Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 276

Neue Energien und ihre falschen Freunde





Nachdem Scheitern des Weltklimagipfels ist es wichtiger denn je: Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz und der Ausstieg aus der Atomenergie.

Dank des früheren Stromeinspeisegesetzes und des jetzigen Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist der Einstieg ins Solarzeitalter bereits gelungen. 2,5 Prozent des deutschen Stroms wird heute schon aus Windkraftanlagen (WKA) gewonnen. Damit ersetzt die Windenergie bereits zwei Atomkraftwerke.

Der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Peter Ahmels, gab jetzt bekannt, dass bis 2010 europaweit weit über 120 Milliarden Kilowattstunden Strom über WKA gewonnen werden sollen - auch im bisher noch atomgläubigen Frankreich. Zur selben Zeit wies "Greenpeace" auf die noch ungenutzten Möglichkeiten hin, künftig über Off-Shore-WKA grünen Strom auf den Meeresoberflächen zu gewinnen.

Weil der Weg der Erneuerbaren Energien nicht mehr aufzuhalten ist und ihr Erfolg nicht mehr bestritten werden kann, veröffentlicht die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke ständig neue Horrorzahlen über die Kosten der Erneuerbaren Energien. Die riesigen Milliarden-Subventionen für Kohle und Atomenergie sowie die unbezahlbaren Folgekosten der fossil-atomaren Energieversorgung, werden dabei freilich unterschlagen. Auf ihren Plakaten werben die alten Energieversorger für "Sonne, Wind und Wasserkraft".
Während sie sich in Deutschland ein grünes Mäntelchen umhängen, kämpfen die alten Vertreter der alten Energien in Brüssel gegen jeden Fortschritt bei den Erneuerbaren Energien.

Die Erneuerbaren Energien haben heute keine offenen Feinde mehr. Alle sind angeblich dafür. Das ist die große Gefahr für die Erneuerbaren. Ihre angeblichen Freunde sind in Wirklichkeit zur Zeit ihre größten Feinde. Sie sind "nur" feige und falsch. Gefragt ist die Unterscheidung der Geister.
Autor: Franz Alt
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Stand: 25. März 2003
Erstellt: 18. Jänner 2001

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