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Entwicklung ist weiblich: Indiens Frauen verändern ihre Welt -Seite 5-





Auf der dritten Station unserer Reise sind wir in der Nähe der Stadt Hyderabad bei indischen Ureinwohnern. Hier haben die Andheri-Hilfe und ihre Partner zusammen mit Frauengruppen ein ökologisches Wunder vollbracht.

In den letzten 10 Jahren war die Hälfte der 10.000 Ureinwohner - ursprünglich Bauern - in Slums der Großstädte geflüchtet. Das Land war abgeholzt, der Boden ausgedorrt und erodiert, der Grundwasserspiegel permanent gesunken. Neben dem Abholzen gilt die globale Erderwärmung als Ursache für die Katastrophe. Doch die Frauen haben ein neues Wassermanagement gelernt. Das heißt: Dämme gebaut, Terrassenfelder angelegt und aufgeforstet. Mit unglaublichem Geschick und viel Energie wurde aus dem verdorrten Land ein blühender Garten Eden. 30.000 Bäume wurden gepflanzt. Mehrere Dutzend Brunnen gebaut. Der Grundwasserspiegel steigt wieder.

"Wasser ist Gold. Wasser ist wichtiger als Gold", erzählen uns die Frauen begeistert und tanzen dankbar um einen Kokosnussbaum.

Alle Flüchtlinge kommen zurück, alle Kinder gehen in die Schule. Regierungsvertreter bezeichnen die nachhaltige Entwicklungsarbeit der Andheri-Hilfe als vorbildlich. Wir sehen saftige grüne Reisfelder, große Viehherden und unendlich glückliche Menschen, die konsequent ökologischen Landbau betreiben. Zu BSE-Zeiten wird deutlich, dass dies auch vorbildlich für Deutschland ist.

50 Mark pro Person musste die Andheri-Hilfe aufwenden, damit die Ärmsten in Indien heute ihre Lebensgrundlagen selbst erarbeiten können.

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Ein ähnliches Wunder, wiederum organisiert von Frauen, erleben wir noch einmal auf der vierten Station unserer Reise. Wir sind in Dörfern um die südindische Stadt Mysore. Hier begann vor 12 Jahren die Arbeit der Andheri-Hilfe mit Frauen. Wir sehen und spüren es auf Schritt und Tritt: Alle Kinder gehen zur Schule. Frühere Taglöhner und Arbeitslose sind jetzt selbstständige Bauern. Jedes Haus hat Wasser und eine Biogasanlage. Zwei Kühe liefern ausreichend umweltfreundliche Energie. Die Häuser sind ökologisch gebaut. Ziegel werden von den Frauen selbst hergestellt. Frauen haben ihre eigene Bank gegründet und eine Milchgenossenschaft. Kredite werden pünktlich zurückgezahlt. Sie investieren in Kinder, Haus, Tiere und ein eigenes kleines Geschäft.

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Die 30-jährige Elisabeth Rani zum Beispiel erzählt uns, dass sie mit Hilfe eines Frauenkredits eine Nähmaschine kaufen konnte und jetzt vielen Frauen Kleider nähen kann. Selbst aus den Nachbardörfern kommen ihre Kundinnen. Ihrer Familie geht es gut. Ihr Mann Antonitad sagt uns: "Ich bin stolz auf meine Frau."

Für das noch immer frauenfeindliche hinduistische Indien sind solche Entwicklungen eine Kulturrevolution.

143.000 Frauen sind dank der Andheri-Hilfe heute in Gruppen organisiert. In fünf Jahren wollen sie eine Million sein.

Indiens Frauen verändern ihre Welt.

Franz Alt
Caren Alt (Fotos)


Der Film von Franz Alt

"Mädchenmorde und Tempelprostitution
Deutsche Hilfe für Frauen in Indien"

läuft am
03. März 2001 16:55 Uhr bis 17:25 Uhr
Hessen-Fernsehen (Hessen 3)
04. März 2001 11:00 Uhr bis 11:30 Uhr
Hessen-Fernsehen (Hessen 3)
05. März 2001 21:45 Uhr bis 22:15 Uhr
Südwest-Fernsehen (Südwest 3)
12. März 2001 09:05 Uhr bis 09:35 Uhr
Südwest-Fernsehen (Südwest 3)



         



Andheri-Hilfe Bonn e.V. - Mackestr. 53 - 53119 Bonn
Telefon (0228) 67 15 86 - Telefax (0228) 68 04 24
E-Mail: andheri.bonn@andheri.org
Spendenkonto:
Sparkasse Bonn, BLZ 380 500 00, Kto. Nr. 40 006

Hinweis: Die Reportage "Mädchenmorde und Tempelprostitution" läuft im Westdeutscher Rundfunk (WDR 3), 06. Mai 2001 um 16:30 Uhr

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Autor: Franz Alt
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Stand: 25. März 2003
Erstellt: 1. März 2001

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