Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 397

Ökostrom: Wo bleiben deine Kunden?





1999 stellte das Meinungsforschungsinstitut Forsa fest: 38 Prozent der Deutschen sind bereit, monatlich 20 Mark mehr für Ökostrom zu bezahlen.
Jetzt kann jeder Ökostrom beziehen - es gibt bereits über 100 Anbieter - und nicht einmal ein Prozent der Deutschen ist auf grünen Strom umgestiegen. Die Diskrepanz zwischen Lippenbekenntnissen und tatsächlichem Umweltverhalten ist riesig.

Die Stadtwerke Nürtingen haben aus dieser Erkenntnis Konsequenzen gezogen und bieten erfolgreich in Zusammenarbeit mit dem BUND folgendes Modell an: Ökostrom ist je Kilowattstunde vier Pfennige teurer. Die Mehreinnahmen werde nicht mehr von den Stadtwerken zum Bau von Ökostromanlagen benutzt, sondern fließen in einen Fördertopf. Daraus werden private wie gewerbliche Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerke so weit bezuschusst, dass sie sich wirtschaftlich rechnen.

Ergebnis schon nach wenigen Wochen: Ökostrombezieher verdoppelt, mehr als zwei Prozent der Nürtinger. Darunter sind auch Großkunden wie einheimische Firmen, Kirchengemeinden und die Stadtverwaltung. Zwei Prozent sind noch wenig, aber Nürtingen gehört damit zur Bundesspitze.

Das Beispiel Nürtingen beweist: dem Ökostrom in Deutschland fehlt ein richtiges Marketing-Konzept. Der persönliche Atomausstieg ist zwar längst möglich. Ausreden gibt es keine mehr, aber kaum einer steigt aus!

Informationen zum Ökowatt-Projekt in Nürtingen finden sich im Internet unter
Stadtwerke Nürtingen oder
Ökostrom-Studie
Autor: Franz Alt
1338 Aufrufe
Stand: 25. März 2003
Erstellt: 19. Juni 2001

Weiterführende Informationen:

Die letzten 5 Meldungen zum Thema "Energie" bei umweltjournal: