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Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 282

30.01.2001: Internationale Konferenz zur Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen

Am 10. Und 11. Januar veranstaltete die Fraktion Die GRÜNEN / EFA gemeinsam mit der Europäischen Föderation Grüner Parteien und der Föderation Junger Europäischer Grüner eine internationale Konferenz zum Thema "GVO-freie Zonen". An dieser im Europäischen Parlament stattfindenden Veranstaltung nahmen über 150 Vertreter aus Politik, Wissenschaft sowie von NGOs teil.

In zahlreichen Referaten und Diskussionen setzten sich die Teilnehmer mit dem Kampf gegen genetisch veränderte Organismen in verschiedenen Ländern und Regionen der Erde auseinander. Im Mittelpunkt stand hierbei die Frage GVO- freier Zonen -also von Gebieten, in denen keine gentechnisch veränderten Organismen freigesetzt werden dürfen.

Bei dieser Gelegenheit bezog auch nochmals die Fraktion Die GRÜNEN / EFA zu diesem Thema klar Stellung und forderte eine unbefristete Fortsetzung des derzeitigen EU-Moratoriums der weiteren kommerziellen Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen. Hierbei betonte der Co-Vorsitzende der grünen Fraktion im Europaparlament, Paul Lannoye, die Bedeutung des demokratischen Prinzips in dieser Frage: Die Entscheidung über die Freisetzung von GVO´s sollte auf lokaler und regionaler Ebene getroffen werden. "Höhere Ebenen wie nationale Regierungen und die EU-Kommission sollten nicht die Macht haben, sich über solche Entscheidungen hinwegsetzen zu können." Dadurch könnte vermieden werden, dass in diesem, für die Gesellschaft äußerst sensiblen Bereich über die Köpfe der betroffenen Bürger hinweg entschieden würde. Ähnlich beurteilte auch seine Kollegin im
Fraktionsvorsitz der GRÜNEN/EFA, Heidi Hautala, die Situation: Die Frage von GVO- Nahrungsmitteln sei eben keine rein wissenschaftliche Frage. Es sei das Recht der Bürger, über den Anbau und den Konsum von potentiell gefährlichen Nahrungsmitteln zu bestimmen und diesen gegebenenfalls abzulehnen.

Daher werde sich die grüne Fraktion im Europäischen Parlament weiter für dieses Recht einsetzen und von der schwedischen Ratspräsidentschaft eine Fortsetzung des Moratoriums von neuen kommerziellen GMO-Freisetzungen fordern.

Als positiv wurde festgestellt, daß das Problem der genetisch veränderten Organismen auch über die Grünen hinaus zunehmend ernst genommen wird.
Dies zeigt sich auch im neuen GVO-Richtlinienentwurf, der den Vermittlungsausschuss im vergangenen Dezember verlassen hat. Zwar sei dieser kein "Wunderwerk", aber die Vertreter des EPs hätten in den Verhandlungen das Bestmögliche herausgeholt. Der neue Text enthalte Ansätze, die in die richtige Richtung weisen, wie z.B. das Verbot von antibiotikaresistenten Genen in GVOs.

Die Fraktion der GRÜNEN / EFA wird sich weiter für die Bildung GVO-freier Zonen einsetzen. Das Hauptziel hierbei bleibt es, die gesamte Europäische Union in naher Zukunft in eine große GVO-freie Zone umzugestalten. Auf diesem Weg sollte, so Hiltrud Breyer, die BSE-Krise, "das Tschernobyl der industriell betrieben Landwirtschaft", als eine Chance für positive
Veränderungen auch im Bereich der GVOs verstanden werden.

Berlin/Brüssel, den 29.01.2001

DIE GRÜNEN im Europäischen Parlament
Büro Heide Rühle (MdEP), Kathrin Kummerow
Friedrichstr. 95; 10117 Berlin
fon/fax: +49 (0) 30.86396.386/ 385
internet: http://www.eurogruene.de


Autor: DIE GRÜNEN im Europäischen Parlament

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Erstellt: 31. Januar 2001