Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 390

Weltrat für Erneuerbare Energien in Berlin gegründet





Berliner Konferenz über Technologietransfer für Erneuerbare Energien fordert einhellig die Einrichtung einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien(IRENA)
Er soll den Erneuerbaren Energien in der globalen Energiediskussion eine eigenständige Stimme geben, da der bestehende Welt-Energie-Rat (World Energy Council) zu sehr von den Belangen der atomaren und fossilen Energiewirtschaft geprägt ist.

Auf der dreitägigen Konferenz zur Förderung des globalen Technologietransfers für Erneuerbare Energien, die am vergangenen Wochenende auf dem Berliner Messegelände mit über 400 Teilnehmern erfolgreich durchgeführt wurde, war am Samstagabend der World Council for Renewable Energies (Weltrat für Erneuerbare Energien) gegründet worden. Dieser Weltrat hat die Funktion eines unabhängigen globalen Netzwerks von Nicht-Regierungsorganisationen auf den Gebieten der Erneuerbaren Energien, des Umweltschutzes und der Entwicklungshilfe sowie von Unternehmen und wissenschaftlichen Instituten im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Er soll den Erneuerbaren Energien in der globalen Energiediskussion eine eigenständige Stimme geben, da der bestehende Welt-Energie-Rat (World Energy Council) zu sehr von den Belangen der atomaren und fossilen Energiewirtschaft geprägt ist.

Der Weltrat für Erneuerbare Energien wird von einem fünfköpfigen Vorsitzenden-Kommmittee geleitet, die aus allen fünf Kontinenten stammen. Vorsitzende wurden der Mauretanier Ahmedou Ould Abdallah (Generalsekretär der Global Coalition for Africa), der indische Windkraft- und Solaranlagenunternehmer Rakesh Bakshi, der australische Architekturprofessor Peter Droege (Universität Sydney), der Amerikaner Michael Eckhart (Initiator der Solar-Bank in Washington) und der deutsche Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer (Präsident von EUROSOLAR). Zum Sprecher dieses Vorsitzenden-Kommittees (General Chairman) wurde Hermann Scheer gewählt.

Ergänzend zum Vorsitzenden-Kommittee erhält der Weltrat für Erneuerbare Energien einen Vorstand (Board), für den beim Gründungsakt weitere 30 Personen nominiert wurden. Dieser soll im Zuge des Aufbaus des Weltrats für Erneuerbare Energien auf etwa 100 Repräsentanten erweitert werden. Unter den bereits benannten Mitgliedern befinden sich u.a. der russische Nobelpreisträger Alexander Prokhorov, der Direktor des dänischen Volkszentrums für Erneuerbare Energien Preben Maegaard, der Luxemburger Europa-Abgeordnete Claude Turmes und der Präsident des japanischen Clean Energy Forum Kinichi Katsube. Deutsche Mitglieder in dem Board sind der Windkraftanlagenproduzent Aloys Wobben, der Geschäftsführer der Deutschen Energieagentur Stephan Kohler, der Präsident des deutschen Windenergieverbandes Peter Ahmels und der Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell.

Der Weltrat für Erneuerbare Energien wird regelmäßig ein Weltjahrbuch für Erneuerbare Energien herausgeben und alle zwei Jahre eine Weltkonferenz über Erneuerbare Energien veranstalten. Hierzu erörterte die Berliner Konferenz die Aufgabenstellung und Arbeitsweise einer solchen Agentur.

Hauptthema der dreitägigen Konferenz zur Förderung des globalen Technologietransfers für Erneuerbare Energien war die geforderte Einrichtung einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), die von Regierungen gegründet und finanziert werden soll. Es sei nicht länger akzeptabel, dass es mit der Internationalen Atomenergie-Agentur eine mit mehreren hundert Millionen Mark ausgestattete Behörde für den atomaren Technologietransfer in Entwicklungsländern gibt, aber keine vergleichbare Institution für Erneuerbare Energien. Immer weniger Länder wollen Atomkraftwerke, aber alle wollen die Erneuerbaren Energien verstärkt nutzen. Die Idee "Atoms for Peace" sei eine der 50er Jahre, heute gehe es um "Solar for Peace" und darum, das dringende globale Erfordernis nach emmissionsfreier Energieversorgung mit Erneuerbare Energien zu verwirklichen. Die dazu notwendige organisatorische Kraftanstrengung erfordere eine Internationale Agentur für Erneuerbare Energien, für deren Entstehung die Initiative einer Regierung nötig sei, die wegen ihrer praktizierten Programme für Erneuerbare Energien das Gewicht und die Glaubwürdigkeit habe.

Der Generalsekretär der Global Coalition for Africa Ahmedou Ould Abdalllah erklärte, die Hoffnung sei, dass die deutsche Regierung dafür die internationale initiative offiziell ergreife. Deutschland wäre auch das geeignete Land für den Sitz dieser Agentur, zumal es zwar der zweitgrößte Beitragszahler in der UNO ist, aber noch keine größere Organisation im UN-System ihren Sitz in Deutschland habe. Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sprach sich in ihrer Rede auf der Konferenz für eine Internationale Agentur für Erneuerbare Energien aus.


EUROSOLAR e.V.
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Aktuell, interessant und kommentiert - die NEWS von FRANZ ALT auf seiner SONNENSEITE
Autor: Franz Alt
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Stand: 25. März 2003
Erstellt: 14. Juni 2001
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