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Bonn, 16.07.01: Mit einem dringenden Aufruf zur Rettung der Klimaschutzvereinbarung von Kyoto hat am Montag die Weltklimakonferenz in Bonn begonnen.Die Repräsentanten der rund 180 Teilnehmerstaaten müssten alles tun, um ihre Differenzen über die Umsetzung der 1997 vereinbarten Klimaziele beizulegen, forderte der Konferenzleiter und niederländische Umweltminister, Jan Pronk. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten riefen die Industriestaaten in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, ´Verantwortung zu übernehmen´ und dem Kyoto-Protokoll zum Erfolg zu verhelfen. Auch die großen Umweltschutzorganisationen appellierten an Japan und die USA, das Abkommen nicht scheitern zu lassen.
Nach vier Jahren Arbeit an der Umsetzung des Kyoto-Protokolls müsse nun unbedingt eine Einigung gefunden werden, mahnte Pronk die rund 6000 Teilnehmer des Treffens. Die Minister nehmen erst ab Donnerstag an den zweiwöchigen Verhandlungen teil, die auf Arbeitsebene begannen. Nach der Ablehnung durch die USA hängt alles davon ab, ob Russland und Japan der Ratifizierung zustimmen. Andernfalls kann das Abkommen zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen in den Industrieländern nicht in Kraft treten. Japan hat bislang nicht klar Position bezogen, eine Zusage Russlands dagegen gilt als wahrscheinlich, da das Land vom Emissionshandel finanziell profitieren dürfte.
In der in Brüssel veröffentlichten Erklärung der Europäischen Union (EU) hieß es, die EU sei fest entschlossen, das Abkommen bis 2002 in Kraft treten zu lassen. Die Zeit dränge und die internationale Gemeinschaft könne es sich nicht leisten, ein Handeln zu verschieben.
Im japanischen Kyoto hatten sich die Industriestaaten 1997 erstmals konkrete Ziele für den
Klimaschutz bezeichnet Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegen wirken sollen. Im Mittelpunkt steht derzeit die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen.Klimaschutz gesetzt: Danach soll der Ausstoß der sechs wichtigsten Treibhausgase bis 2012 um 5,2 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Streit herrscht jedoch darüber, wie dies erreicht werden soll. Zu den offenen Verhandlungspunkten zählen der Handel mit Emissionsrechten, die Anerkennung von Wäldern als Beitrag zur CO2-Reduktion und die Frage, in welchem Umfang Industrieländer ihren Beitrag etwa durch Aufforstungsprojekte im Ausland erbringen dürfen.
Mehrere hundert Fahrradfahrer demonstrierten zum Auftakt der Verhandlungen in der Bonner Innenstadt friedlich für strengere weltweite Klimaschutzvereinbarungen. Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und World Wide Fund for Nature (
Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründetWWF) appellierten an Japan, sich für die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zu entscheiden. Japan dürfe sich in seiner Entscheidung nicht aus politischen Erwägungen an die USA binden, forderte die
Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründetWWF- Sprecherin Jennifer Morgan. Es müsse jedoch für das komplette Maßnahmenbündel zur Umsetzung des Klimaschutzziels eine Vereinbarung getroffen werden, nicht nur über einzelne, den Japanern genehme Punkte, sagte der Greenpeace-Klimaexperte Bill Hare. Japan fordert vor allem die Anrechnung von Grünflächen im Inland und von Umweltprojekten im Ausland auf das eigene Klimaziel.
Die Zeitung ´Washington Post´ berichtete unter Berufung auf EU-Kreise, am Freitag würden Frankreichs Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei einem Treffen auf dem G8-Gipfel in Genua gemeinsam versuchen, US-Präsident George W. Bush von seinem harten Kurs in der Klimapolitik abzubringen.
Termin:
Am 18.07.2001 findet im Beethovens Geburtshaus eine Podiumsdikussion zum "Alternativen zum Klimakollaps" statt.Moderation:
Jörg Weber, ECOreporter.de