Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 413

Aus Agrarfabriken werden Ökohöfe





Die Agrarwende beginnt. Große Betriebe, hauptsächlich in den alten landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der DDR müssen sich umstellen, wenn sie weiterhin Subventionen erhalten wollen. Die Obergrenze bei der Bullenmast liegt jetzt bei 90 Tieren. Dagegen hatte sich Renate Künast im Frühjahr noch gewehrt. Jetzt hat sie dem EU-Agrarkommissar Franz Fischler nachgegeben.
Ökobauern hatten die Begrenzung auf 90 Bullen schon lange gefordert. Nur etwa fünf Prozent der Osthöfe halten riesige Bullenmasten mit vielen hundert Tieren, aber sie kassieren bisher zwei Drittel der Prämien.

Der Kompromiss zwischen Künast und Fischler:
Durch "Ausnahmeregelungen" gibt es weiter Zuschüsse auch an große Betriebe, wenn sie "Umwelt- und Beschäftigungsaspekte" beachten. Das heißt: Ökokriterien beachten, Lehrlinge einstellen und Futter aus der Region verwenden.

Ein vernünftiger Beschluss, den klein allein ist noch nicht "Öko" und groß allein noch keine umweltfeindliche und tierfeindliche "Agrarfabrik".

Viel wichtiger als groß oder klein ist, dass jetzt generell gelten soll, was bisher nur für Ökobauern galt: nur noch zwei Kühe pro Hektar ab 2001, ab 2002 nur noch 1,9 und ab 2003 nur noch 1,8 Kühe pro Hektar. In Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen gibt es ehemalige LPG mit über 2.000 Hektar, die sich konsequent und komplett auf ökologischen Landbau umgestellt haben.

Ein interessanter Artikel zur Agrarwende unter:
"Alle Macht den Verbrauchern - Die Agrarwende ist möglich"

Die BSE-Krise erweist sich als "Tschernobyl" der
Europäischen Landwirtschaftspolitik. "Schluss mit den Agrarfabriken" fordert der Kanzler. 20 Prozent Ökobauern will die neue Verbraucherministerin Renate Künast. Geht das? Und wie geht das?


Autor: Franz Alt
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Stand: 25. März 2003
Erstellt: 28. Juni 2001
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