichVerbrauch von Plastiktüten zurückdrängen. Auch Verbot möglich
Verbrauch von Plastiktüten zurückdrängen. Auch Verbot möglich
Berlin, 09.08.2011: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bemühungen der EU-Kommission, den Verbrauch von Plastiktüten zurückzudrängen, in dem heute in Brüssel abgeschlossenen öffentlichen Konsultationsverfahren begrüßt.
Weiterlesen
Wegwerfen oder Reparieren? Verbraucherinfothek geht Kundendiensten nachWegwerfen oder Reparieren? Verbraucherinfothek geht Kundendiensten nach
Wegwerfen oder Reparieren? Verbraucherinfothek geht Kundendiensten nach
Berlin, 16.04.2011: Hohe Reparaturkosten sind immer wieder ein Verbraucher-Ärgernis. Oft stehen Konsumenten vor der Frage, ob sie ein Haushaltsgerät für viel Geld reparieren lassen oder sich lieber gleich ein neues Produkt zulegen.
Weiterlesen
Erstes Recycel-Programm für StifteErstes Recycel-Programm für Stifte
Erstes Recycel-Programm für Stifte
Eschborn, 23.03.2011: Der Stiftehersteller BIC und das umweltfreundliche Unternehmen TerraCycle starten das in Deutschland erste Programm zum Sammeln und Recyceln von Schreibgeräten und Korrekturmitteln. Das Programm fördert das Umweltbewusstsein von Kindern und unterstützt gleichzeitig gemeinnützige Organisationen.
Weiterlesen
Die ökologische Entsorgung und Verwertung von Verpackungsabfällen stärkenDie ökologische Entsorgung und Verwertung von Verpackungsabfällen stärken
Die ökologische Entsorgung und Verwertung von Verpackungsabfällen stärken
Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt e. V. (AGVU) haben Vertreter des Einzelhandels, der Industrie, der Hersteller und Abfüller sowie der Entsorger die Entwicklung auf dem Gebiet der Entsorgung und Verwertung von Verpackungsabfällen diskutiert und mehr Transparenz im Nachweis einer ordnungsgemäßen Lizenzierung gefordert.
Weiterlesen
Ungeahnte Rohstoffquellen vor der eigenen TürUngeahnte Rohstoffquellen vor der eigenen Tür
Ungeahnte Rohstoffquellen vor der eigenen Tür
Osnabrück, 14.01.2011: Rohstoffe werden weltweit knapper und begehrter. Die Wiederverwendung von Materialien deutlich zu erhöhen, wird künftig unvermeidbar. Qualifiziertes Fachpersonal ist gefragt. Ein neues Vorhaben des Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekts MÖWE aus Osnabrück zeigt, wie damit schon auf lokaler Ebene angefangen werden kann:
Weiterlesen
Wer nicht trennt, zahlt doppeltWer nicht trennt, zahlt doppelt
Wer nicht trennt, zahlt doppelt
Berlin, 20.07.2010: Wer Verkaufsverpackungen in den Restmüll wirft statt in die gelbe Tonne, zahlt doppelt. Denn er hat schon im Laden für die Leerung der gelben Tonne oder des gelben Sacks sowie für die Entsorgung von Glas- und Papierverpackungen bezahlt.
Weiterlesen
Thema Wertstofftonne in Berlin: Absage an kommunale oder private MonopolstrukturenThema Wertstofftonne in Berlin: Absage an kommunale oder private Monopolstrukturen
Thema Wertstofftonne in Berlin: Absage an kommunale oder private Monopolstrukturen
Bonn, 19.07.2010: "Allen Bestrebungen, die Wertstoffe aus privaten Haushalten zu monopolisieren, erteilen wir eine klare Absage." Das machte bvse-Präsident Burkhard Landers mit Blick auf die Diskussion in Berlin zur Einführung einer Orange Box oder der Berliner Wertstofftonne eines privaten Konzerns, deutlich
Weiterlesen
Illegalen Export von E-Schrott verhindernIllegalen Export von E-Schrott verhindern
Illegalen Export von E-Schrott verhindern
Bonn, 25.06.2010: Mit den Zielen die Sammelquote zu erhöhen, den illegalen Export einzudämmen sowie die Rückgabemöglichkeiten für die Verbraucher zu erweitern, setzt der Umweltausschuss dabei an den richtigen Stellen an. Das erklärte Ullrich Didszun, bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse