Umweltjournal.de | Politik und Wirtschaft  | Artikel Nr.: 9191

Gegen Abbau von Postfilialen und Briefkästen





Berlin, 12.10.2005: Verbindliche Vorgaben und objektive Kriterien zur Qualitätssicherung von Postdienst-leistungen hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gefordert. "Auch im Zeitalter von E-Mail und SMS gehört die Versorgung mit Postdienstleistungen weiterhin zu den Dienstleistungen der Daseinsvorsorge", so Patrick von Braunmühl, Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsfragen im vzbv.


Nach Angaben der Europäischen Union wies Deutschland zwischen 1998 und 2003 europaweit die vierthöchste Abbaurate bei den unternehmenseigenen Postfilialen auf. Dieser Trend ist ungebrochen. Mehr als 20 Prozent der privaten Postkunden sind mit der Erreichbarkeit von Postfilialen und -agenturen nicht zufrieden. Fast ein Viertel bemängeln die schlechte Erreichbarkeit von Briefkästen. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die der Verbraucherzentrale Bundesverband im Jahr 2004 durchführen ließ. Anfang dieser Woche berichteten Medien, dass die Deutsche Post angeblich einen weiteren Abbau der Briefkastendichte plant.

Das Briefporto in Deutschland bewegt sich im europäischen Vergleich im Spitzenfeld. Bis zu 60 Prozent des Konzernergebnisses der Deutschen Post stammen noch immer aus dem bis Ende 2007 laufenden Briefmonopol. Die erwirtschafteten hohen Monopolgewinne machen sich im Kundenservice jedoch kaum bemerkbar. "Wer, wie die Deutsche Post AG, mit Exklusivlizenzrechten bei der Briefbeförderung ausgestattet ist, hat eine besondere Verantwortung gegenüber allen Postkunden, in Ballungsräumen wie auf dem Lande", so von Braunmühl.

Statt einer weiteren Selbstverpflichtung der Deutschen Post AG fordert der vzbv daher konkrete Vorgaben und verbindliche Kriterien für Universaldienstleistungen. Für den Fall einer anhaltenden Verschlechterung des Kundenservices infolge weiterer Rationalisierungsmaßnahmen fordert der vzbv zudem von der Bundesnetzagentur, deutlich niedrigere Entgelte für Standardbriefe vorzugeben, als von der Post ab Januar 2006 angeboten wurden.

Die Bundesnetzagentur hatte gestern Vertreter der Postdienstleister und Postnutzer zu einem nicht-öffentlichen Workshop eingeladen, um über die weitere Entwicklung der gesetzlichen Universaldienstvorgaben zu diskutieren.
Autor: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
2275 Aufrufe
Stand: 24. Februar 2006
Erstellt: 12. Oktober 2005

Weiterführende Informationen:

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