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Brüssel/Berlin, 23.01.2006: Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sollen einen Pakt für Forschung und Innovation ins Leben zu rufen. Mehr Engagement für die Schaffung eines innovativen Europa forderte die unabhängige Sachverständigengruppe unter Leitung des ehemaligen finnischen Premierministers Esko Aho in ihrem vorgestern der Europäischen Kommission vorgelegten Abschlussbericht. Den Experten zufolge sind angesichts des globalen Wettbewerbs die derzeitigen Entwicklungen auf Dauer nicht tragbar.Zur Bewältigung der Herausforderungen vor denen
Der Name Europa wird heute häufig synonym für die Europäische Gemeinschaft (EG) verwendet, die jedoch nur einen Teil von E. umfaßt. Dem geographischen Umfang nach ist E. mit etwas über 10 Mio km2 der zweitkleinste Erdteil. Europa steht, sei ein völlig neues Konzept notwendig. Die Gruppe war im Anschluss an den Europäischen Rat von Hampton Court im Oktober 2005 von der Europäischen Kommission mit dem Auftrag eingerichtet worden, Wege aufzuzeigen, mit denen der Forschungs- und Innovationsleistung der EU neue Impulse gegeben werden können.
Die Gruppe, in der vier Experten unter dem Vorsitz des ehemaligen finnischen Premierministers Esko Aho zusammenkommen, vertritt die Ansicht, dass zwischen den politischen Verlautbarungen über die Wissensgesellschaft und der haushaltpolitischen Realität eine weite Lücke klafft.
Sie schlagen eine Strategie mit vier Handlungsschwerpunkten vor: Schaffung innovationsfreundlicher Märkte, Stärkung der
Der Begriff Ressourcen bezeichnet die Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe oder Mittel um bestimmte Aufagben zu lösen.Ressourcen von Forschung-und Entwicklung (FuE), Steigerung der strukturellen Mobilität sowie Förderung einer Kultur, die Innovation belohnt.
Grund dafür, dass die Wirtschaft nicht genug in Forschung und Innovation in Europa investiere, sei der Mangel an innovationsfreundlichen Märkten, auf denen neue Produkte und
Unter dem Begriff D. sind diejenigen von Menschen erbrachten Leistungen zusammengefaßt, die nicht in den Bereich der direkten Herstellung von Sachgütern fallen. Dienstleistungen angeboten werden können. Außerdem seien
Der Begriff Ressourcen bezeichnet die Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe oder Mittel um bestimmte Aufagben zu lösen.Ressourcen für Forschung und Innovation effektiver zur Verfügung zu stellen. Das 3-Prozent-Ziel sei als
Ein I. zeigt das Erreichen oder die Veränderung eines Zustandes an. Indikator für ein innovatives Europa anzusehen und nicht als ein Ziel an sich. Ein gezielter Einsatz von Forschungsressourcen sei notwendig wie auch die Gründung von Exzellenzzentren und durchaus umstritten - der Transfer von Ressourcen aus Bereichen mit geringer Priorität in die Leistungsstärksten. Ein neues Konzept für die industrielle FuE-Förderung stützt sich auf die Stärkung der natürlichen Innovationsökologie, bei der die Wechselbeziehung zwischen großen und kleinen Firmen berücksichtigt wird.
Die Gruppe fordert auch zu weiterreichenden Veränderungen beim Umgang mit dem EU-Haushalt auf. Strukturfonds sind ihrer Meinung nach ein wichtiges Instrument, um allen Regionen einen Anteil an der Wissensgesellschaft zu sichern. Sie empfehlen, den für Forschung und Innovation veranschlagten Anteil dieser Fonds zu verdreifachen und damit auf 20 % zu erhöhen. Genereller noch rufen sie dazu auf, dass Innovation in allen von der Kommission verwalteten Budgets als Ziel festgeschrieben wird.
Nach Auffassung der Sachverständigengruppe besteht in Europa ein Bedarf an struktureller Mobilität. Dies bedeutet, dass neue Eckpunkte für Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bei den Humanressourcen, den Finanzen und den organisatorischen Strukturen zu setzen sind. Zum Beispiel:
Jährlich sollten 10 % der Arbeitskräfte aus der Forschung in die Bereiche Wissenschaft,
Auch als sekundärer Sektor bezeichnet, in Abgrenzung von Landwirtschaft (primärer Sektor) und Dienstleistungen (tertiärer Sektor). Industrie und öffentlichen Dienst wechseln.
Empfehlungen zur Umkehr des dramatischen Einbruch bei Risikokapitalinvestitionen werden vorgelegt (2004 wurden nur 946 Millionen EUR aufgebracht im Vergleich zu 5 370 Millionen EUR im Jahr 2002 und 9 660 Millionen EUR im Jahr 2000).
Technologieplattformen und -zentren begrüßt die Gruppe ausdrücklich, gibt aber zu bedenken, dass sich Finanzierung und Einsatz in einer Größenordnung bewegen sollten, der ein ausreichendes Wachstum ermöglicht.
Die im Dezember 2005 eingerichtete Gruppe hat folgende Mitglieder: Herr Esko Aho (Vorsitzender), ehemaliger Premierminister von Finnland, Dr. Jozef Cornu, ehemaliger Präsident und COO von Alcatel Telecom, Prof. Luke Georghiou (Berichterstatter), Manchester Business School der Universität Manchester, und Prof. Antoni Subirá, IESE Business School (Barcelona).